Russen verbreiten Fake über gestohlenes Gemälde von Paul Cézanne im Büro ukrainischen Präsidenten

Russen verbreiten Fake über gestohlenes Gemälde von Paul Cézanne im Büro ukrainischen Präsidenten

Ukrinform Nachrichten
Russische Propaganda hat eine neue BBC-News-Meldung gefälscht.

Russische Nachrichtenseiten, Telegram-Kanäle und Bots auf X und Facebook verbreiten ein Video mit dem BBC-News-Logo. Darin wird behauptet, während einer Videoansprache des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vom 16. April 2026 sei ein Gemälde des französischen Künstlers Paul Cézanne gesehen worden, das am 30. März aus dem Museum der Magnani-Rocca-Stiftung bei Parma in Italien gestohlen worden sei. Die Nachricht wurde international vielfach geteilt. Insbesondere ein prorussischer spanischsprachiger Kanal auf X veröffentlichte einen Screenshot des Gemäldes, der über 600.000 Klicks hatte. Das Video mit dieser „Nachricht“ wurde auch in chinesischen sozialen Netzwerken geteilt.

Das ist ein Fake. Mithilfe von Grafikprogrammen haben Propagandisten die Originalsendung der BBC News vom 31. März 2026 geändert. Sie entfernten einige Details zum Raubüberfall sowie einen Ausschnitt mit dem Moderator im Studio. Außerdem entfernten sie komplett die Originaltonspur und ersetzten sie durch einen Text mit Thesen über Wolodymyr Selenskyjs angebliche Beteiligung an dem Raubüberfall.

Auch die Worte von Christopher Marinello, einem Experten für die Rückgabe gestohlener Kunstwerke, wurden aus dem Kontext gerissen.

Um die Fälschung zu erstellen, manipulierten die Russen zudem ein Video mit einer Ansprache des ukrainischen Präsidenten. Hierfür verwendeten sie ein Video vom 19. Januar 2026. Im Originalvideo hängt ein anderes Gemälde an der Wand – ein Werk des Krim-Künstlers Andrij Tschebotar.

Es sei außerdem darauf hinzuweisen, dass der ukrainische Präsident am 16. April 2026 keine Videoansprachen veröffentlichte. Auf der offiziellen Website des Staatsoberhauptes finden sich keine entsprechenden Videos mit diesem Datum.

In Italien stahlen Diebe in der Nacht vom 22. auf den 23. März Gemälde der weltberühmten Künstler Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne und Henri Matisse aus einem Museum nahe Parma im Wert von mehreren Millionen Euro.

Laut Polizeiangaben brachen vier maskierte Männer in die Galerie der Magnani-Rocca-Stiftung ein und entwendeten mehrere Gemälde. Der Einbruch dauerte etwa drei Minuten. Italienischen Medienberichten zufolge verhinderte die ausgelöste Alarmanlage weitere Diebstähle. Danach flüchteten die Täter durch den Museumsgarten.

Andrij Olenin


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