Browning M2 und Marder sind absolute Favoriten in Luftsturmtruppen - Kommandeur eines Trainings-Bataillons

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Browning  M2 und Marder sind absolute Favoriten in Luftsturmtruppen  - Kommandeur eines Trainings-Bataillons
Oberstleutnant Oleh Mytropolitanskyj zu seiner Einheit mit einem besonderen „Vibe“ sowie Lieblingswaffen – und Technik der Luftlandetruppen      

Der 27- jährige Oleh Mytropolitanskyj mit dem Rufnamen „Skipper“ nennt sich scherzhaft „Kapitän des Meers von Winnyzja“.  In der Tat hat er sich nach dem Pinguin Skipper aus dem Trickfilm "Madagascar", welcher sich durch Führungsqualitäten auszeichnet, genannt.     

Oleh ist Kommandeur eines Trainingbataillons des 199. Ausbildungszentrums der Luftsturmtruppen der ukrainischen Streitkräfte, zu dem er nach einer Verletzung gewechselt hat.   

Er nennt sich nicht redselig, erzählt aber gerne über seine Einheit. 

“FRÜH ODER SPÄT WIRD ES WAFFEN GEBEN, DIE ELKTRONISCHE SYSTEME BEKÄMFEN KÖNNEN”

- Unser Bataillon hat einen besonderen Vibe. Zu uns kommen Menschen, die bereits eine  Basisausbildung hinter sich haben, einige - unmittelbar aus Einheiten mit Kriegserfahrung. Was mir an unserem Bataillon gefällt, ist dessen Multifunktionalität, so Mytropolitanskyj.

In der Einheit werden insbesondere Maschinengewehrschützen, Granatenschützen, Fahrer und Richtschützen ausgebildet. Vor kurzem haben wir mit der Schulungvon Soldaten für den Elektronischen Kampf zur Nahunterstützung begonnen.      

Der Ausbildungskurs dauert je nach der Fachrichtung von 14 bis 21 Tagen an.

- Trotz der Unmenge der an der Front eingesetzten FPV-Drohnen und UAVs verschiedener Typen, welche die Kriegsführung revolutioniert haben, sollte man die Rolle der Maschinengewehr – und Granatenschützen nicht unterschätzen, betont der Kommandeur. Sie bleiben ein wichtiger Bestandteil von Kampffähigkeit einer Einheit. Ich bin mir sicher, dass früh oder spät Waffen entwickelt werden, welche die elektronische Kriegsführung bekämpfen können. Dadurch, dass der Drohneneinsatz aus diesem Grund nicht mehr möglich sein wird, werden wir zur Taktik intensiver Feuergefechte zurückkehren müssen. 

In seiner Einheiten wird zudem Bedienungsperonal für schwere autonome Maschinengewehre und Granatenwerfer, Panzerabschußgeräte und Panzerabwehrlenkwaffen ausgebildet.

-  Das sind auch wichtige Waffen, besonders bei schlechten Wetterbedingungen, wenn Sichtweite von Drohnen eingeschränkt ist.  Dann rückt die feindliche Infanterie und Kriegsgerät vor. Und gerade die genannten Waffen ermöglichen es, feindliche Sturmangriffe abzuwehren. Ein automatischer Granatwerfer kann die feindliche Infanterie mit Splittermunition aus circa 2 Kilometer Entfernung treffen. Panzerabwehrsysteme haben eine Schussweite von 8-10 Kilometer. Das sind mächtige Waffen, die man nicht unterschätzen sollte. Früh oder spät werden sie sich auf dem Schlachtfeld beweisen, meint der „Skipper“.   

Sein Bataillon bildet Soldaten im Rahnen des Programms „Vertrag 18-24“ aus. Für Trainer und Ausbilder ist es leicht, mit jungen Rekruten zu arbeiten, denn sie motiviert und körperlich fit sind. Meistens werden sie zu Maschinengewehr – und Granatenschützen ausgebildet.

ÜBER GROßKALIBERMASCHINENGEWEHRE UND KAMPFFAHRZEUGE

Das Ausbildungsbataillon verfügt über zahlreiche Waffenmuster sowohl der ukrainischen als auch ausländischen Produktion. So studieren die Maschinengewehrschützen beispielsweise auf Anforderung der Brigaden einen bestimmten Waffentyp vertieft.

