Zahl russischer Angriffe auf medizinische Einrichtungen in der Ukraine im Vorjahr fast um 50% gestiegen
Seit Kriegsbeginn im Jahr 2022 hat Russland 2591 Mal medizinische Einrichtungen in der Ukraine angegriffen, heißt es in einem Bericht von Physicians for Human Rights.
Von 2024 bis 2025 sei demzufolge die Zahl dokumentierter Angriffe von 445 auf 663 – also fast um 50% gestiegen.
Im Jahr 2022 seien Angriffe auf medizinische Einrichtungen eines der markantesten Symbole der russischen Kampagne gegen die ukrainische Zivilbevölkerung gewesen. Im ersten Monat der großangelegten russischen Invasion sei das ukrainische Gesundheitswesen täglich angegriffen worden. In den ersten zwei Wochen hätten die Russen täglich vier bis fünf Krankenhäuser attackiert, hieß es.
Laut der Koordinatorin des PHR- Programms in der Ukraine, Uljana Poltawets seien
- 1 389 Angriffe, infolge derer Krankenhäuser und Kliniken beschädigt oder zerstört wurden ;
- 235 Angriffe auf Rettungswagen;
- 359 tote und 379 verletzte medizinische Mitarbeiter;
- 127 Angriffe, welche die medizinische Versorgung von Kindern beeinflusst haben;
- 94 Angriffe, welche die medizinische Versorgung von Müttern beeinflusst haben,
registriert worden.
Zu Beginn der russischen Invasion seien die meisten Angriffe mit Artillerie und Raketensystemen durchgeführt worden. Der verstärkte Einsatz von Drohnen habe den Charakter der Angriffe geändert. In den letzten Monaten würden immer mehr Aufklärungs- und Kampfdrohnen durch die russische Armee eingesetzt, was die Evakuierung von Betroffenen sowie Leistung der medizinischen Hilfe insbesondere durch sogenannte „Double-Tap“- Angriffe auf Rettungskräfte erschwere.
Die Zahl der Drohnenangriffe sei seit 2023 um 1.000% gestiegen - von 25 auf über 300 im Jahr 2025, sagt Christina Wille, Leiterin von Insecurity Insight.
Durch Angriffe auf Entbindungskliniken sei Müttersterblichkeitsrate im Jahr 2024 um 37% gestiegen. Die Sterberate in der Ukraine sei demnach fast dreimal so hoch wie die Geburtenrate.
Foto: Staatsanwaltschaft der Ukraine