35 Jahre nach Atomkatastrophe von Tschornobyl

35 Jahre nach Atomkatastrophe von Tschornobyl

Ukrinform Nachrichten
Am Montag, den 26. April jährt sich die Katastrophe im Atomkraftwerk von Tschernobyl zum 35. Mal.

Am 8. Dezember 2016 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, die den 26. April zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Katastrophe von Tschornobyl erklärte.

Der Vorsitzende der Werchowna Rada (Parlament – Red.), Dmytro Rasumkow, betonte in seiner Botschaft anlässlich des 35. Jahrestages der Katastrophe von Tschornobyl, die aus der Webseite der Werchowna Rada veröffentlicht wurde, dass sich Ukrainer immer an die Opfer der Katastrophe im Atomkraftwerk Tschornobyl erinnern sollen. Sie müssen alles Mögliche tun, dass sich so etwas nie wiederholen würde.   

„Heute wird 35 Jahre nach den tragischen Ereignissen im Atomkraftwerk Tschornobyl. Ein Unfall, der zu einer der größten technischen und ökologischen Katastrophen in der Geschichte der Menschheit führte. Dieser Tag hat das Leben vieler Menschen in das Leben „davor“ und „danach“ geteilt, tiefe Spuren im Gedächtnis hinterlassen zu haben“, sagte der Rada-Chef.

Er machte ferner deutlich, dass die Tschornobyl-Katastrophe mehrere Generationen betroffen und irreparablen Schaden angerichtet habe. Sie habe die Umgebungsbelastung verursacht, für viele Jahre das Gebiet um das Atomkraftwerk in eine Entfremdungszone verwandelt zu haben. Tausende verloren ihr Zuhause. Die Hauptsache ist aber, dass wegen der Tragödie unschuldige Menschen getötet und unschuldige Menschenleben zerstört wurden.

 „Zugleich hat die Katastrophe von Tschernobyl auch gezeigt, wie groß die Selbstaufopferung sein kann", heißt es.

Der Vorsitzende der Werchowna Rada der Ukraine, Dmytro Rasumtow, der Rada-Vizechef, Ruslan Stefantschuk, und die stellvertretende Rada-Vorsitzende, Olena Kondratjuk, nahmen an der Blumenniederlegung an den Tschornobyl Gedenkstätten „Für Krieger von Tschornobyl“ und  „Für Helden von Tschornobyl“ anlässlich des 35. Jahrestages der Katastrophe im Atomkraftwerk Tschornobyl, berichtet ein Korrespondent von Ukrinform.

"Heute ist ein weiterer Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl. 35 Jahre... Aber diese Tragödie geht auch heute noch weiter. Sie hat 35 Jahre lang viele Menschenleben gefordert - und heute immer noch. Der menschliche Faktor hat bei dieser Tragödie eine große Rolle gespielt, wir müssen also daran denken, dass das "friedliche Atom" von uns abhängt. Jeder sollte daran denken, dass von jedem seiner Schritte und jeder seiner Handlungen nicht nur sein Leben, sondern auch das Leben der Menschen in der Nähe, das Leben des Landes abhängen kann",  betonte Rasumkow.

Er machte auch deutlich, dass die Werchowna Rada gesetzgeberische Initiativen bezüglich der Verbesserung sozialer Unterstützung für Betroffene wegen der Tschornobyl-Katastrophe prüfen wolle. Aus technischen Gründen könnten die Auszahlungen für Liquidatoren (von Tschornobyl – Red.) verzögert werden, fügte er hunzu.  

Würden an die Werchowna Rada dem Rada-Chef zufolge offizielle Anfragen bezüglich systematischer Verzögerung der Auszahlungen bzw. deren Fehlens gerichtet, werde diese Frage mit dem Kabinett diskutiert werden. Die Werchowna Rada habe keine Beschlüsse über die Abschaffung oder „Einfrieren“ von Auszahlungen getroffen, betonte Rasumkow.  

Der Chef des Katastrophenschutzes, Mykola Tschetschotkin, betonte in seiner Ansprache an Liquidatoren von Tschornobyl anlässlich des 35. Jahrestages der Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl, dass der 26. April für immer Gedenk- und Trauertag bleibe, teilt der Pressedienst des Katastrophenschutzes mit.

