Russischer Angriff auf Kyjiw am 14. Mai: alle Marschflugkörper vom Typ Ch -101 enthalten westliche Bauteile

Alle Marschflugkörper, mit denen Russland die ukrainische Hauptstadt Kyjiw in der Nacht zum 14. Mai angegriffen hat, wurden im zweiten Quartal 2026 hergestellt und enthalten Bauteile aus dem Westen, sagte der ukrainische Sanktionsbeauftragte Wladyslaw Wlasjuk bei einem Online - Treffen mit Journalisten.

 „Der eine traf einen Wohnblock in Kyjiw am linken Dnipro- Ufer, wo 25 Menschen starben, ein anderer- eine Tankstelle in der Nähe des Darnytskyj Ausbesserungswerks, und ein weiterer schlug in Bila Zerkwa ein - der muss sein Ziel verfehlt haben. All diese Marschflugkörper stammen aus einer Patrtie, hergestellt ungefähr im zweiten Quartal 2026“, so Wlasjuk.

Erstens weise dies seinen Worten zufolge auf die Taktik der Russen hin, wenn angekündigte „Waffenruhen“ dazu genutzt werden, um Rakefür neue massive Angriffe auf die Ukraine zu horten.

 Zweitens, würden die Marschflugkörper eine beträchtliche Zahl von westlichen Komponenten enthalten. Einige seien Ende 2025, einige - bereits 2026 hergestellt worden. „Das heißt, dass alle Bemühungen zur Eindämmung von Lieferkosten unzureichend sind“, betonte Wlasjuk.    

Entsprechende Angaben seien (erneut) an die internationalen Partner übermittelt worden. Prioritär seien laut dem Sanktionsbeauftragten Maßnahmen, die eine Umgehung der Sanktionen durch Russland unmöglich machen sollten. Dabei gebe es seinen Worten nach auch positive Änderungen.

„Im vergangenen Jahr wurden in den USA mehr als zehn Fälle festgestellt, wo es gelungen war, Lieferketten nach Russland aufzudecken und einzudämmen“, so Wlasjuk.

Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes SBU könne ein Marschflugkörper vom Typ Ch - 101 bis 250 ausländische Bauteile enthalten, und bei Drohnen könne die Zahl westlicher Komponente bei 400 liegen. Die meisten Bauteile würden aus den USA, Deutschland, Japan und der Schweiz stammen. Mehr als 60% aller kritisch wichtiger Komponente beziehe Russland von den amerikanischen  Firmen Texas Instruments, Analog Devices, Intel, der schweizerischen Firma STMicroelectronics und einer Reihe japanischer Unternehmen.