Oksana Markarowa, Botschafterin der Ukraine in den Vereinigten Staaten
In der Ukraine gibt es eklatante Sprossen, die zum Erfolgsgeheimnis der USA geworden sind
02.03.2021 16:55

Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat am 25. Februar einen Erlass über die Ernennung von Oksana Markarowa zur Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafterin der Ukraine in den Vereinigten Staaten verabschiedet.

Ukrinform hatte die Gelegenheit, als erster der neu ernannten Botschafterin zum offiziellen Beginn ihrer diplomatischen Karriere zu gratulierten und sie nach ihren Motiven, Plänen, Aufgaben und Prioritäten an der Spitze der ukrainischen Botschaft in Washington zu fragen.

Frau Botschafterin, Facebook hat kürzlich daran erinnert, dass Sie vor mehr als sechs Jahren nach dem Angebot von Natalija Jaresko (Finanzministerin 2014 – 2016 – Red.), sich dem Team des Finanzministeriums anzuschließen, geschrieben haben: „Manchmal triffst du eine Wahl, und manchmal trifft eine Wahl dich“. Und wer hat welche Wahl im Fall des Vorschlags, die ukrainische Botschaft in den Vereinigten Staaten zu leiten, getroffen?

Facebook hat mir kürzlich noch eine Erinnerung gebracht: Unmittelbar nach dem Sieg der Revolution der Würde schrieb ich, dass das erste, was nach der Ernennung einer neuen Regierung getan werden muss - sich um die öffentlichen Finanzen zu kümmern. Zu der Zeit dachte ich nicht, dass ausgerechnet ich mich damit befassen werde (lacht).

Aber als Natalija Jaresko anbot, sich dem Team des Finanzministeriums anzuschließen, ließ ich überhaupt nicht die Möglichkeit zu, abzulehnen, weil ich es für meine Pflicht hielt, dort zu helfen, wo ich konnte, obwohl ich nicht dachte, dass ich so lange bleiben werde.

Als ich im März letzten Jahres nach fast fünfjähriger Arbeit das Finanzministerium verließ, und wie es mir scheint, mit ziemlich guten Ergebnissen, war die Rückkehr in den öffentlichen Dienst in naher Zukunft nicht Teil meiner Pläne.

Als der Vorschlag, die ukrainische Botschaft in den Vereinigten Staaten zu leiten, sowohl von Außenminister Dmytro Kuleba als auch vom Präsidenten kam, war er auch einer von den Vorschlägen, der nicht abgelehnt werden kann.

Außenminister Dmytro Kuleba sagte, dass Ihre Kandidatur perfekt in das imaginäre Porträt des Botschafters der Ukraine in Washington passt. Können Sie Ihre idealen Qualitäten in diesem Sinne nennen?

Eine interessante Frage, aber wahrscheinlich wird es richtiger sein, wenn andere über „ideale Qualitäten“ sagen werden. Ich erzähle lieber, was ich gerne mache und was mir bei meiner diplomatischen Arbeit helfen wird.

Erstens, ich mag sehr Probleme auf komplexe Weise aufbauen und lösen - von der Entwicklung einer Idee, Strategie, eines Aktionsplans und bis zu ihrer Umsetzung, zur Schaffung einer Institution, die ihre Funktion in Zukunft erfüllen kann.

Zweitens mag ich es, mit verschiedenen Menschen zu arbeiten und dort Vereinbarungen zu treffen, wo es unmöglich scheint, und nicht auf konfliktbehaftete Weise, wenn du gewinnst und die andere Seite verliert, sondern so, dass alle sie akzeptieren.

Tatsächlich waren internationale und nationale Verhandlungen ein großer Teil meiner Arbeit im Finanzministerium, und ich denke, diese Erfahrung wird mir im diplomatischen Dienst von Nutzen sein.

Drittens gefällt es mir sehr, mehr zu tun als von dir erwartet wird. Im Finanzministerium war das beispielsweise neben der typischen Arbeit im Finanzministerium der Start des ukrainischen Start-up-Fonds, des E-Data-Projekts und des Büros für die Heranziehung und Unterstützung von Investitionen UkraineInvest. Meiner Meinung nach wird es in diplomatischer Position in Synergie mit der Botschaft auch möglich sein, viele weitere effektive Projekte einzuleiten.

Und in Wirklichkeit denke ich, das Wichtigste, was mich dazu gebracht hat, war die Liebe zur Ukraine, so pathetisch das auch klingen mag, das Vertrauen in ihre große Zukunft und die Möglichkeit, sich ihrer Annäherung anzuschließen.

Natürlich gibt es bei jeder Arbeit etwas dazu zu lernen, aber ich spüre definitiv keinen Mangel an Wissen oder Fähigkeiten bei mir. Außerdem werde ich in einem Team mit erfahrenen Diplomaten sowohl bei der US-Botschaft als auch beim Außenministerium und der gesamten diplomatischen Familie arbeiten. Die Ukraine hatte wunderbare Botschafter in den Vereinigten Staaten vor mir, und ich sehe, dass auf der Grundlage dessen, was bereits gemacht wurde, und meines unmittelbaren Vorgängers, Herrn Wolodymyr Jeltschenko, noch mehr getan werden kann. Ich spüre, dass ich zu diesem Job bereit bin.

Haben Sie mit Wolodymyr Jeltschenko kommuniziert?

Na sicher!

War alles in Ordnung? Gab es irgendwelche Spannungen oder Unbehagen zwischen Ihnen?