"Es jährt sich zum 35. Mal der schreckliche Unfall in Tschornobyl, der Millionen von Menschen Schmerz und Leid zugefügt hat, weitreichende ökologische  Folgen nicht nur für die Ukraine, sondern auch für die ganze Welt hatte. Der 26. April bleibt für immer Gedenk- und Trauertag. An diesem Tag verneigen wir uns vor den Heldentaten der Feuerwehr, Soldaten des Zivilschutzes und aller derjenigen, die sich für die Menschheit eingesetzt haben“, heißt es.

Tschetschotkin betonte, dass sie im Bewusstsein der tödlichen Gefahr, unter Einsatz aller Kräfte, Gesundheit und des Wertvollsten, ihres Lebens die heutige Generation vor dem katastrophalen Einfluss der Strahlung verteidigten, indem sie der Welt maßlosen Mut und Selbstaufopferung  demonstrierten.

"Wir drücken unseren tiefen Respekt und unsere Dankbarkeit aus, liebe Liquidatoren, für ihren treuen Dienst, für Ihr echtes Heldentum in Friedenszeiten. Wir sind stolz darauf, dass wir  mutige Menschen persönlich kennen, die ihre Pflichten bei der Katastrophe würdig erfüllt haben", so Tschetschotkin.

Am 26. April 1986 um 1.23 Uhr war es im ukrainischen Atomkraftwerk Tschornobyl zu einer verheerenden Nuklearkatastrophe gekommen. Zerstört wurden Teile des Reaktors und des Reaktorgebäudes.

Nach der Explosion kam es zu einem Brand. Ein Feuer brach auch auf dem Dach des dritten Reaktors aus. Eine Feuerwehr kam unverzüglich. Erst um 5 Uhr morgens war der Brand gelöscht. Der Brand im Reaktor wurde allerdings erst am 10. Mai unter Kontrolle gebracht, als der größte Teil des Graphits verbrannte.

Nach der Explosion und dem Brand entstand eine radioaktive Wolke. Die Strahlungswolke bedeckte nicht nur die Gebiete der Ukraine, Weißrusslands und Russlands, sondern auch die vieler europäischen Länder: Schwedens, Österreichs, Norwegens, Deutschlands, Finnlands, Griechenlands, Rumäniens, Sloweniens, Litauens, Lettlands. Diese Havarie wurde auf der INES-Skala (Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse) mit dem Höchstwert 7 (katastrophaler Unfall) eingestuft wurde.

Zuerst haben Moskau und die Führung der USSR (Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik- Red.) die Explosion im Kernkraftwerk und die Folgen der Umweltkatastrophe verschwiegen. Schweden teilte als erstes über die erhöhte Radioaktivität mit. Erst am 28. April wurde in der UdSSR die erste offizielle Mitteilung veröffentlicht.

In den ersten Tagen nach der Katastrophe wurden die Einwohner aus einem Umkreis von 10 km um den Reaktor evakuiert. Späterhin wurde das Evakuierungsgebiet auf 30 Kilometer ausgeweitet. Insgesamt wurden in der Ukraine 2.293 Ortschaften radioaktiv verseucht. Ende der 80-er Jahre des vorigen Jahrhunderts lebten dort 2,6 Millionen Menschen. Mehr als 5 Millionen Hektar Land können aufgrund der Strahlenbelastung nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden.

Um die Verbreitung der Radioaktivität zu einzustellen, wurde Ende 1986 über dem havarierten Reaktor ein Sarkophag gebaut. Laut Angaben der Experten liegen 95 % der Brennstäbe begraben unter dem Sarkophag. Aus Sicherheitsgründen wurde das Atomkraftwerk Tschornobyl am 15. Dezember 2000 endgültig außer Betrieb genommen. Die 1986 gebaute Schutzummantelung verfiel inzwischen allmählich.

Die Ukraine hat sich an die internationale Gemeinschaft gewendet, eine Ausschreibung der Projekte für eine neue Schutzhülle durchzuführen. Im Jahr 2004 fand ein Tender für die Projektierung und den Bau einer neuer Schutzhülle statt. Die Bauarbeiten begannen 2012. Am 29. November 2016 wurde eine Arka über die alte Ummantelung geschoben. Am 10. Juli 2019 erfolgte die offizielle Inbetriebnahme der neuen sicheren Schutzhülle. Im Folgenden werden instabile Konstruktionen des Objektes Schutzhülle demontiert.

nj


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