MH17: neues propagandistisches

MH17: neues propagandistisches "Kino" der Russen

Ukrinform Nachrichten
Wie Malaysias Militärs heimlich "DNR" besuchten und Black Boxes ausfuhren

Am Mittwochabend, den 23. Oktober wird in den Niederlanden einen weiteren Propagandafilm der Russen über die Tragödie MH17 laufen. Die Erstaufführung des neuen "Films" unter dem Titel "Ruf nach Gerechtigkeit "findet in Den Haag statt. Die 28 Minuten lange Kreatur ist auch im Internet verfügbar.

Hauptrollen haben: "Chmyryj", d.h. Serhij Dubinskyj, den das internationale Ermittlungsteam (Joint Investigation Team JIT) für die Untersuchung der Katastrophe MH17 am 19. Juni 2019 offiziell als einen der vier am Absturz der MH17 Beteiligten genannt hat;  Premierminister von Malaysia, Mahathir bin Mohamad, der offizielle Ermittlungsergebnisse nicht anerkennt und an Beteiligung Russlands an der Tragödie nicht glaubt; der malaysische Oberst Mohamed Sakri, der erzählt, wie er heimlich Black Boxes aus der DNR (sogenannte "Volksrepublik Donezk"- Red.) ausfuhr, damit die Ukraine und die USA sie nicht erhalten können haben.  

Die Maßnahme veranstaltet „International platform "Global Rights of Peaceful People“. Eine ähnliche Aktion fand am 17. August 2019 in Kuala Lumpur bei der Konferenz “MH17: The quest for Justice” statt, wobei nächste "alternative Versionen" zur Ermittlung des Absturzes der Boeing 777 (Flug MH17).

ALLO! ALLO! MIT "CHMYRYJ" IN VERBINDUNG

Die Autoren des Films, die russische Journalistin Jana Erlaschowa und der niederländische Blogger Max van der Werff positionieren sich als unabhängige Investigativjournalisten. Das Geld für ihren 28 Minuten langen "Film" sammelten sie über Kickstarter (Finanzierungsplattform für kreative Projekte nach Crowdfunding-Schema), aber zum Zeitpunkt des Spendenaufkommens arbeitete Jana Erlaschowa noch für den Sender RT (Russia Today). Dort drehte sie übrigens zwei Dokumentarfilme, dass das Flugzeug durch den Angriff des ukrainischen Kampfjets Su-25 abgestürzt sei. Sie versuchte das Unmögliche zu beweisen - als hätte es Su-25, tatsächlich der fliegende Panzer, durch ein Wunder geschafft, МН17 abzuschießen. Die Hauptaufgabe beider Filme ist es auf jede Weise, selbst auf fantastische die Ergebnisse der offiziellen Untersuchung des internationalen Ermittlungsteams (JIT) in Frage zu stellen.

Max van der Werff und Jana Erlaschowa
Max van der Werff und Jana Erlaschowa

Max van der Werff erkennt nicht an, dass die russische Buk einen МН17 überfahren hat. Er gab mehrmals Interviews für separatistische Medien und erzählte über seine Versionen der Tragödie, indem er sich als unabhängiger Forscher positioniert hat.

Dieses Paar hat es leicht geschafft, den Ort der Tragödie wiederholt zu besuchen, die sich am 17. Juli 2014 ereignete und 298 Menschen tötete. Die Kämpfer nehmen gerne Kontakt mit ihnen auf. Schon im dritten Film telefoniert Erlaschowa ebenso einfach mit dem Russen Serghij Dubinskyj alias "Chmuryj", einem der Verdächtigen an der Tragödie der МН17. 2014 war er einem anderen an der Abfuhr МН17 beteiligten, Ihor Girkin (Strelkow), unterstellt, der sich selbst als "Verteidigungsminister der "DNR" bezeichnete. Dubinskyj leitete den militärischen Geheimdienst der sogenannten DNR. Er gilt als einen Beteiligten an der Buk-Beförderung. Eines der mitgehörten Gespräche der beiden Verdächtigen bezüglich des abgestürzten Flugzeuges wurde von der SBU (Sicherheitsdienst der Ukraine - Red.) veröffentlicht. Erlaschowa rief Dubinskyj einfach an, um ihn über die Aufnahme 2014 zu befragen. Und er, in der internationalen Fahndungsliste gestanden zu haben, nahm ab und stimmte dem Gespräch mit ihr zu:

