UIA-Flugzeugabschuss: Iran spielt bewusst auf Zeit – Jenin

UIA-Flugzeugabschuss: Iran spielt bewusst auf Zeit – Jenin

Ukrinform Nachrichten
Die iranische Seite bei Gesprächen im Fall über den Abschuss des UIA-Flugzeugs in der Nähe von Teheran zögere bewusst mit der Zeit, damit das öffentliche Interesse an der Tragödie sinke und so sich die Verantwortung dafür verringere, erklärte der stellvertretende Außenminister der Ukraine, Jewhen Jenin, in einem Interview mit Radio Liberty (radiosvoboda.org).

Er merkte an, dass die Ukraine den Dialog mit der iranischen Seite aktiv fortsetze, damit sie die Verpflichtungen erfülle, die sie uns in der letzten Gesprächsrunde gegeben haben, und „irgendwie bewegt sich das, aber zu langsam“.

„Ich sage offen, das sind äußerst schwierige Verhandlungen… Und ich kann diese Taktik der iranischen Seite absolut verstehen. Ihr direkter Wunsch ist die Verringerung des öffentlichen Interesses an der Tragödie. Die Verringerung der Resonanz kann ihrer Meinung nach den Grad der Verantwortung der iranischen Seite dafür sowie die Höhe der Entschädigung beeinflussen“, sagte Jenin.

In diesem Kontext stellte er fest, dass er damit nicht drohen möchte, dass die Ukraine in naher Zukunft vor ein internationales Gericht gehen würde, „aber es besteht eine solche Option“.

Gleichzeitig erinnerte der stellvertretende Außenminister daran, dass die Ukraine eine umfangreiche Erfahrungen in Verhandlungen mit der Russischen Föderation hat, als der nicht konstruktive Charakter des Verhaltens russischer Partner dazu führte, dass die relevanten Fälle ziemlich schnell entweder von dem Internationalen Gerichtshof oder dem Internationalen Schiedsgericht behandelt wurden.

Am Mittwoch, dem 8. Januar 2020, ungefähr um 6:00 Uhr Teheraner Zeit (um 4:30 Uhr Kyjiwer Zeit) war das Flugzeug Boeing-737 der „Ukraine International Airlines“, das den Flug PS752 von Teheran nach Kyjiw ausführte, nach dem Start vom Teheraner Flughafen abgestürzt.

An Bord des Flugzeuges befanden sich 176 Personen: 167 Passagiere und 9 Besatzungsmitglieder. Alle sind umgekommen. Unter ihnen waren 11 Ukrainer - zwei Passagiere und neun Besatzungsmitglieder, 82 Iraner, 63 Kanadier, 10 Schweden, 4 Afghanen, 3 Deutsche und 3 Engländer.

Es wurde behauptet, der Absturz sei auf ein technisches Problem im Flugzeug zurückzuführen. Der Iran hat jedoch erklärt, dass er das ukrainische Passagierflugzeug versehentlich abgeschossen habe. Das Flugzeug startete angeblich vom Flughafen und näherte sich der Geheimmilitärbasis IRGC, und wurde für ein feindliches Objekt gehalten.

Der iranische Präsident Hassan Rohani hat sich für den Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs vom iranischen Militär entschuldigt und den Familien der Toten sein Beileid ausgesprochen. Er nannte den Flugzeugabschuss einen katastrophalen Fehler.

Anfang April hatte der iranische Deputierte Hassan Norouzi gesagt, der Abschuss des UIA-Flugzeuges sei „richtig“ gewesen und keiner der Beteiligten sei festgenommen worden.

Gleichzeitig haben iranische Beamte die Aussage dieses Abgeordneten dementiert und ein Strafverfahren gegen ihn wegen „Verbreitung falscher Informationen“ und „Anstiftung des öffentlichen Bewusstseins“ eingeleitet.

Das internationale Team zur Koordinierung der Hilfe für Opfer des abgeschossenen UIA-Flugzeugs bestand auf der Übergabe der Flugschreiber an Frankreich, das über die notwendigen technischen Fähigkeiten verfügt, um sie zu entschlüsseln.

Ein iranischer Beamter in der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation erklärte sich noch im März bereit, die Flugschreiber zur Analyse an Frankreich oder die Ukraine zu übergeben, dies wurde jedoch nicht getan.

Bisher wurden im Iran sechs Personen im Zusammenhang mit dem Fall des abgeschossenen UIA-Flugzeugs festgenommen.

Der ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj hatte am 21. Juni erklärt, dass die Ukraine gezwungen sein würde, vor internationalen Gerichten Klage gegen den Iran zu erheben, wenn die Behörden des Landes ihren Verpflichtungen in Bezug auf das in der Nähe von Teheran abgeschossene UIA-Flugzeug nicht nachkommen würden.

Am 18. Juli schickte der Iran die Flugschreiber des abgeschossenen ukrainischen UIA-Passagierflugzeugs nach Paris.

Die Verhandlungen über die Entschädigung für den Abschuss des UIA-Flugzeugs durch den Iran fanden am 30. Juli in Kyjiw unter Beteiligung der iranischen Delegation statt.

Die zweite Gesprächsrunde mit der iranischen Seite fand vom 19. bis 20. Oktober statt.

yv


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