Perspektiven der Sicherung des Feldzugs 2023: ukrainische Sicht

Perspektiven der Sicherung des Feldzugs 2023: ukrainische Sicht

Ukrinform Nachrichten
Wie lange kann dieser Krieg dauern und wie können wir ihn gewinnen

Nach heutiger Auffassung der absoluten Mehrheit der Militärexperten und Analysten ist der umfassende Krieg, den die Russische Föderation am 24. Februar 2022 gegen die Ukraine entfesselt hatte, schon seit langem dem Begriff eines lokalen Konflikts mittlerer Intensität nicht entspricht. Dies gilt für die räumlichen Werte, die Anzahl der beteiligten Truppen und die überzeugende Auflistung von Bekämpfungsmitteln und anderer Hightech-Ausrüstung, die dieser militärischen Konfrontation innewohnen.

Wie lange wird der Krieg dauern?

Gesondert steht die Frage der Dauer des besagten Konflikts. Denn er passt schon weder in den Rahmen des angekündigten russischen „Blitzkriegs“ noch in die Dauer der aktiven Kampfphasen in den Kriegen Anfang des 21. Jahrhunderts. Jedenfalls wird die Dauer des Krieges bereits in Monaten gemessen. Und es gibt allen Grund zu glauben, dass diese Zeitzählung die Kalendergrenzen von 2022 überschreiten wird.

In diesem Zusammenhang ist es verursachungsgerecht, schon jetzt die Perspektiven für das nächste Jahr zu behandeln. Und das sollte nicht nur im Format von Vorhersagen und Annahmen getan werden. Eine solche Behandlung sollte einen ganz praktischen Ausdruck zum Ziel haben. Und zwar, wie weit sollten die militärischen Ambitionen der ukrainischen Seite gehen? Und eine logische Ableitung dieser Frage: Was genau brauchen die Streitkräfte der Ukraine als Hilfe von Partnern für das kommende Jahr 2023?

Es ist ganz logisch, dass die Suche nach Antworten auf diese Fragen neben spannenden theoretischen Diskussionen auch eine durchaus utilitaristische Seite hat. Für einen begrenzten Kreis von Militär- und Zivilbeamten sind solche Studien ein wichtiger Teil ihrer beruflichen Pflichten. Es sollte hinzugefügt werden, dass solche Fragen für die meisten von ihnen im Wesentlichen eine klar ausgedrückte Verantwortung für die Verteidigung des Landes und letztendlich für sein Schicksal sind.

Man kann annehmen, dass diese Studien bereits ihre Widerspiegelung in einer Reihe von Leit- und Lehrdokumenten auf Staatsesebene gefunden haben. Aus absolut verständlichen Gründen ist ihre Forschung nicht im Inhalt dieses Artikels. Es wird empfohlen, nur die wichtigsten Werturteile in Bezug auf die genannten Fragen zu behandeln und eine eigene Variante der Antworten darauf vorzuschlagen.

Angesichts der strategischen Initiative bei dem Aggressor ist es ganz logisch, mit einer Beschreibung der Situation zu beginnen, in der sich die russische Seite wahrscheinlich befinden wird. Die Zeichnung der Kontaktlinien ermöglicht schon heute, die Grenzen der Ambitionen der Russischen Föderation bezüglich des weiteren Vordringens auf das Territorium der Ukraine vorherzusagen.

Also,

Wie kann der Aggressor sein Zeil weiter sehen?

Bestimmte operative Perspektiven für den Feind sind in den Richtungen Isjum und Bachmut zu sehen. Das Erreichen der Verwaltungsgrenze des Gebiets Donezk kann als wahrscheinliches Endziel solcher Aktionen betrachtet werden. Die Perspektive, in Richtung Saporischschja vorzudringen, könnte für den Feind noch attraktiver aussehen. Sie gewährleistet weitere Aktionen nach Norden und die Schaffung einer direkten Bedrohung, Saporischschja und Dnipro einzunehmen, was wiederum dazu führen wird, dass die ukrainische Seite die Kontrolle über einen großen Teil der Ukraine am linken Ufer verliert. Eine Rückkehr zum Plan, Kyjiw einzunehmen, und die Bedrohung, mit den erneuten Kampfhandlungen aus dem Territorium der Republik Belarus zu beginnen, sind nicht von der Tagesordnung ausgeschlossen.

