Hungersnot mitten in Europa: Ukraine fordert dringende Evakuierung von russisch besetztem Oleschky
"Die Menschen im vorübergehend besetzten Oleschky hungern. Dort gibt es nichts zu essen“, so Sybyha.
Einwohner der Stadt seien demnach gezwungen, Gras und Unkraut aus Gärten zu essen. „Die Menschen haben weder Strom noch Wasser sowie keinen vollständigen Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung. Auch Kinder müssen unter solchen Bedingungen leben“, so der Minister.
„Dieses Leid hat einen klaren Grund und einen konkreten Schuldigen. Russland hat diese Katastrophe in Oleschky durch seine illegale Besetzung verursacht und trägt die volle Verantwortung für diese humanitäre Katastrophe, alle ihre Folgen und den Tod unschuldiger Zivilisten, der dadurch eingetreten ist“, schrieb Sybyha.
Er forderte die internationale Gemeinschaft, insbesondere die UNO, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und andere internationale Organisationen auf, „alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um die Einwohner von Oleschky zu erreichen, humanitäre Hilfe zu liefern und eine sichere Evakuierung derjenigen zu gewährleisten, die die Stadt verlassen möchten“.
Der ukrainische Chefdiplomat dankte dem Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O’Flaherty, dafür, dass er die internationale Gemeinschaft auf die Lage in Oleschky aufmerksam gemacht habe.
Diese solle aber seinen Worten nach durch konkrete Maßnahmen unterstützt werden.
„Die Menschen dort können nicht von Worten über Besorgnis leben. Sicherstellung eines Zugangs zur humanitären Hilfe und einer sicheren Evakuierung muss Realität werden, denn jeder Tag zählt“, betonte Sybiha.
Am Dienstag hat die Ukraine die Lage in Oleschky in der UNO-Vollversammlung in New York angesprochen, nachdem zuvor selbst Moskau kritische Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten eingeräumt hatte.
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 ist Oleschky, das am Ufer des Flusses Dnipro liegt, von Russland besetzt. Zusätzlich zur Besatzung wurden große Teile der Stadt im Juni 2023 auch noch überflutet, als der Staudamm von Kachowka durch russische Truppen zerstört wurde, Vor der Vollinvasion besaß die Stadt 24.000 Einwohner. Derzeit harren dort nach Behördenangaben rund 6.000 Einwohner, die von Hunger und Kälte bedroht sind,aus - darunter 200 Kinder.