Pontonbrücken und Tunnel unter dem Dnipro – russische Angriffe zwingen Kyjiw, nach alternativen Lösungen zu suchen
Dies sagte der Minister für Wiederaufbau, Infrastruktur und Verkehr Mykola Kalaschnyk in einem Interview mit dem Sender Suspilne.
Eine prioritäre Aufgabe sei es momentan, die bestehende Brückeninfrastruktur zu stärken und sie vor russischen Angriffen zu schützen.
Es werde insbesondere die Errichtung geschütteter Dämme und Pontonbrücken, die das linke und rechte Ufer des Flusses Dnipro verbinden sollen, geplant.
An den alternativen Lösungen sollen das Ministerium, die Agentur für Wiederaufbau und das Militär zusammen mit der Stadtverwaltung arbeiten, sagte Kalaschnyk.
Der Bau solcher Übergänge könne nach seinen Einschätzungen bis zu drei Monaten dauern.
Solche Arbeiten sollten demzufolge nicht nur in Kyjiw, sondern auch in anderen Regionen der Ukraine durchgeführt werden.
In langfristiger Perspektive werde auch die Möglichkeit von Bau eines Tunnels unter dem Dnipro geprüft. Dies wäre aber ein sehr kostspieliges Projekt, für welches heutzutage die notwendige Finanzierung fehle, fügte der Minister hinzu.
Am 3. Oktober hat das russische Militär die Nordbrücke in Kyjiw angegriffen. Zwei Menschen wurden verletzt. Die Fahrbahn und die Oberleitungen für O-Busse wurden beschädigt. Der Verkehr vom Ost- zum Westufer wurde eingestellt.
In den vergangenen Tagen wurde die Südbrücke in Kyjiw mehrfach von russischen Drohnen getroffen.