Aber das weitere Vorrücken in Piwdennobuskyj-Richtung vom operativen Brückenkopf am rechten Ufer des Flusses Dnjepr eröffnet die meisten Möglichkeiten. Der Erfolg im Süden kann, unter Bedingung der schnellen und richtigen Nutzung, einen doppelten Effekt haben. Einerseits sind die Aussichten, Mykolajiw und Odessa zu besetzen, durchaus real. Auf der anderen Seite die Schaffung einer bedrohlichen Richtung in Richtung Krywyj Rih, und in Zukunft der Bedrohungen für die zentralen und westlichen Regionen der Ukraine.

Wir werden bewusst nicht zu Bedingungen greifen, unter denen die Russische Föderation gezwungen sein wird, eine solche wahrscheinliche Absicht umzusetzen. Gleichzeitig werden wir das gesamte Spektrum der begleitenden strategischen und sogar globalen Probleme für die Russische Föderation nicht ignorieren. Man kann auch die internationale Isolation und den teilweisen wirtschaftlichen Druck in Form von internationalen Sanktionen, Schwierigkeiten bei der allgemeinen Mobilisierung und den Mangel an modernen Waffen und Ausrüstung, der sich mit der Zeit nur noch verschärfen wird, erwähnen.

Neben rein militärischem wird solcher Charakter strategischer Aktionen im Osten und Süden der Ukraine der Russischen Föderation zusätzliche politische und wirtschaftliche Dividenden bringen. Dazu gehören die Gewährleistung der Sicherheit der selbsterkläften Republiken und der logische, wenn auch verspätete Abschluss der sogenannten „Sonderoperation“, die Unmöglichkeit des Zugangs der Ukraine zum Schwarzen Meer, die Kontrolle über das Schlüsselelement des Energiesystems des Landes – das Kernkraftwerk Süd-Ukraine usw.

Warum ist die Krim ein Schlüsselfaktor, aber nicht der einzige?

Es ist leicht zu dem Schluss zu kommen, dass die Grundlage für einen solchen vielversprechenden Erfolg im Süden und teilweise im Osten im territorialen Sinne eine zuverlässige Verteidigung und die Aufrechterhaltung der Kontrolle über das vorläufig besetzte Territorium der Autonomen Republik Krim ist. Und tatsächlich war und bleibt die Krim die Basis für Kommunikationswege an der südlichen strategischen Flanke der russischen Aggression. Das Territorium der Halbinsel ermöglicht die Stationierung bedeutender Truppengruppen und die Bestände materieller Ressourcen. Schließlich sind auf der Krim der Hauptstützpunkt der Schwarzmeerflotte und ein Netzwerk von Flugplätzen für Luftangriffe auf fast die gesamte Tiefe des Territoriums der Ukraine. Einige Analysten neigen zu der Auffassung, dass gerade die Kontrolle über das Territorium der Krimhalbinsel das Anziehungszentrum für die russischen Streitkräfte in diesem Krieg ist.

Wenn man sich aber der Situation zuwendet, in der sich wahrscheinlich die Streitkräfte der Ukraine im Jahr 2023 befinden werden, scheint alles schon nicht mehr so eindeutig zu sein. Im Grunde genommen wird die Situation für die Streitkräfte der Ukraine eine komplexe Kombination aus der tatsächlichen Position der Kontaktlinie, den verfügbaren Ressourcen und dem Satz kampffähiger Truppen, und offensichtlich, der strategischen Initiative in den Händen des Feindes darstellen.

Gleichzeitig werden wir in Fortsetzung dieser Logik wesentliche Warnungen in Bezug auf die Skizzierung der Kontaktlinie aus der Sicht der ukrainischen Seite äußern. Ihre Konturen haben eine äußerst ungünstige Konfiguration wiederum in den Richtungen Isjum und Bachmut. Die wesentlichen Einkeilen des Feindes schränken jedes operative Manöver der ukrainischen Truppen ein und erfordern im Wesentlichen eine Verdoppelung von Kräften, um ihn einzudämmen. Dies macht sich besonders stark bemerkbar aufgrund des Mangels an Bekämpfungs- und Flugabwehrmittel.

