Außenministerium: Tötung ukrainischer Gefangener in Oleniwka ist Teil systemischer Politik Russlands
„Das Verbrechen in Oleniwka war kein Einzelfall, sondern ist Teil der systemischen russischen Politik von Folterungen, Misshandlungen, außergerichtlichen Hinrichtungen, psychischer und psychologischer Gewalt gegenüber den ukrainischen Kriegsgefangenen und gesetzwidrig festgehaltenen Zivilsten“, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums der Ukraine.
Dies werde demnach von internationalen Mechanismen und Menschenrechtsorganisationen, welche zahlreiche Verstöße gegen das Völkerrecht und Menschenrechte durch Russland dokumentieren, bestätigt.
Die Behörde ruft die Weltgemeinschaft dazu auf, den politischen, diplomatischen und Sanktionsdruck auf Russland zu erhöhen sowie einen uneingeschränkten Zugang zu ukrainischen Kriegsgefangenen und festgehaltenen Zivilsten zu fordern.
Die Ukraine fordert auch alle Staaten dazu auf, einen Sondergerichtshof für russische Führungspersonen zu unterstützen. "Eine Verurteilung von Putin und seinen Helfern in den Haag wird eine gerechte Strafe für alle Verbrechen gegen die Ukraine und ihr Volk während des durch nichts provozierten Krieges, der vom Kreml entfesselt wurde, sein“, betont das Auswärige Amt.
In der Nacht auf den 29. Juli 2022 sind durch einen russischen Terrorakt in einem von Russland kontrollierten Gefängnis in der Nähe der Stadt Oleniwka mehr als 50 ukrainische Verteidiger getötet und 130 weitere verletzt worden.
Russland hat bereits unmittelbar nach den Explosionen behauptet, die ukrainische Armee habe selbst eine amerikanische Himars-Rakete auf das Gefangenenlager abgefeuert.
Doch einer von UN-Experten durchgeführten Analyse zufolge war die wahrscheinlichste Ursache der Explosion ein Brandsatz, der im Inneren des Gefangenenlagers gezündet wurde.
Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes wurden ukrainische Kriegsgafangene stundenlang verhört und gefoltert. Durch die Ermordung und Verbrennung der Opfer sollten diese Verbrechen vertuscht werden.