Russische Geheimdienste werben ukrainische Flüchtlinge für Sabotageaktionen in Europa an
Im September dieses Jahres brach in der rumänischen Stadt Brașov ein Feuer in der Nähe des Rüstungswerks Carfil SA aus. Nach Angaben der Geheimdienste des Landes sei an der Brandstiftung ein Agentennetzwerk beteiligt gewesen, das von russischen Geheimdiensten geleitet wurde. Unter den Verdächtigen seien ein ukrainischer Staatsbürger und zwei Belarussen.
Dieser Fall sei demnach nur eines der Elemente einer großangelegten hybriden Kampagne, die Russland in den europäischen Ländern durchführe. Russische Geheimdienste nehmen dabei ukrainische Flüchtlinge, vor allem vulnerable Gruppen ins Visier, um sie als Wegwerf- Agenten einzusetzen.
Nach Angaben des Auslandsgeheimdienstes seien seit 2022 in Europa insgesamt rund 200 Sabotageakte registriert worden, die mit Russland in Verbindung gebracht würden. Die meisten davon – 21% – ereigneten sich in Polen. Bislang wurden mehr als 170 Täter identifiziert, darunter auch Ukrainer. „Alle Spuren führen nach Russland, aber Moskau bestreitet traditionell eine Beteiligung am Aufbau von Agentennetzwerken für hybride Operationen in der EU“, hieß es.
Das Ziel des Kremls sei es, die Europäer einzuschüchtern und die militärische Hilfe für die Ukraine zu schwächen. Deshalb sei Polen, über dessen Territorium Rüstungsgüter an die Ukraine geliefert werden, das Hauptziel der russischen Geheimdienste, insbesondere Eisenbahnlinien, Lager, Logistikknotenpunkte und Rüstungsungsunternehmen.
„Die Einbeziehung von Ukrainern verschafft Moskau ein ‚glaubwürdiges Alibi‘: der Täter sei nicht nur nicht mit Russland verbunden, sondern besitze sogar einen ukrainischen Pass“, hieß es weiter.
Der Auslandsgeheimdienst betont, dass er aktiv diese Bedrohung bekämpfe: er tausche ständig Informationen mit europäischen Kollegen aus, beteiligt sich an der Feststellung von Vorgehensweisen der russischen Geheimdienste und an der Aufdeckung von Rekrutierungskanälen sowie Objekten möglicher Sabotageakte.
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