Ukraine gedenkt Helden der Schlacht von Kruty

Ukraine gedenkt Helden der Schlacht von Kruty

Ukrinform Nachrichten
Die Schlacht bei Kruty ist eine der tragischsten und gleichzeitig der legendärsten Seiten im ukrainischen Freiheitskampf 1917-1921.

Dank des Sieges und des Mutes der ukrainischen Krieger wurde die bolschewistische Offensive gegen Kyjiw für vier Tage gestoppt, was den Frieden von Brest zwischen der Ukrainischen Volksrepublik und den Mittelmächten ermöglichte. Die Ukraine wurde anhand dieses Dokumentes als ein selbständiger Staat anerkannt - mit westlicher Grenze, die bis 1914 zwischen Österreich-Ungarn und Russland bestand. Holmschtschyna und Podlašje wurden in die Ukraine zurückgezogen. Gleichzeitig sah der Vertrag die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen einigen Ländern vor, Rückkehr der Kriegsgefangenen, Austausch von zivilen Internierten, Verzicht auf Annexionen und Kontribution, sofortige Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Kontakte und des gegenseitigen Warenaustauschs.

Ende Dezember 2017 begann die Regierung des sowjetischen Russlands die Ukrainische Volksrepublik offen und aggressiv anzugreifen. Die Bolschewiki ärgerten sich außerordentlich über die Verkündigung der Unabhängigkeit der Ukraine. Zuerst hat Moskau eine "Ukrainische rote Regierung" mit der Hauptstadt in Charkiw ins Leben gerufen, die dem unabhängigen Teil des Staates den Krieg tatsächlich erklärt hatte. Und danach wurden die Truppen endsendet - baltische Matrosen, Rotarmisten- Messerhelden aus Moskau, Petrograd, Pskow, Smolensk und anderen Städten. Dargestellt wurde das als ein "Bürgerkrieg".

Die Schlacht von Kruty fand am 29. Januar 1918 an der Eisenbahnstation von Kruty, einer Ortschaft zwischen der Kleinstadt Nishyn und Bachmatsch in der Region Tschernihiw, 130 km nordöstlich von Kyjiw während des Vormarsches der Truppen des bolschewistischen Russlands auf Kyjiw unter Kommando von Oberst Murawjow statt. Die Kräfte waren äußerst ungleich. Auf der ukrainischen Seite kämpften etwa 300 Menschen – meist Studenten und Gymnasiasten aus Kyjiw unter Kommando von Hauptmann (Sotnyk – Red.) Omeltschenko. Die bolschewistischen Truppen zählten über 4.000 erfahrene Soldaten.

Im fünfstündigen Kampf hat die Hälfte der jungen Ukrainer ihr Leben verloren, die jüngsten waren nur 16.

Bis heute sind die Namen von 20 Helden bekannt. Dies sind die Studenten der Volksuniversität - Olexander Scherstjuk, Issydor Puryk, Borosenko-Konontschuk, Holowaschtschuk, Tschishow, Siryk, Omeltschenko (Sotnyk); Studenten der St. Wolodymyr-Universität Kyjiw Olexander Popowytsch, Wolodymyr Schulhyn, Mykola Lysohub, Boshko-Boshynskyj, Dmytrenko, Andriiw, Gymnasten des 2. Kyrylo-Methodiiwska-Gymnasiums Andrij Sokolowskyj, Jewhen Ternawskyj, Wolodymyr Hnatkiewytsch, Hryhir Pipskyj, Iwan Sorokewytsch, Pawlo Koltschenko (Fähnrich), Mykola Hankewytsch.

Insgesamt starben in der Schlacht bei Kruty , nach verschiedenen Schätzungen von der ukrainischer Seite 70 bis 100 Menschen. Die Verluste der bolschewistischen Truppen erreichten 300.

Bolschewiki erlaubten den örtlichen Bauern nicht, die Leichen der Toten zu begraben. Erst nach der Befreiung Kyjiws von den Roten fand auf Anordnung der ukrainischen Regierung am 19. März 1918 die feierliche Beerdigung der Gefallenen bei Kruty am Askold Grab statt.

In der sowjetischen Ukraine wurden die Gräber der Helden von Kruty zerstört und die Schlacht bei Kruty war ein Tabu-Thema. Die Erinnerung an die Heldentat der 300 Kyjier Studenten und Gymnasiasten wurde entweder verschwiegen, oder erdichtet  – sowohl in der ausländischen, als auch einheimischen Historiographie. 

Nach der Erlangung der Unabhängigkeit der Ukraine nahm die Heldentat der Kruty-Schlacht in der nationalen Ruhmeshalle einen würdigen Platz ein. Sie ist zum Symbol des Patriotismus und der Opferbereitschaft im Kampf für die staatliche Unabhängigkeit geworden. 

Seit dem Jahr 2003 wird dieser Tag auf staatlicher Ebene gefeiert. Die jährliche Gedächtnisfeier zu Ehren der Helden von Kruty ist in der Verordnung der Werchowna Rada der Ukraine vom 16. Mai 2013 "Über die Würdigung der Ruhmestat der Helden der Kruty-Schlacht" verankert worden.  

Im Jahr 2006 wurde in der Bahnstation Kruty eine Gedenkstätte  "Zum Andenken an die Helden von Kruty" eröffnet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ehrte das Andenken der Helden von Kruty und legte Blumen am Gedenkkreuz in Kyjiw nieder.

nj


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