Erlaschowa:

Die Aufnahmen, die der SBU veröffentlicht hat, behaupten, es sei am 17. Juli gewesen, die Gespräche. Stimmt das ?

Dubinskyj:

 Nun, zumindest das Gespräch mit dem Bootsmann, das meine ich, dass wir die Su-25 abgeschossen haben, ich bin in Stepaniwka, - dieses Gespräch fand früher, am 16. statt und am 17. am Morgen war ich schon in Donezk.

Erlaschowa:

Und wie kann das überprüft werden?

Dubinskyj:

Nun ja, natürlich kann das der große ukrainische SBU prüfen, der über call billing meines Handys verfügt.

Erlaschowa:

Das Gespräch also, das sie veröffentlicht haben, das ist Ihre Stimme. Verstehe ich richtig?   

Dubinskyj:

Ja, das ist meine Stimme.

Erlaschowa:

Das ist Ihre Stimme. Aber das Gespräch hat nicht an diesem Datum stattgefunden. Was noch?

Dubinskyj:

Sie haben alles umgestaltet.

Die Dreharbeiten finden in Malaysia statt. Nach dem Gesprächs mit "Chmuryj" ist Erlaschowa auf dem Weg zu Malaysia-Experten, die die von der SBU veröffentlichten Aufnahmen natürlich geschnitten nennen.

"Ich sehe den Unterschied in der Lärmstufe und man sieht, dass die Aufnahme insgesamt bearbeitet wurde", sagt der Malaysia-Experte Akash Rosen von OG Forensic IT Service.

Zum Ausgleich gibt es eine Meinung eines weiteren Experten, schon aus Deutschland.

"Ich habe neun Manipulationen gefunden. Hier gibt es viel Abfassung", sagt Norman Ritter.

Während eines Gesprächs mit Erlaschowa versichert "Chmuryj" auch, nicht an der Tragödie beteiligt gewesen zu sein. Über den Abschuss des Flugzeugs habe er vom sogenannten "Premierminister" der sogenannten DNR erfahren. Er sagt auch, dass man ihm vom Ort der Tragödie zwei Black Boxes gebracht habe, die er unbeschädigt an Borodai übergeben hätte.

JAGD NACH BLACK BOXES

Malaysia hat seine Vertreter heimlich in die sogenannte DNR geschickt, um Black Boxes zu bekommen. Die Malaysier hat man willkommen geheißen. Und am 22. Juli 2014 übergab der sogenannte "Premierminister" der sogenannten "DNR" Olexander Borodai im Visier der Kameras in Donezk Black Boxes des Malaysia-Boeings an den Fachvertreter von Malaysia, den Oberst Mohamad Sakri, der im "Kino" auch über diesen Tag mitteilte.

"Es war ein Segen von Borodai für Malaysia. Sie haben keine Bedingungen gestellt, lediglich die Möglichkeit gegeben, Black Boxes abzuholen", sagt Sakri.

Er erzählte auch, dass die spezielle OSZE-Monitoring-Mission gebeten habe, ihr die Flugschreiber zu übergeben. Auch die FBI-Leute möchten Sakri zufolge Black Boxes erhalten. Sie hätten sich an ihn in Charkiw mit dieser Bitte gewendet.

In dem Film prahlt Sakri, wie es ihm mit dem Team von 11 Mann gelungen sei, eine geheime Operation durchzuführen und als Erste die Flugschreiber zu bekommen.

Aber sie hatten kein Recht, ohne Erlaubnis der Ukraine dies zu tun, weil es tatsächlich ein direkter Verstoß gegen die ukrainische Souveränität und das Völkerrecht war.

