Sanktionsbeauftragter: Russland verschifft gestohlenes ukrainisches Getreide nach Ägypten
„Russland fährt fort, gestohlenes ukrainisches Getreide aus den besetzten Gebieten über kriminelle Machenschaften mit Dokumenten zu exportieren. Ende April haben wir mehrere Lieferungen nach Ägypten festgestellt, bei denen die Besatzer ein und dasselbe Schema nutzten“, so Wlasenko.
Schiffe würden demnach in den geschlossenen Häfen von Mariupol und Sewastopol mit Getreide beladen. Ursprünglich werde in Frachtbriefen, zum Beispiel, der russische Hafen Temrjuk als Zielhafen angegeben. Nach dem Auslaufen erscheinen in Frachtbriefen „auf eine magische Weise“ ägyptische Häfen El Dekheila oder Alexandria als Zielhäfen.
Die Fälschung von Dokumenten ändere aber die Realität nicht: „das ist gestohlenes Getreide aus den besetzten Gebieten der Ukraine“, betonte Wlasjuk.
„Der ägyptischen Seite soll es bewusst werden, dass wenn die solches Getreide kauft, wird sie Teil der logistischen Kette eines Kriegsverbrechens Russlands“, so der Sanktionsbeauftragte.
Alle Informationen zu diesen Lieferungen, Schiffen und deren Eigentümern sowie Kapitänen seien demnach an die internationalen Partner übermittelt worden, damit entsprechende Schritte unternommen und Sanktionen gegen die russische Schattenflotte verschärft werden.
Laut Berichten des ukrainischen Außenministeriums sind seit April vier russische Schiffe mit solchem Getreide in ägyptischen Häfen eingetroffen.
Präsident Agyptens Abdel Fattah al-Sisi hat Anfang April in einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zugesichert, dass Ägypten kein Getreide aus den besetzten Gebieten kaufen würde. Vielmehr sei das Land daran interessiert, seine regulären Importe aus der Ukraine zu verstärken, schrieb Selenskyj am 3. April auf X.