Aufsichtsrat von NSTU: EBU soll Souveränität der Ukraine respektieren

04.04.2017 14:02 400

Der Aufsichtsrat der Nationalen öffentlichen Fernseh- und Hörfunkgesellschaft der Ukraine (NSTU) hat auf einen Brief der Generaldirektorin der Europäischen Rundfunkunion (EBU), Ingrid Deltenre, an den ukrainischen Premierminister Wolodymyr Hrojsman mit einem Statement reagiert.

Eine direkte Drohung im Brief, das Nationale Fernsehen in der Zukunft vom ESC auszuschließen, wenn ein Einreiseverbot für die  russische Sängerin, Yulia Samoylova, nicht aufgehoben wird, macht auf sich besonders aufmerksam, heißt es im Statement. Samoylova habe gegen ukrainische Gesetze und gegen die Souveränität des Landes verstoßen, indem sie die besetzte Krim ohne Erlaubnis der Ukraine besucht hätte. Kein anderes Land von den EBU-Mitgliedern, außer der Russischen Föderation, könne das bestreiten.

Der Aufsichtsrat teile die Ansicht der EBU, dass der diesjährige Eurovision Song Contest als Werkzeug in den derzeitigen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine benutzt werde. Der Rat sei aber erstaunt, dass die Generaldirektorin „frustriert“ und „wütend“ über die Handlung der Ukraine und nicht von Russland sei. Das stehe im Gegensatz zu den Behauptungen von Ingrid Deltenre, dass der ESC nicht politisch sei. Frau Deltenre ergreife in dieser von der russischen Seite organisierten politischen Provokation praktisch Partei für Russland. Die Forderung, das von dem Sicherheitsdienst der Ukraine verhängte Einreiseverbot abzuschaffen, sowie die These über eine Koordinierung der Entscheidungen des Sicherheitsdienstes der Ukraine mit der EBU, können als eine Einmischung in die innere Angelegenheiten der Ukraine bewertetet werden.

Der Nationale öffentliche Fernseh- und Hörfunkgesellschaft der Ukraine könne in dieser Situation weder Interesse der ukrainischen Gesellschaft noch des ukrainischen Staates, die ihre territoriale Integrität verteidigt, ignorieren.

Der Aufsichtsrat ruft in Statement Frau Deltenre und die EBU auf, Souveränität der Ukraine respektieren und die EBU in das Werkzeug der fremden politischen Manipulationen nicht zu verwandeln und den diesjährigen ESC sowie zukünftige Wettbewerbs mit solchen Erklärungen nicht zu stören. Auch die Drohungen über den Ausschluss der Ukraine aus dem ESC sollten vermieden werden.

ch

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