Das Ort der Tragödie besuchte er auf direkte Weisung des damaligen Ministerpräsidenten Najib Razak, der im vergangenen Jahr wegen Korruption in Malaysia verhaftet worden war. Es geht um das Verschwinden von Milliarden Dollar aus einem Staatsfonds, Geldwäsche und den Missbrauch des Amtes.

ROLLE VON MALAYSIA BEI ERMITTLUNG

Zur Internationalen Ermittlungsgruppe gehören fünf Länder an: die Ukraine, die Niederlande, Australien, Belgien und Malaysia. Nach der Veröffentlichung der Namen der vier am Abschuss der Boeing Beteiligten schockierte die Aussagen des Ministerpräsidenten von Malaysia Mahathir Mohamad, er zweifle an der Objektivität der von den Niederlanden geführten Ermittlung der Tragödie und halte es nicht für überzeugend, dass Russland für die Katastrophe verantwortlich sein müsse.

Das Gleiche sagt er natürlich auch im Film bei einem Treffen mit der russischen Journalistin Jana Erlaschowa.

"Sie haben im Voraus entschieden, dass die Schuld Russland trage. Wir können diese Haltung nicht akzeptieren", sagt der Ministerpräsident von Malaysia.

In den Niederlanden versuchte Max van der Werff, ein Interview mit dem Vorsitzenden dem Internationalen Ermittlungsteam, Fred Westerbeck, zu vereinbaren, erhielt jedoch eine Absage.

Erlaschowa betont, dass Malaysia nicht sofort ein Teil der Vereinigten Ermittlungsgruppe geworden sei.

Der Ministerpräsident des Landes seinerseits empört sich, dass es unfair sei, "das Flugzeug sei doch das malaysische, damit flogen auch die Bürger von Malaysia, sie sind auch gestorben. Deshalb ist es selbstverständlich, dass Malaysia das erste Land sein sollte, das an der Untersuchung beteiligt sein wird", betonte Mohamad.

44 Malaysier starben an Bord des Flugzeugs. Und Malaysia nicht zu zulassen, zumal angesichts der Flugzugehörigkeit, wäre eine Wildheit - auf einmal  kam die Frage der Objektivität der Ermittlungen auf. Deshalb hat Malaysia eigentlich niemand ignoriert. Am 7. August 2014 wurde die Internationale Gemeinsame Ermittlungsgruppe zur Untersuchung der Katastrophe МН17 (JIT) gebildet, zu der Vertreter der Ukraine, der Niederlande, Belgiens und Australiens angehörten. Die Vertreter von Malaysia nahmen am 4. Dezember 2014 daran teil, weil das Land selbst keine Lust hatte, dies früher zu tun, obwohl alle Staaten es eingeladen hatten, deren Bürger wegen der Katastrophe ums Leben kamen. Schon später beschloss Malaysia doch, sich der bereits gegründeten Gemeinsamen Ermittlungsgruppe anzuschließen. Es sei zu betonen, dass Black Boxes an die internationale Untersuchung weitergegeben und von Experten untersucht worden waren.

Trotz der Aussagen des Premierministers von Malaysia wurden sämtliche veröffentlichten Schlussfolgerungen und Ergebnisse von allen Parteien, die an der Ermittlung beteiligt sind, darunter auch von Malaysia, unterstützt und anerkannt.

Auch die Angehörigen der Opfer des Flugs МН17 erkennen sie an. Sie sind empört über die ständigen Aussagen des Ministerpräsidenten von Malaysia, der bezweifelt, dass Russland hinter dieser Tragödie steckt.

Für eine echte Ohrfeige halten sie auch den neuen "Film" mit dem Titel "Ruf nach Gerechtigkeit". Die Menschen, die ihre Angehörigen verloren, haben ihn bereits als nicht wahr genannt und deshalb werden sie sich diesen Film nicht ansehen.

Iryna Drabok, Den Haag

nj

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