Ex-Energieminister steht wegen des Midas-Falls unter Verdacht
Dies teilte die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) auf dem Telegram-Kanal mit, berichtet Ukrinform.

„Ihm werden Geldwäsche und die Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen", heißt es in der Mitteilung.
Den Ermittlungsbehörden zufolge wurde im Februar 2021 auf der Insel Anguilla (einem selbstverwalteten Überseegebiet Großbritanniens) auf Initiative von Mitgliedern einer kriminellen Vereinigung, die im November 2025 von dem Nationalen Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) und der SAP aufgedeckt worden war, ein Fonds registriert, der rund 100 Millionen Dollar an „Investitionen” einwerben sollte.

Um seine Beteiligung auf den Marshallinseln zu verschleiern, wurden zwei Unternehmen gegründet, die in die Struktur eines in St. Kitts und Nevis registrierten Trusts integriert worden waren. Als Begünstigte der Unternehmen wurden die ehemalige Ehefrau und die vier Kinder des hochrangigen Beamten eingetragen.
Diese Unternehmen wurden zu „Investoren“ des Fonds (durch den Kauf seiner Aktien).
Die kriminelle Organisation hat über 112 Millionen Dollar in bar aus illegalen Aktivitäten im Energiesektor erhalten.
Nach Angaben der SAP wurden diese Gelder über verschiedene Finanzinstrumente, darunter Kryptowährungen und „Investitionen” in das Fonds, legalisiert.
Es steht nun fest, dass über 7,4 Millionen Dollar auf die Konten des Fonds überwiesen wurden, über die die Familie des Verdächtigen verfügte. Weitere 1,3 Millionen Schweizer Franken und 2,4 Millionen Euro wurden in bar ausgezahlt und direkt an die Familie in der Schweiz überwiesen.
Ein Teil dieser Mittel wurde für die Ausbildung von Kindern in renommierten Einrichtungen in der Schweiz ausgegeben und auf den Konten der ehemaligen Frau platziert. Der Rest wurde auf ein Depotkonto eingezahlt, von der die Familie des Beamten zusätzliches Einkommen erhielt und es auch für ihre eigenen Zwecke nutzte.
Am 10. November gab die NABU eine Sonderoperation zur Aufdeckung von Korruption im Energiesektor bekannt. Die Mitglieder der kriminellen Vereinigung entwickelten einen groß angelegten Plan, um Einfluss auf strategische Unternehmen des staatlichen Sektors, insbesondere auf den ukrainischen Energiekonzern Energoatom, zu nehmen.
Mitarbeiter des Antikorruptionsbüros führten Durchsuchungen beim Geschäftsmann und Miteigentümer des Studios „Kvartal 95“ Timur Minditsch sowie beim Justizminister Herman Haluschtschenko durch, der zuvor das Amt des Energieministers innehatte.
Im Rahmen der Ermittlungen wurden fünf der sieben Verdächtigen festgenommen. Unter den Verdächtigen sind ein Geschäftsmann, den die Ermittler als Anführer der kriminellen Vereinigung betrachten, ein ehemaliger Berater des Energieministers und Exekutivdirektor für physischen Schutz und Sicherheit des Energiekonzerns Energoatom.