USA nehmen Kontrolle über Russland im Schwarzen Meer ernsthaft in Angriff

USA nehmen Kontrolle über Russland im Schwarzen Meer ernsthaft in Angriff

Ukrinform Nachrichten
Die Russlands Aggression im Asowschen Meer ist nicht spurlos geblieben: immer öfter landen die NATO-Schiffe an der ukrainischen Küste.

Heute (am 26. Februar - Red.) besuchte Präsident der Ukraine zusammen mit dem US-Sondergesandten für die Ukraine Kurt Volker den Zerstörer Donald Cook der US-Marine in Odessa. Das Schiff war in der vorigen Woche ins Schwarze Meer eingelaufen, um am gemeinsamen Manöver mit der Ukraine und anderen Verbündeten teilzunehmen. Innerhalb der letzten fünf Jahre ist dieses Schiff praktisch zu dem amerikanischen Symbol der Unterstützung der osteuropäischen Länder und einer "Spielangel" für Russland geworden. Zum erstem Mal ist es im April 2014, mitten in der Annexion der Krim und dem ukrainisch-russischen Krieg ins Schwarze Meer eingelaufen. Das Ziel war offensichtlich: Russland darauf zu verweisen, dass es bei weitem kein Herr der Seen ist. In den letzten Jahren war "Donald Cook" mehrmals in Georgien, Bulgarien, Rumänien, Baltikum-Länder eingetroffen, indem es die Militärpräsenz der USA nahe der russischen Küste ständig betont. Aber heute ändert sich der Zusammenhang des Besuchs der amerikanischen Militärschiffe im Schwarzen Meer von dem ihm Jahr 2014 und demonstriert erhebliche Änderungen betreffs des Machtausgleichs in der Schwarzmeerregion.   

Tatsächliche Inbesitznahme vom Asowschen Meer aktiviert Konfrontation zwischen Russland und Westen  

Bis 2018 wurde die russische Gefahr vorwiegend durch das Festland begrenzt. Die Konfrontation am See im Format NATO-Russische Föderation war also nicht aktuell. Radikal hat sich die Situation im Dezember geändert - nach der Russlands Aggression im Asowschen Meer, der Blockade der Straße von Kertsch und den Angriffen auf die ukrainischen Kriegsschiffe.

Die westlichen Staaten sind intolerant gegenüber der Verletzung von Grundsätzen der freien Schifffahrt. Deshalb verursachte das Vorgehen der Russen nicht einfach Schwall von Empörungen und Verurteilungen, sondern durchaus durchdachte und aktive Militärantwort - die ständige Präsenz der Schiffe der US-Marine im Schwarzem Meer. "Das ist eine wichtige Antwort auf den unprovozierten Angriff  und einen Akt der Aggression gegen die ukrainischen Schiffe am 25. November des vorigen Jahres. Die Aggression des Kremls, möchte ich betonen, schädigen nicht nur Lebensinteressen der Ukraine. Sie bezieht sich auch auf die Sicherheitsfragen der EU, der NATO im Schwarzen Meer", betonte Präsident der Ukraine Petro Poroschenko bei seinem Besuch von "Donald Cook" am 26. Februar 2019.

Die Ukrainer möchten natürlich die Marine-Unterstützung seitens unserer westlichen Partner erhalten - und nicht als einzelne Schiffe, sondern ein  NATO-Geschwader im Schwarzen Meer, das den russischen Schiffen nicht erlauben würde, sich aus ihren Häfen kaum hinaus zu getrauen. Doch ist der Vertrag von Montreux das Hauptproblem bezüglich der groß angelegten NATO-Militärpräsenz im Schwarzen Meer, der noch 1936 unterzeichnet wurde und der den Schiffsverkehr im Schwarzen Meer regelt. Laut der Montreux-Konvention gelten besondere Regeln im Schwarzen Meer für Kriegsschiffe. Nur Kriegsschiffe von Staaten der Schwarzmeer-Region dürfen sich ständig im Schwarzen Meer aufhalten. Kriegsschiffe von Staaten, die nicht zu den Anrainern des Schwarzen Meeres gehören, dürfen 15.000 Tonnen nicht überschreiten und sich im Schwarzen Meer nur kurzfristig aufhalten. Westliche Staaten können doch nach dem Beispiel von Moskau die Normen des Völkerrechts nicht missachten. Es lohnt sich also nicht, auf amerikanische Flugzeugträger an der Küste von Odessa zu warten. Das bedeutet aber gar nicht, dass man den Russen freie Hand lässt und sie eine rosige Zukunft haben.

Warum ist die Präsenz der türkischen "NATO"-Flotte im Schwarzen Meer unzureichend?