Oleh Mytropolitanskyj merkt an, dass die Soldaten der Luftlandetruppen Lieblingswaffentypen haben.

- Wenn es um Maschinengewehrschützen mit Großkaliber geht, stet das amerikanische Browning M2 außer Konkurrenz. Es ist eine leistungsstarke Waffe, mit der man leicht gepanzerte Fahrzeuge des Feindes und dessen Deckung bekämpfen kann. Mit der entsprechenden Software kann man damit sogar aus geschlossenen Feuerstellungen feuern. Bei den 7,62-mm-Maschinengewehren bleibt das PKM (modernisiertes Kalaschnikow-Maschinengewehr) die relevanteste und zuverlässigste Waffe“, erklärt er.

Was Kampffahrzeuge angeht, stellt der Gesprächspartner fest, dass der amerikanische Stryker-Schützenpanzer seine Effektivität auf dem Schlachtfeld gut bewiesen hat. Es ist mit einer zuverlässigen Panzerung ausgestattet, geländegängig, widerstandsfähig gegen Panzerabwehrminen und mit einem Browning M2 Maschinengewehr bewaffnet.

Das beliebteste Schützenpanzerfahrzeug der Fallschirmjäger ist der deutsche Marder, der mit einer leistungsstarken 20-mm-Maschinenkanone ausgerüstet ist.

- Nach Manövrierfähigkeit, Geländegängigkeit, Sicherung der Leben der Besatzung und der Fallschirmjäger, Feuerkraft und Waffenzuverlässigkeit stehen Stryker und Marder zwei bis drei Stufen höher als der sowjetische Schützenpanzer und BMP-2. Die Einheiten, die sie einsetzen, bewerten sie äußerst positiv. Daher bilden wir Soldaten weiter für diese Fahrzeugtypen aus, so der Kommandeur.

Die Ausbilder des Bataillons fahren auch regelmäßig in die Einsatzgebiete und bilden dort die Soldaten vor Ort aus, da die Intensität der Kampfhandlungen eine Entsendung in ein Ausbildungszentrum unmöglich macht. Gleichzeitig fördert dies den Erfahrungsaustausch.

„LUFTLANDEROMANTIK“ BRACHTE MICH IN DIE ARMEE

Oleh erzählt, dass er in der Region Winnyzja geboren wurde. Schon als Kind sei er von „Luftlanderomantik“ fasziniert gewesen – Telnjaschka, blaue Barette (seit 2017 bordeauxrote), Fallschirmspringen. Er war Kadett der Fakultät für hochmobile Luftlandetruppen an der Militärakademie Odessa, und die Wahl seiner Spezialisierung wurde von der ATO/OSS (Antiterroroperation) beeinflusst.

- Ich bewunderte die Soldaten, die kämpften, sie wurden zu moralischen Vorbildern für mich. Ich beschloss, sobald sich mir die Gelegenheit bieten wird, werde ich auch zur Verteidigung unseres Landes beitragen, sagt „Skipper“.

Nach der Akademie wurde er als Kommandeur eines Luftlandeangriffszuges der 79. selbständigen Luftlandebrigade „Tawria“ zugeteilt und 2020 nach Marjinka in der Region Donezk zur Erfüllung der Aufgaben versetzt.

- Es war gerade eine Waffenruhe, aber die Brigadeführung stellte uns darauf ein, dass wir uns ständig vorbereiten müssen. Also verschwendeten wir keine Zeit, verbesserten unsere Stellungen, und jeder von uns wusste, dass es früher oder später wenn nicht zu einem offenen Krieg dann zumindest zu einer Eskalation kommen würde. Nach der Erholung im April 2021 begaben wir uns in die Region Cherson, in das Gebiet Oleschkiwski Pisky. Da wurde deutlich, dass der Feind bereits etwas vorbereitete, denn er zog Ausrüstung zusammen und führte großangelegte Übungen durch, erinnert sich der Fallschirmjäger.

