Ukraine hat im Februar erstmals seit drei Jahren mehr Territorium befreit als verloren – ISW

Ukraine hat im Februar erstmals seit drei Jahren mehr Territorium befreit als verloren – ISW

Ukrinform Nachrichten
Die ukrainischen Streitkräfte haben in den letzten zwei Februarwochen zum ersten Mal seit der Gegenoffensive im Sommer 2023 mehr Territorium befreit als verloren.

Dies geht aus einem Bericht des Instituts für Kriegsstudien (ISW) hervor, berichtet Ukrinform.

Laut ISW haben ukrainische Truppen seit dem 1. Januar dieses Jahres rund 257 Quadratkilometer befreit. Allein vom 14. bis 20. Februar wurden fast 33 Quadratkilometer, und vom 21. bis 27. Februar rund 57 Quadratkilometer befreit.

„Das letzte Mal, als die ukrainischen Streitkräfte einen Gebietsgewinn erzielten, war während der Sommeroffensive 2023. Damals befreiten sie im Juni 377 Quadratkilometer, im Juli 257 Quadratkilometer und im September 1,47 Quadratkilometer“, heißt es in dem Bericht.

Die Analysten verwiesen zudem auf die Aussage von Präsident Wolodymyr Selenskyj vom 3. März, wonach ukrainische Truppen seit Anfang 2026 460 Quadratkilometer Gebiet zurückerobert hätten. Das ISW merkt an, dass seine Kartierungsmethodik die Erfolge der Ukraine unterschätze, da sie maximale Schätzungen des Vormarsches russischer Truppen widerspiegele, bis „ausreichend offene Quellen vorliegen, die es dem ISW ermöglichen, mit Sicherheit zu behaupten, dass russische Truppen diese Stellungen nicht mehr halten“.

Außerdem sei die Frontlinie in der Ukraine aufgrund fehlender durchgehender Linien heterogen geworden, was die Beurteilung der tatsächlichen Kontrolle über das Gebiet zusätzlich erschwere, so die Analysten. Sie betonten jedoch, dass die Erfolge der Ukraine im Februar 2026 trotz der Diskrepanzen zwischen den Angaben von Selenskyj und ISW bemerkenswert seien.

„Die erfolgreichen lokalen Gegenoffensiven der Ukraine in den letzten Wochen werden sich wahrscheinlich nicht zu einer groß angelegten Gegenoffensive ausweiten, und die russischen Truppen werden ihre Stellungen wahrscheinlich stabilisieren und erneut vorrücken. Die jüngsten Erfolge der Ukraine auf dem Schlachtfeld haben jedoch Russlands Pläne, die Voraussetzungen für eine Offensive im Frühjahr/Sommer 2026 zu schaffen, durchkreuzt und werden die russischen Truppen zwingen, eine stabile Verteidigung aufzubauen, bevor sie mit dem Kampf um die Rückeroberung verlorener Stellungen beginnen“, so die Einschätzung von ISW.

Wie berichtet erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass das russische Militär in einigen Abschnitten der Front schwächer geworden sei.

Am 24. Februar 2022 erklärte der russische Präsident Wladimir Putin eine umfassende Invasion in die Ukraine, eine sogenannte „Spezialmilitäroperation“. In der Ukraine wurde der Verteidigungszustand verhängt und die allgemeine Mobilisierung ausgerufen. Russische Truppen beschießen und zerstören seither wichtige Objekte der kritischen Infrastruktur, befeuern massiv die Wohngebiete ukrainischer Städte und Gemeinden mit Artillerie, Raketenwerfern, ballistischen Raketen und anderen tödlichen Waffen. Das Land wehrt sich heldenhaft gegen die Eindringlinge und unternimmt Gegenoffensiven.

Russland hat Teile der Regionen Donezk, Luhank, Saporischschja und Cherson vorläufig besetzt.

Die Europäische Union (EU), die USA und andere Länder haben harte Sanktionen gegen das Aggressor-Land verhängt.

Die ukrainischen Streitkräfte führen eine Militäroperation in der russischen Region Kursk weiter durch.

Im März 2025 wurde in Dschidda (Saudi-Arabien) ein erster Impuls für Friedensgespräche gegeben und ein Treffen der US-amerikanischen und ukrainischen Delegationen abgehalten. Die Parteien gaben im Anschluss an die Ergebnisse des Treffens eine gemeinsame Erklärung ab.

Aus dem Dokument ging insbesondere hervor, dass die Ukraine ihre Bereitschaft bekundet hat, den US-Vorschlag zur sofortigen vorläufigen Feuereinstellung für 30 Tage anzunehmen. Dieser kann im gegenseitigen Einvernehmen der Parteien verlängert werden, vorbehaltlich die Russische Föderation ihn annimmt und gleichzeitig umsetzt.

Im Anschluss an die Verhandlungen kündigten die USA die Wiederaufnahme ihrer Sicherheitshilfe für die Ukraine und den Austausch geheimdienstlicher Informationen an.

Unmittelbar nach dem Treffen in Saudi-Arabien begann die ukrainische Seite mit der Arbeit an Algorithmen zur ordnungsgemäßen Überwachung der Einhaltung der möglichen Waffenruhe sowie an den Modalitäten künftiger Friedensabkommen.

Bisherige Gespräche zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation in Istanbul, wohin der ukrainische Präsident gereist war, in der Hoffnung, dort den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen, brachten keine Ergebnisse, außer dass der Gefangenenaustausch „1000 gegen 1000“ vereinbart wurde.

Russland hat bisher der Waffenruhe nicht zugestimmt.


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