Militärexperte: Sprengstof an einer Gaspipeline  in Serbien könne eine  'russische Provokation“ sein

Militärexperte: Sprengstof an einer Gaspipeline in Serbien könne eine 'russische Provokation“ sein

Ukrinform Nachrichten
Die Sprengstoffmenge, die letzte Woche in Serbien entdeckt wurde, hätte nicht ausgereicht, um die Balkan-Stream-Gaspipeline außer Betrieb zu setzen, und der Vorfall selbst sei wahrscheinlich eine Provokation des russischen Militärgeheimdienstes, die darauf abzielte, die bevorstehenden Wahlen in Ungarn zu beeinflussen, sagte der Generalmajor und Gründer des Unternehmens „Andromeda“, Mykola Sentsew gegenüber  The Guardian.

Berechnungen seiner Firma zeigten, dass die 4 Kilo Sprengstoff, die vom serbischen Sicherheitsdienst in Kanjiža gefunden wurden, die Pipeline kaum stark hätten beschädigen könnten. Die hätten nur einen relativ kleineren Schaden verursacht, der innerhalb von wenigen Tagen behoben werden könnte.   

 "Dies entspricht nicht dem Ziel eines klassischen Sabotageakts, der darauf abzielt, die Infrastruktur für Wochen oder Monate lahmzulegen", so Sentsew. Der Vorfall habe eher Anzeichen einer Provokation, meint er.  Es könne eine Operation des russischen Militärgeheimdienstes GRU unter falscher Flagge sein.

Am meisten würden vor dem Vorfall die derzeitige Regierung Ungarns profitieren, die mit zusätzlichen Wählerstimmen rechnete, sowie Russland, das  die Ukraine in den Augen der zivilisierten Welt diskreditieren wolle, so der Experte.

In Serbien sind nach Angaben von Präsident Aleksandar Vucic am 5. April an einer Gaspipeline nach Ungarn „Sprengstoff in verheerender Kraft“ sowie die dazugehörigen Zündschnüre gefunden worden. Die Pipeline transportiert russisches Erdgas von der Türkei über Bulgarien, Serbien und Ungarn.

Der Oppositionsführer und Spitzenkandidat der Partei Tisza, Peter Magyar, warf Orban vor, den Vorfall für Wahlkampfpropaganda nutzen zu wollen.  Dies käme einem Eingeständnis dafür gleich, dass dies eine Aktion "unter falscher Flagge" sei.  

Nachdem Serbien den Fund von Sprengstoff an einer Gas-Pipeline nach Ungarn gemeldet hat, richtete der ungarische Regierungschef Viktor Orban den Verdacht auf die Ukraine.

Die Ukraine wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Pipeline sei wegen der Auswirkungen russischer Luftangriffe derzeit nicht nutzbar. 

Der Direktor des serbischen Militärgeheimdienstes, Djuro Jovanic, erklärte, „die Ukraine stehe nicht hinter dem-Vorfall  an der Gas- Pipeline Balkan Stream

Nach Angaben von Jovanic deuten Hinweise darauf hin, dass der gefundene Sprengstoff in den USA hergestellt wurde. Die Ermittler fahnden demnach nach einem militärisch ausgebildeten Verdächtigen, der einer Migrantengruppe angehören soll. Diese Person habe den Anschlag auf die Pipeline geplant, so der Geheimdienstchef gegenüber serbischen Medien.


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