Auch im Süden und Osten sieht die Lage nicht besser aus. Es wurde bereits über die Gefahr eines feindlichen Vormarsches in Richtung Saporischschja gesprochen. Zudem verschwindet nicht die Gefahr, dass der Feind einen Teilerfolg aus der Richtung Huljaj Pole entwickelt, was unter bestimmten Bedingungen eine Bedrohung schaffen könnte, dass die gesamte ukrainische Truppengruppe im Osten eingekesselt werden kann. Das Vorhandensein eines operativen Brückenkopfes des Feindes am rechten Ufer des Flusses Dnipro erfordert zusätzliche Anstrengungen, um seine Ausdehnung zu verhindern.

Konterschläge der Streitkräfte der Ukraine: Was wird dafür benötigt?

Der einzige Weg, die strategische Situation radikal zu ändern, ist zweifellos, dass die Streitkräfte der Ukraine während des Feldzugs 2023 mehrere aufeinanderfolgende, und idealerweise, gleichzeitige Gegenangriffe starten. Es erübrigt sich, ihre rein militärische sowie politische und informative Bedeutung gesondert zu betonen. Gleichzeitig muss der Frage ihrer Organisation und Umsetzung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Welche Kräfte und Mittel sind also dafür nötig? Wenn man den Feldzug 2023 als Wendepunkt betrachtet, werden wir für die Behandlung zur Bestimmung des Schwerpunktes für die Russische Föderation in diesem Krieg zurückkehren müssen. Denn nur eine effektive Beeinflussung des Schwerpunktes des Feindes kann zu Veränderungen im Kriegsverlauf führen.

Vorausgesetzt, wenn ein solcher Schwerpunkt als Kontrolle über die Halbinsel Krim bestimmt wird, ist es logisch, die Planung einer Operation oder einer Reihe von Operationen zur Eroberung der Halbinsel für 2023 anzunehmen. Eine solche Planung sollte in erster Linie die Verfügbarkeit der notwendigen Truppenausstattung vorsehen. Und die Rede kann definitiv nicht über die Militäreinheiten und Einheiten der Streitkräfte der Ukraine sein, die schon jetzt an der 2.500 km langen Front von Cherson bis Kowel operieren.

Die Vorbereitung einer Offensivkampagne erfordert die Schaffung einer oder mehrerer operativer (operationsstrategischer) Gruppen in der Zusammensetzung von zehn bis zwanzig Allgemeinmilitärbrigaden - je nach Plan und Ambitionen des ukrainischen Kommandos. In der Situation, die sich entwickelt, kann das Besprochene ausschließlich durch die Ersetzung der Hauptwaffentypen der bereits bestehenden Brigaden durch moderne Waffen umgesetzt werden, die von Partnern der Ukraine bereitgestellt werden. Separat sollte die Notwendigkeit der Erhaltung von Partnern einer zusätzliche Anzahl von Raketen und Munition, Artilleriesystemen, Raketensystemen, der funkelektronischen Mitteln usw. betont werden. All dies wird der Konsolidierung der Bemühungen aller Partnerländer der Ukraine, langer Zeit und erheblicher finanzieller Aufwendungen bedürfen.

Eigentlich hängt alles oben erwähnte direkt von den verfügbaren Ressourcen ab, und nur von ihnen. Und wenn die Personalsituation für die Streitkräfte der Ukraine wahrscheinlich recht gut aussehen wird, kann dies nicht über schwere Waffen und Munition gesagt werden. Aber in jedem Fall ist das bei Vorhandensein von politischem Willen, rechtzeitiger und durchdachter Planung, unter Nutzung der Produktionsbasis und der Reserven der führenden Länder der Welt, der Schaffung und der angemessenen Ausstattung einer solchen Gruppe in der Zusammensetzung der Streitkräfte der Ukraine absolut real.

Aber auch der skizzierte Ansatz zur Bestimmung der Aufgaben des Militärfeldzugs 2023 für die Streitkräfte der Ukraine erscheint zu einseitig.