Zuallererst muss betont werden, dass die NATO im Schwarzen Meer sogar ohne amerikanische Schiffe über genug Mittel verfügt, um Russland zu bedrohen. Die Kriegsmarine des NATO-Mitgliedslandes der Türkei übersteigt erheblich sogar ohne Unterstützung Bulgariens und Rumäniens die Schwarzmeerflotte der Russischen Föderation. Leider muss man sich angesichts der gegenwärtigen russisch-türkischen Beziehungen auf die Türkei vollkommen nicht verlassen. Deshalb stationiert die NATO ihre Schiffe im Schwarzen Meer auf der Grundlage der Rotation, indem sie die Bedingungen der Montreux-Konvention formell beachtet. Im Fall der ernsthaften Probleme seitens Russlands wird es einige Tage oder Stunden in Anspruch nehmen, um stärkere Kräfte ins Schwarze Meer zu entsenden.  Die 6. US-Flotte und zahlreiche Geschwader der europäischen Staaten werden doch im Mittelmeer stationiert. Laut der Montreux-Konvention darf die Türkei im Falle der  Militärbedrohung die Kriegsschiffe durch ihre Meerengen völlig in ihrem Ermessen durchfahren lassen. Soll diese Drohung von Russland ausgehen, wird die Türkei aller Wahrscheinlichkeit auf der Seite des Militärblocks sein. Es ist offenbar, dass die ständige Präsenz der NATO-Kriegsschiffe im Schwarzen Meer notwendig ist, um die Wiederholung des Szenarios in der Straße von Kertsch nicht zuzulassen. Sich dessen bewusst zu sein, entsendet die NATO ständig die Schiffe und die Streifenschiffe ins Schwarze Meer. Wenn sich die NATO-Streifengruppen im Schwarzen Meer 2017 summarisch nur 80 Tage aufhielten, so war diese Frist 2018 bereits bis auf 120 Tage verlängert. Und 2019 muss man offenbar eine noch längere Dauer der Militärmissionen der NATO-Flotten im Schwarzen Meer erwarten.

"Volkswehr" und "humanitäre Konvois" sausen am Meer vorbei

Die Militär-politische Konfrontation unterscheidet sich am Meer stark von landgebundenen Realien. Erstens, spielen Faktoren der Geographie, Entfernungen und Objekte eine ganz andere Rolle. Durch die Meereswellen kann man die Graben- sowie die Verteidigungslinie nicht festsetzen. Deswegen werden die Kampfhandlungen am Meer im beschränkten Raum nahe von wichtigen Objekten geführt: Meerengen, Häfen, Stützpunkten u.a.m.  Und in diesem Fall wird es ein NATO-Schiff reichen, um das Ergebnis erheblich zu beeinflussen. Zum zweiten, ist es am Meer unmöglich,  die "Volkswehr" und andere Kreml-Fabeln vorzuschützen, die Moskau über den Krieg im Donbass erzählt.

Wie der Fall betreffs der Straße von Kertsch 2018 war. Jede Aggression Russlands am Meer wird offensichtlich sein. Und vorbehaltlich dessen, dass ein Kriegsschiff nicht nur Waffe, sondern auch das souveräne Territorium des Staates, dem es gehört, ist, wird jeder Angriff gegen das amerikanische Schiff als ein Angriff auf das Territorium der USA eingeschätzt. Und was die russischen Propagandisten über die "radioaktive Asche" absingen würde, wissen wir anhand vom Beispiel Syriens, womit selbst die geringste kriegerische Auseinandersetzung mit Amerikanern beendet wird  - mit einer weiteren Partie "Fracht 200".

Allerdings wie stark die USA und die NATO auf den Widerstand der Russischen Föderation am Meer eingestellt wären, soll die ukrainische Kriegsflotte doch unsere Küste und das Meer zuverlässig schützen. Leider sind unsere Aussichten bei offener Auseinandersetzung mit der russischen Marine genug traurig. Deshalb ist es sehr wichtig, unsere westlichen Verbündeten angesichts der Konfrontation mit der Russischen Föderation zum Ausbau der Kriegsflotte der Ukraine insbesondere betreffs des Ausbaus der Infrastruktur und des Kampfbestandes der Flotte heranzuziehen. Übrigens, wenn sogar diese Initiativen äußerst erfolgreich sein werden, vergehen Jahre, bis eine starke ukrainische Flotte aufgebaut wird. Eben jetzt sind die Zusammenarbeit, die Koordination und in der Zukunft die vollständige NATO-Mitgliedschaft der Ukraine unser bestes Mittel, das ukrainische Schwarze Meer zu schützen und das Asowsche zurückzugewinnen.  

Wjatscheslaw Masnyj Kyjiw

nj

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