NACH VERWUNDERUNG SETZTE ICH DEN DIENST IM AUSBILDUNGSZENTRUM FORT

Zu Beginn des großangelegten Krieges war „Skipper“ in der Region Luhansk. Er berichtet, dass die aktive Eskalation dort am 17. Februar 2022 begann, als der Feind seine Ausrüstung an die Frontlinie verlegte, den Artilleriebeschuss der Stellungen der ukrainischen Streitkräfte verstärkte und über die Medien Panik verbreitete. Schon damals provoziert der Feind das ukrainische Militär, worauf dieses in voller Kampfbereitschaft nicht reagierte.

Am 24. Februar geriet Olehs Einheit unter schweren Artilleriebeschuss, kam aber ohne Verluste durch. Danach begab er sich zur Abwehr des Angriffs auf die Stadt Schtschastja, wo die Kämpfer seines Bataillons mehrere feindliche Fahrzeuge abschossen und deren Besatzungen gefangen nahmen. Nach dieser Schlacht zogen sich die Russen zurück.

In den ersten Tagen des Krieges wurde Mytropolitanskyj an der rechten Hand durch einen Schuss verletzt.

- Ich wurde von der Stellung evakuiert und in ein ziviles Krankenhaus gebracht. Von da an begann ein langer Weg der Behandlung und Rehabilitation, da mein Nerv verletzt war. Ich war bedrückt, so früh aus dem aktiven Dienst ausgeschaltet zu sein. Hinzu kam körperliche Unbequemlichkeit, da ich das Schreiben und Schießen mit der linken Hand neu erlernen musste. Die verwundete Hand heilte nicht vollständig. Ich habe wieder gelernt, sie zu nutzen, obwohl ich meine Hand manchmal nicht spüre, sagte der Soldat.

Er erzählt, dass er nach der Rehabilitation den Dienst fortsetzen wollte. Ende 2022 wurde er zum Kommandeur der Ausbildungskompanie des Bataillons der Grundmilitärausbildung im 199. Ausbildungszentrum der Luftlandetruppe versetzt.

Anschließend begab er sich in das Kampfgebiet zur Erfüllung der Kampfaufgaben. Er erinnert sich, dass es damals leider Verluste unter den Soldaten des Ausbildungszentrums gab. Nach seiner Rückkehr wurde er zum Stabschef des Ausbildungsbataillons für Berufsausbildung ernannt und ist seit letztem Jahr dessen Kommandeur.

„MÄNNER SOLLTEN EINE ENTSCHEIDUNG TREFFEN, BEVOR SIE FÜR SIE GETROFFEN WIRD“

– Ich appelliere an alle Männer: Trefft eure Entscheidung, bevor sie für euch getroffen wird“, sagt „Skipper“. – Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, sich gut ausbilden zu lassen und den militärischen Beruf zu beherrschen. 2022 gab es eine solche Möglichkeit nicht. Leider gibt es noch keine Anzeichen für ein Ende der Kampfhandlungen. Wir wissen nicht, wie lange dieser Krieg noch dauern wird. Vielleicht wird es überhaupt eine ähnliche Situation wie mit Israel oder ein Format periodischer Eskalationen, wie zwischen Nord- und Südkorea. Wir müssen vorbereitet sein.

Er ist ein leidenschaftlicher Historiker und betont, dass die Ukrainer nach dem Verlust ihrer Staatlichkeit in den Befreiungskämpfen von 1917–1921 70 Jahre Gefangenschaft, Unterdrückung, den Holodomor und Konzentrationslager erleben mussten.

– Jetzt stehen wir an einem Wendepunkt im nationalen Kampf, in dem wir uns zusammenraufen und für unser Land kämpfen müssen. Die Unabhängigkeit kam uns 1991 so leicht zuteil, und nun zahlen wir den Preis dafür. Man sollte nicht warten und sich rechtfertigen, wenn der Feind in der nächsten Straße steht, werde ich die Waffe in die Hände nehmen. Nein, das wirst du nicht. Ich habe gesehen, dass Zivilisten entweder flohen oder durch ständiges Artilleriefeuer umkamen, wenn der Feind auf den Straßen der Städte und Dörfer war“, betont der Kommandeur.

Iryna Tschyryzja, Schytomyr

Foto des 199. Ausbildungszentrums der Luftlandetruppen der Streitkräfte der Ukraine


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