Wenn der Besatzer sogar die Krim verliert

Wir müssen also erneut auf die Bestimmung des Schwerpunkts des Feindes durch die ukrainische Seite zurückzukommen. Lassen wir die Gesetzmäßigkeit der Anbindung des Begriffs des „Schwerpunkts“ mit einem bestimmten Gebiet oder einer bestimmten Region auf strategischer Ebene beiseite. Wir werden nur anmerken, dass er eine Quelle moralischer und körperlicher Kraft, der Stärke und Widerstandskraft ist – was Clausewitz „die Konzentration aller Kraft und Bewegung, von der alles abhängt …, der Punkt, auf den all unsere Energie gerichtet sein sollte“ (Wade, N. (2009). The Joint Forces Operations and Doctrine (2nd ed.). Lakeland, FL: The Lightning Press) nannte. Nehmen wir an, die Streitkräfte der Ukraine hätten im Feldzug 2023 einen vollen Erfolg erzielt und die Halbinsel Krim eroberten.

Die überaus positive politische und informationelle Bedeutung eines solchen strategischen Erfolgs ist kaum zu überschätzen. Gleichzeitig kann die militärische Bedeutung eines solchen Sieges anders eingeschätzt werden. Die Russische Föderation verliert die Basis für die Schwarzmeerflotte, ein Flugplatznetz, eine erhebliche Menge an Lagerbeständen an materiellen Ressourcen und höchstwahrscheinlich eine erhebliche Menge an Personal und Ausrüstung. Gleichzeitig kann nichts an der schmerzhaften, aber durchaus realen Verlegung der Schwarzmeerflotte zum Marinestützpunkt von Noworossijsk an der Ostküste des Schwarzen Meeres erheblich hindern und die militärische Präsenz des Angreifers in der Region wird zusammen mit der Bedrohung der Raketenangriffe bewahrt. Ähnliches kann für den Einsatz der russischen Luftfahrt, beispielsweise der Flugplätze Primorsko-Achtarsk und Jeisk, angenommen werden. Der Verlust einer erheblichen Menge an Lagerbeständen an materiellen Ressourcen für die Streitkräfte der Russischen Föderation wird lediglich einen vorübergehenden Effekt haben. Personal- und Ausrüstungsverluste, zumindest zahlenmäßig, können die Russen mit der Zeit aufstocken.

Bei der Zusammenfassung des Gesagten und der Erörterung weiterer Perspektiven nach 2023 kann man nur von einer neuen Etappe der Konfrontation sprechen. Natürlich mit anderen Ausgangsdaten und Perspektiven, aber wieder - ein andauernder Konflikt, Verlust von Menschenleben, Ressourcenverbrauch und ein völlig ungewisses Endergebnis.

Es wird ein etwas anderer Ansatz zur Bestimmung des Schwerpunkts der russischen Streitkräfte und des eigentlichen Sinnes dieses Krieges vorgeschlagen.

Disproportion in den Fähigkeiten der Ukraine und Russlands: Wie kann sie nivelliert werden?

Das Hauptmerkmal der militärischen Konfrontation mit den russischen Streitkräften ist nicht einmal ein signifikanter Unterschied in der Anzahl der Kräfte und Mittel der Parteien zugunsten der Russen und nicht einmal signifikante räumliche Werte für die strategische Operation gegen die Ukraine. Bestimmend ist die entscheidende Disproportion in den Fähigkeiten.

Ihre aufschlussreichste Umsetzung ist der Unterschied in der Grenzreichweite der Waffen. Wenn sie für die Streitkräfte der Russischen Föderation bis zu 2.000 km unter Berücksichtigung der Flugreichweite von luftgestützten Marschflugkörpern (gemeint sind vor allem die Luft-Boden-Marschflugkörper Ch-55/Ch-505 und Ch-101) beträgt, dann ist sie für die Streitkräfte der Ukraine praktisch auf 100 km der Reichweite der Raketen und der Tiefe der Stationierung der Startpositionen der veralteten OTRK (den modernisierten Raketenkomplex 9K79-1 „Totschka-U“ begann die Armee 1989 zu bekommen. OTRK „Totschka-U“ hat eine erklärte Reichweite von bis zu 120 km und eine kreisförmige wahrscheinliche Abweichung von bis zu 95 m.) begrenzt. Seit Beginn der groß angelegten Aggression haben die Bekämpfungsmittel der Streitkräfte der Ukraine also eine fast 20-mal geringere Reichweite als die des Feindes. Übersetzt in die Sprache der Militärpraxis bedeutet dies, dass die Streitkräfte der Ukraine mit veralteten Angriffsmitteln bestenfalls nur in die Tiefe des operativen Rückens des Gegners zuschlagen können, während der Feind in der Lage ist, ungestraft Ziele in der gesamten Tiefe des Landes zu treffen.

