Russische Propaganda fälscht Al-Jazeera-Veröffentlichung über russische Angriffe auf die Ukraine
Russische propagandistische Telegram-Kanäle verbreiten einen Screenshot einer angeblichen Veröffentlichung des Medienkonzerns Al Jazeera. Der Artikel soll behaupten, russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur hätten die Anzahl der Anrufe sogenannter betrügerischer Callcenter um 60 Prozent reduziert.
Laut den Propagandisten hätten diese Callcenter angeblich Menschen in verschiedenen Ländern der Welt betrogen, und nach den russischen Angriffen sei die Zahl der Telefonbetrugsdelikte in Israel, Polen, Großbritannien, Ungarn und Serbien „gesunken“.

Das ist ein Fake. Russische Propagandisten haben den Screenshot gefälscht und das gefälschte Material als Al-Jazeera-Veröffentlichung ausgegeben. Dazu verwendeten sie Medienmaterial vom 11. August 2026, darunter Aufnahmen von den Folgen des Angriffs auf Saporischschja.
Der Originalbericht von Al Jazeera berichtet von mindestens zwölf Toten infolge russischer Angriffe auf die Ukraine und von Präsident Wolodymyr Selenskyjs Aussage zum Einsatz nordkoreanischer Raketen durch Russland. Die Unterzeile erwähnt zudem den Treffer auf ein Kinderkrankenhaus in Kyjiw.

Die gefälschte Veröffentlichung (links) hingegen enthält eine erfundene Schlagzeile, die behauptet, russische Angriffe auf das ukrainische Energiesystem hätten angeblich die Arbeit der meisten betrügerischen Callcenter gestört, sowie eine erfundene Unterzeile über einen Rückgang betrügerischer Anrufe um mehr als 60 Prozent.
Auf diese Weise versuchen Propagandisten, die russischen Angriffe auf die zivile und energetische Infrastruktur der Ukraine zu rechtfertigen und gleichzeitig Informationen über deren Folgen durch eine erfundene Geschichte über „betrügerische Callcenter“ zu ersetzen. Die Fälschung erzeugt zudem ein negatives Bild der Ukraine und der Ukrainer und stellt unser Land als Quelle krimineller Bedrohung für Bürger anderer Länder dar.
Früher verbreiteten Russen ein Fake, dass First Lady Olena Selenska beim Gipfeltreffen der Koalition der Willigen ein gestohlenes Schmuckstück getragen hat.
Andrij Olenin