Russland könnte Thema AKW-Saporischschja als Vorwand für neuen massiven Angriff auf Ukraine nutzen – ISW
Dies geht aus einem Bericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor, wie Ukrinform berichtet.
Analysten stellen fest, dass die Besatzungsverwaltung des Kernkraftwerks am 30. und 31. Mai zwei angebliche Angriffe der Ukraine auf das Kraftwerk meldete. Es wurde behauptet, am 30. Mai sei der Maschinenraum des sechsten Blocks beschädigt worden, am 31. Mai - die Transportwerkstatt.
Gleichzeitig wiesen das ukrainische Außenministerium und die Verteidigungskräfte „Piwden“ diese Anschuldigungen zurück und betonten, es sei ein Versuch, von der illegalen Besetzung des Kraftwerks durch die Russische Föderation abzulenken.
Das ukrainische Außenministerium machte darauf aufmerksam, dass die Russische Föderation solche Anschuldigungen vor jeder Sitzung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) verstärke. Unterdessen berichtete die IAEA am 31. Mai, dass ihre Vertreter im Kernkraftwerk Schäden am Maschinenraum festgestellt hätten, die mit einem Drohnenangriff vereinbar seien. Die Behörde gab jedoch nicht an, ob die Drohne ukrainisch oder russisch war.
Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, nutzte die Aussagen über einen angeblichen ukrainischen Angriff, um mit einer Eskalation zu drohen. Er erklärte, Russland werde „symmetrische“ Angriffe auf Kernkraftwerke in der Ukraine oder in Nato-Staaten verüben, falls die Angriffe zu Schäden am Kernkraftwerk führen sollten.
Das ISW merkt an, dass die russische Armee während des Krieges mehrmals ukrainische Kernkraftwerke bedroht und gefährdet habe. Die Russische Föderation habe das Kernkraftwerk Saporischschja zudem militarisiert, indem sie militärische Ausrüstung in der Nähe der Reaktoren und Militärpersonal im und um das Kraftwerk stationiert habe und Drohnen vom Gelände des Kernkraftwerks aus starte.