Gerade das sollte aus militärischer Sicht als Schwerpunkt der Streitkräfte der Russischen Föderation betrachtet werden. Solange diese Situation bleiben wird, kann dieser Krieg jahrelang andauern.

Wie kann das verhindert werden?

Natürlich ist es unmöglich, dem Feind gleichzeitig einen so erheblichen Vorteil zu nehmen. In Anbetracht der Anzahl und der Ressourcen, die den Streitkräften der Russischen Föderation zur Verfügung stehen, ruft die Möglichkeit, sie vollständig zu beseitigen, Zweifel hervor. Aber es ist durchaus möglich, dem Feind seine Fähigkeit entgegenzusetzen, in ähnlicher Weise und in ähnlicher Reichweite zu operieren.

Es geht natürlich um die Lieferung an die Streitkräfte der Ukraine von Partnern der Ukraine der Waffensystemen oder bestimmter Munitionstypen mit entsprechender Reichweite. Es sind nicht nur und weniger bestimmte Namen gemeint, wie zum Beispiel die Rakete MGM-140B ATACMS Block 1A für die Raketenwerfer Himars. Es muss ein umfassender Ansatz zur Umrüstung der Artillerie, der Raketentruppen, der taktischen Luftfahrt und der Seestreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine und anderer Komponenten ihrer Leistung angewendet werden. Die Diskussion sollte um die Schaffung oder Aufbau von Fähigkeiten geführt werden, und nicht nur um die Menge an Waffen und Ausrüstung für die Brigaden, die zur Umrüstung vorgesehen sind.

Nur in diesem Fall ist es möglich, den Einfluss auf den wirklichen Schwerpunkt der Russischen Föderation in diesem Krieg zu diskutieren. Er liegt in seinem „abgelegenen“ - im Verständnis der meisten Russen – Charakter. Dank dieser Abgelegenheit nehmen die Bürger der Russischen Föderation Verluste, Misserfolge, und vor allem die Kosten für diesen Krieg, in all seinen Bedeutungen nicht so schmerzlich wahr. Ein überzeugendes Beispiel für die Richtigkeit eines solchen Ansatzes im laufenden Jahr sind die erfolgreichen Bemühungen der Streitkräfte der Ukraine bei der physischen Übertragung der Kampfhandlungen auf das vorläufig besetzte Territorium der Autonomen Republik Krim. Es geht um eine Reihe von erfolgreichen Raketenangriffen auf die Luftwaffenstützpunkte des Feindes auf der Krim, vor allem auf den Flugplatz Saky (der Flugplatz der ständigen Basis des 43. Marineangriffsluftregiments der Schwarzmeerflotte der russischen Marine. Einer der fünf Hauptflugplätze auf dem Territorium der Halbinsel Krim, den die russische Luftfahrt seit Februar 2022 für die Angriffe auf das Territorium der Ukraine nutzt. Infolge eines kombinierten Angriffs auf den Flugplatz am 9. August 2022 wurden bis zu 10 russische Flugzeuge Su-24 und Su-30M zerstört). Die Aufgabe der Streitkräfte der Ukraine für 2023 besteht darin, diese Gefühle für die Russen und in anderen besetzten Gebieten, trotz der bedeutenden Entfernung zu den Zielen, schärfer, natürlicher und ziemlich spürbar zu machen.

Man sollte die Frage noch breiter stellen und sich selbst fragen: Was ist die Quelle der Sicherheit, der Bereitschaft, und vor allem, der Notwendigkeit der Führung der Russischen Föderation und der russischen Gesellschaft, den Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen und aufrichtig an die Richtigkeit seines Endes zu glauben?

