Selenskyj: Für Parade in Moskau werden Luftverteidigungsmittel zusammengezogen, das macht Weg frei für unsere weitreichenden Sanktionen

Selenskyj: Für Parade in Moskau werden Luftverteidigungsmittel zusammengezogen, das macht Weg frei für unsere weitreichenden Sanktionen

Ukrinform Nachrichten
In den letzten Wochen werden die Luftverteidigungsringe um Moskau durch die Verlegung entsprechender Systeme aus russischen Regionen verstärkt. Dies eröffne zusätzliche Möglichkeiten für unsere weitreichenden Sanktionen.

Darüber schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram nach dem Bericht des Leiters der Hauptverwaltung für Militärnachrichtendienst (HUR), Oleh Iwaschtschenko.

„Wir sehen, dass die Luftverteidigungsringe um Moskau in diesen Wochen durch die groß angelegte Verlegung von Luftverteidigungssystemen aus russischen Regionen weiter verstärkt werden. Dies deutet darauf hin, dass die russische Führung die vielfach angekündigte Waffenruhe nicht vorbereitet und sich mehr um ihre Parade in Moskau als um den Rest Russlands sorgt. Gleichzeitig stellen wir fest, dass dies zusätzliche Möglichkeiten für unsere weitreichenden Sanktionen (Angriffe – Red.) eröffnet. Unsere entsprechenden Prioritäten werden festgelegt“, so Selenskyj.

Er betonte, die Ukraine habe Russland wiederholt angeboten, zur realen Diplomatie überzugehen und das notwendige Vertrauen in den diplomatischen Prozess sowie die Voraussetzungen für das Erreichen eines Ergebnisses durch den Waffenstillstand sicherzustellen. „Die ukrainischen Vorschläge liegen vor, und ich bin den Partnern der Ukraine dankbar für die Unterstützung unserer Diplomatie und die Bereitschaft, spiegelbildlich zu handeln. Russland muss Schritte zur Beendigung des Krieges und zur Herbeiführung eines echten Friedens machen. Frieden ist notwendig“, erklärte er.

Iwaschtschenko berichtete Selenskyj außerdem über die Pläne der Russen, das vorübergehend besetzte Gebiet der Ukraine zu nutzen.

„In den derzeit besetzten südukrainischen Gebieten plant Russland praktisch dieselben Plünderungs- und Deindustrialisierungsprozesse wie im besetzten Donbas. Geplant sind geologische Erkundungen, der rasche Abbau und Export wertvoller Rohstoffe aus mindestens 18 Lagerstätten, darunter Titan, Lithium, Tantal, Niob, Zirkon, Molybdän und Graphit. Die Besatzer planen zudem weitere Maßnahmen zur Aneignung und zum Wegschaffen der diesjährigen Getreideernte. Wir bereiten Gegenmaßnahmen vor“, so der ukrainische Staatschef.

Ihm zufolge liegen auch aktualisierte Informationen zur internen russischen Einschätzung der Verluste durch die weitreichenden Sanktionen vor. „Das Ausmaß der direkten Verluste und die Folgen der verlangsamten Produktions- und Exportprozesse in Russland nehmen zu, was sich besonders negativ auf die Haushalte der russischen Regionen auswirkt. Der faktische Bankrott eines erheblichen Teils der russischen Regionalhaushalte lässt sich nicht verbergen“, merkte Selenskyj an.

Wie bereits berichtet, erklärte Wolodymyr Selenskyj zuvor, die Ukraine habe trotz der Äußerungen in sozialen Netzwerken keine offiziellen Signale Russlands bezüglich einer Einstellung der Kampfhandlungen erhalten. Dennoch rief Kyjiw ab dem 6. Mai einen Waffenstillstand aus und forderte Moskau auf, von bloßer Rhetorik zu konkreten Schritten überzugehen.

Heute erklärte der ukrainische Präsident, die russische Armee habe zum Stand von 10 Uhr morgens 1.820 Mal den Waffenstillstand verletzt. Es gab Beschüsse, Angriffsversuche, Luftangriffe und Drohneneinsätze. Er erklärte, Russland habe die Waffenruhe gebrochen.

Foto: Präsidialamt


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