Ruiniertes Komyschuwacha: Das Dorf nach 18 Beschüssen an einem Tag

Ruiniertes Komyschuwacha: Das Dorf nach 18 Beschüssen an einem Tag

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Ukrinform Nachrichten
Komyschuwacha liegt einige zehn Kilometer von Saporischschja entfernt. Am 11. Mai griff der Feind 18 Mal das Dorf an.

Raketen trafen die Häuser von Zivilisten und zerstörten eine Beleuchtungsfirma.

„Das ist ein Terror gegen die Zivilbevölkerung. Hier gibt es keine militärischen Errungenschaften. Sie haben einen Zivilisten getötet, eine alte Frau hat Splitterwunden und innere Blutungen davongetragen, eine Frau im Garten wurde verwundet. Was ist das für eine militärische Errungenschaft? Das ist purer Terror. Kein Militärfahrzeug oder Lagerhäuser wurden zerstört. Nur Zivilisten sind verletzt worden“, sagt Jurij Karapetjan, Leiter der vereinigten territorialen Gemeinschaft von Komyschuwacha.

Ihm zufolge wurde der erste Einschlag im Dorf um 4:40 Uhr registriert. Das ukrainische Militär hat eine Rakete abgeschossen, die auf Saporoschschja flog. Die feindliche Granate fiel und explodierte auf dem Gelände des Unternehmens „Komyschuwacha Fabrik für Metallprodukte“.

Gegen 14:00 Uhr begann der Feind chaotisch auf die Häuser des Dorfes zu feuern. Es wurden noch 17 Einschläge gezählt.

„Alles wurde registriert. Es gibt Bruchstücke, es gibt Trichter. Das Alarmsystem in der Gemeinde funktioniert nicht. Aber die Explosionen waren so schnell, dass kein Alarmsystem hätte funktionieren können“, fügte Karapetjan hinzu.

Durch Angriffe wurden etwa 60 Häuser beschädigt und noch 10 komplett ruiniert.

In einem solcher Häuser, das komplett zerstört wurde, lebt eine 83-jährige Frau Kateryna.

Sie kann nicht sprechen, sie weint nur und beschwert sich bei jemandem am Telefon, dass das Haus, das sie und ihr Mann 60 Jahre lang bauten, weg ist.

Zum Zeitpunkt des Angriffs ging Kateryna gerade auf dem Hause hinaus. Sie kümmerte sich um ihre kranke Tochter, die in der Nähe wohnte. Das rettete sie eigentlich. Ihr Sohn Serhij und ihre Schwiegertochter Switlana kamen, um die Trümmer zu räumen. Beide weinen und verstehen nicht, was sie tun sollen.

Auch Nachbarhäuser wurden zerstört. In einem der Häuser bog die Explosionswelle die Wand nach innen, eine ältere Frau wurde verletzt. Sie war mit inneren Blutungen ins Krankenhaus von Saporischschja eingeliefert worden.

Nach Angaben des Leiters der territorialen Gemeinde blieben etwa 8.000 Menschen auf ihrem Territorium. Noch rund 5.000 Einwohner (Frauen und Kinder) verließen die Gemeinde.

Der Gemeindevorsteher gibt zu, dass sie keine zentralen Luftschutzbunker haben, weil sich hier niemand auf den Krieg vorbereitet hat.

Er rät den Menschen, wenn sie mindestens eine Explosion hören werden, in den Keller zu rennen und an die Regel der zwei Wände zu denken.

Was das Unternehmen anbelangt, das von der feindlichen Rakete zerstört wurde, ist es eines der leistungsstärksten im Bezirk Horochiw. Wie Andrij Anikin, Direktor der „Komyschuwacha Fabrik für Metallprodukte“ erzählte, planten sie gerade, neue Ausrüstung zu installieren, die sie Ende letzten Jahres gekauft hatten.

„Zu Beginn des Krieges wurde die Fabrik stillgelegt. Und vor etwa 2 Wochen beschlossen wir, die Arbeit allmählich wieder aufzunehmen. Zement wurde gekauft ... Der Einschlag war sehr früh. An diesem Tag mussten 5 Personen zur Arbeit gehen, um die Ausrüstung zu installieren. Alles wurde abgesagt“, sagte er.

Im vergangenen Jahr baute das Unternehmen Beleuchtungsmasten für eine Brücke in Saporischschja im Wert von 3 Mio. UAH. Wir planten, die Ausrüstung zu kaufen, und unterzeichneten auch einen Vertrag mit der türkischen Firma Onur über die Herstellung weiterer 180 Masten für den zweiten Teil der Brücke. Aber das sind jetzt nur Pläne…

Durch die ständigen Beschüsse hat die Gemeinde Probleme mit der Stromversorgung.

„Die Stromleitungen werden ständig kaputtgeschlagen. Die Gasleitung ist beschädigt. Heute (11. Mai – Red.) sind Mahdalyniwka und Nowojakowliwka ohne Strom. Das Militär hat den Bereitschaftsdiensten die Reparaturarbeiten verboten. Sie planen, die Stromversorgung morgen wieder herzustellen“, sagte Karapetjan.

Die regionale Staatsanwaltschaft von Saporischschaj hat ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen die Gesetze und Gebräuche des Krieges in Verbindung mit vorsätzlichem Mord eingeleitet (Artikel 438 Teil 2 des Strafgesetzbuchs der Ukraine).

Olha Swonarjowa

Foto: Dmytro Smoljenko

yv


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