Die Situation kann sich bei der entsprechenden Planung und der richtigen Zusammenarbeit mit den Partnerländern der Ukraine radikal ändern. Eine umfassende, mit einer angemessenen langfristigen Vision, Aus- und Umrüsten der Streitkräfte der Ukraine mit Waffensystemen der entsprechenden Reichweite sollten zum geträumten game changer werden. Nur unter Bedingung des Ausgleichs der Reichweite der Vernichtungsmittel und damit der Abschwächung des besagten Schwerpunkts des Feindes kann von einer Wende im Kriegsverlauf gesprochen werden.

Offensichtlich ist, dass die operativen und strategischen Perspektiven für 2023 für die Ukraine im Falle der Beschaffung der entsprechenden Mittel völlig anders aussehen werden als heute. Das Vorhandensein selbst der bloßen Bedrohung des Einsatzes durch die ukrainischen Streitkräfte der Vernichtungsmittel der entsprechenden Reichweite wird die Russische Föderation dazu zwingen, die Art, den Verlauf und das Ergebnis unserer Konfrontation anders zu betrachten.

Allerdings kann die Ukraine den Erwerb entsprechender Waffensysteme von Partnern nur als Lösung für eine Übergangszeit in Betracht ziehen. Seit den ersten Tagen der umfassenden Aggression der Russischen Föderation steht die ukrainische Seite vor dem akuten Problem der Wiederherstellung und Ausrichtung ihrer eigenen Projektierung und Produktion von Mustern von High-Tech-Waffen. Und die taktisch-technischen Anforderungen für solche Muster sollten bereits entsprechende Parameter beinhalten, insbesondere, was die Reichweite betrifft. Zweifellos eröffnen die nationalen Bemühungen der Ukraine in dieser Richtung unbegrenzte Möglichkeiten für die internationale militärisch-technische Zusammenarbeit mit Partnerländern.

Grundlage des ukrainischen Widerstands – bedeutende militärisch-technische Hilfe von Partnern

Bei der Behandlung der Perspektiven der Zusammenarbeit mit Partnern zur Lieferung von Waffen an die Ukraine ist es ratsam, zwei wichtige Faktoren zu berücksichtigen, die schon seit Beginn der Aggression einen bedeutenden Einfluss auf die Annahme entsprechender Entscheidungen, Fristen und Liefermengen haben.

Der erste von ihnen ist ein Missverständnis über das Ausmaß des russisch-ukrainischen Krieges. Trotz einer ausreichenden Menge an allgemein verfügbaren Informationen ist es für die moderne Generation, die Welt, und vor allem für die Europäer, schwierig, sich Kampfhandlungen im Stil des Zweiten Weltkriegs in der Realität vorzustellen. Die Kontaktlinie ist Tausende Kilometer lang, Zehntausende Militärfahrzeuge, mehr als eine Million Menschen, die direkt oder indirekt mit Waffen in der Hand an diesem Krieg teilnehmen. Luftalarmsirenen und Raketenbombenangriffe auf zivile Städte, Flüchtlinge und Kriegsgefangene, Flussüberquerungen und Panzerdurchbruchsversuche – all dies bleibt für die absolute Mehrheit der Menschen auf der Welt nur eine gespenstische Realität der Weltkriege des letzten Jahrhunderts.

Gleichzeitig ist alles Besagte für das Volk und die Streitkräfte der Ukraine bereits zu einem unabdingbaren Bestandteil des täglichen Lebens geworden. In Bezug auf den Einsatz von Personal und Technik hat der Widerstand der Ukraine gegen die russische Aggression bereits bestimmte Werte für Kampfhandlungen auf ihrem Territorium während des Zweiten Weltkriegs überschritten. Die Ausrichtung eines effektiven Widerstands gegen die mehr als 300.000-köpfige Gruppe der russischen Streitkräfte erforderte die Mobilisierung von Hunderttausenden von Menschen für die Streitkräfte der Ukraine und ihre Ausstattung mit Zehntausenden von militärischer Ausrüstung. Und der tägliche Munitionsverbrauch der Streitkräfte der Ukraine, beispielsweise Artilleriegeschosse pro Kanone, übersteigen im Durchschnitt auf das Dreifache die Werte der Royal Artillery der britischen Armee während des Ersten Weltkriegs. Unter Berücksichtigung der Kriegsdauer und der Aussichten auf den Feldzug 2023 ist es unwahrscheinlich, dass diese Werte sinken werden.

Die Abwehr durch die Ukraine der Aggression der Supermacht erfordert und wird noch lange Zeit erhebliche materielle Ressourcen und finanzielle Kosten erfordern. Im Jahr 2023 sollte als materielle Basis des ukrainischen Widerstands die bedeutende nach ihrem Umfang militärisch-technische Hilfe von Partnerländern bleiben. Denn trotz eigener Verluste durch Wirtschaftssanktionen, Abhängigkeit von russischen Energieträgern und gesonderter Versuche, die Russische Föderation zu „befrieden“, wird die Weltgeschichte keinem Land der Welt die Schlampigkeit mit dem blutigen Raubtier verzeihen, das sich nur an frischem Blut betrinkt.

Der zweite Faktor ist die direkte Bedrohung des Einsatzes unter bestimmten Umständen taktischer Nuklearwaffen durch die russischen Streitkräfte. Die Kampfhandlungen auf dem Territorium der Ukraine haben bereits gezeigt, wie die Russische Föderation sogar in einem Krieg Fragen der globalen nuklearen Sicherheit mit konventionellen Mitteln vernachlässigt (das Kernkraftwerk Tschernobyl stand vom 24. Februar bis 2. April 2022 unter der Kontrolle russischer Truppen. Das Atomkraftwerk Saporischschja steht seit dem 4. März 2022 unter der Kontrolle russischer Truppen). Insbesondere haben russische Truppen seit Juli 2022 eine Militärbasis auf dem Territorium des Kernkraftwerks Saporischschja eingerichtet und schwere Artillerie, insbesondere Mehrfachraketenwerfersysteme BM-30 „Smertsch“, stationiert (Hinshaw D., Parkinson J.(2022, July 5). Russian Army Turns Ukraine’s Largest Nuclear Plant Into a Military Base. The Wall Street Journal.).

Es ist schwer vorstellbar, dass sogar Nuklearschläge es der Russischen Föderation ermöglichen werden, den Widerstandswillen der Ukraine zu brechen. Aber die Bedrohung, die für ganz Europa entstehen wird, darf nicht ignoriert werden. Auch darf die Wahrscheinlichkeit einer direkten Beteiligung der führenden Länder der Welt an einem „begrenzten“ Nuklearkonflikt, bei dem die Aussicht auf einen Dritten Weltkrieg bereits unmittelbar sichtbar ist, nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Gezwungen, aber äußerst notwendig, muss man zur Quelle der russischen Sicherheit, nämlich zur Straflosigkeit, zurückzukehren. Jegliche Versuche praktischer Schritte zum Einsatz taktischer Nuklearwaffen müssen unter Einsatz des gesamten Arsenals an Mitteln, die den Ländern der Welt zur Verfügung stehen, gestoppt werden. Schließlich wird die Russische Föderation von diesem Moment an nicht nur zu einer Bedrohung für das friedliche Zusammenleben der Ukraine, ihrer anderen Nachbarn und einer Reihe europäischer Länder, sondern auch zu einem wahrhaft globalen Terrorstaat.

Aus unserer Sicht sollten die Aussichten des Feldzugs 2023 gerade unter Berücksichtigung einer so komplexen und mehrdeutigen Kombination von Faktoren betrachtet werden. Nur ihre vollständige und komplexe Berücksichtigung wird die Voraussetzungen für die Aufgabe der Ukraine schaffen, die Streitkräfte des Aggressor-Staates zu besiegen und den zerstörerischen Krieg in Europa zu beenden.

Walerij Saluschnyj, Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Mitglied des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, General

Mychajlo Sabrodskyj, erster stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses der Werchowna Rada der Ukraine für nationale Sicherheit, Verteidigung und Geheimdienste, Generalleutnant

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