In der Kommunikation mit denen, die vor und nach mir Finanzminister waren, mit anderen Regierungsbeamten ging ich immer davon aus, dass wir alle Mitglieder eines Teams „Ukraine“ sind und an einer Sache arbeiten, nur heute in einer Konfiguration. und morgen in einer anderen.

Daher ist es mir hingegen absolut bequem, zu kooperieren, zu telefonieren, einige Diskussionen zu initiieren, und ich empfinde den gleichen Ansatz von meinen Kollegen.

Wolodymyr Jeltschenko ist ein wunderbarer Mensch und ein äußerst erfahrener Diplomat, daher erhielt ich Unterstützung und Verständnis von ihm.

Welche Aufgaben hat die Staatsführung vor Ihrer Abreise in die USA für Sie gestellt?

Die allgemeine Aufgabe wurde vom Präsidenten der Ukraine und vom Außenminister gestellt: der maximale Ausbau unserer strategischen Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten in allen Bereichen, die heute Priorität haben.

Es sind die Stärkung der Zusammenarbeit mit der Administration von Joe Biden und der politische Dialog auf der Grundlage ihrer breiten Unterstützung durch beide Parteien, die aktive Beteiligung an allen Sicherheitsfragen, die die Wiederherstellung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine sowie die Wiedererlangung der besetzten Gebiete Donbass und Krim betreffen, und die Stärkung die Sicherheit unseres Landes und der Region.

Darüber hinaus sind es neue Aufgaben, die der Präsident jetzt den Diplomaten in finanziell-wirtschaftlicher Richtung stellt - Wirtschaftsbotschafter der Ukraine zu sein und einerseits die Entwicklung ukrainischer Unternehmen in den USA maximal zu fördern und den Export zu unterstützen und andererseits – Investitionen amerikanischer Unternehmen heranzuziehen und die gemeinsamen Projekte auf verschiedenen Ebenen umzusetzen, so dass die Handels- und Investitionszusammenarbeit zwischen unseren Ländern um ein Vielfaches steigen könnte.

All diese Themen sind Prioritäten, mit denen ich mich von den ersten Tagen im Amt an befassen werde.

In Expertenkommentaren wurde die Meinung geäußert, dass Ihre Ernennung mit der Notwendigkeit verbunden ist, eine wirksame Kommunikation mit dem IWF herzustellen, um die nächsten Tranchen zu erhalten. Haben Sie einen solchen Auftrag bekommen?

Ich war überhaupt bestaunt, solche Kommentare zu lesen, insbesondere von einigen erfahrenen Diplomaten, die wissen sollten, was die Botschafter zu tun haben und welche Beteiligung sie an der Lösung von Problemen mit dem IWF haben.

Es gibt ein Verhandlungsteam im Finanzministerium und in der Nationalbank, die jeden Tag daran arbeiten. Es gibt einen wunderbaren Vertreter der Ukraine im IWF - Wladyslaw Raschkowan, und auch Roman Katschur in der Weltbank und Artem Schewaljow in der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, die sich nicht das erste Jahr mit unserer Zusammenarbeit mit internationalen Finanzpartnern hochprofessionell und effektiv befassen.

Natürlich bin ich als Botschafterin bereit und werde mich allen Fragen anschließen, in denen ich nützlich sein und der ukrainischen Seite bei dieser Arbeit helfen kann. Die meisten zentralen Organe von Finanzorganisationen befinden sich in Washington und ich habe große erfolgreiche Erfahrung mit ihnen und eine breite Basis persönlicher Kontakte auf allen Ebenen, einschließlich der Führung, aber die Arbeit mit dem IWF ist weit nicht die Hauptaufgabe eines Botschafters in Washington.

Werden Sie dem Präsidenten Biden die offizielle Einladung bringen, die Ukraine zum 30. Jahrestag der Unabhängigkeit zu besuchen?

Lassen Sie uns nicht über Daten sprechen, aber wir arbeiten natürlich aktiv, und diese Arbeit hat bereits begonnen - an einem Telefongespräch zwischen den Präsidenten der Ukraine und den Vereinigten Staaten sowie an den Besuchen des Präsidenten Selenskyj in den Vereinigten Staaten und des Präsidenten Biden in der Ukraine.

Der stellvertretende Leiter des Büros des Präsidenten, Ihor Schowkwa, teilte mit, dass die Ukraine einen neuen Fahrplan für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten entwickelt. Können Sie uns etwas über die Details erzählen? Gibt es Pläne, in naher Zukunft eine Sitzung der Kommission der Strategischen Partnerschaft der Ukraine und der Vereinigten Staaten abzuhalten?

Wenn wir über einen neuen Tag in unseren Beziehungen zu den Vereinigten Staaten sprechen, meinen wir damit, dass er nicht bei Null anfängt, sondern nach einer langen Geschichte unserer strategischen Partnerschaft. Und neu ist er, weil wir diese Partnerschaft viel intensiver gestalten wollen.

Alle unseren Prioritäten sind klar - politische Unterstützung, Sicherheitskooperation, Entwicklung wirtschaftlicher Beziehungen, humanitäre Fragen. Wir arbeiten an einem umfassenden Fahrplan. Er beinhaltet sowohl den Inhalt unserer Zusammenarbeit, nämlich was wir zu tun haben werden, als auch die Formaten - wie wir es tun werden.

Für jede der Prioritäten in dem Fahrplan gibt es konkrete Arbeitsbereiche. Dazu gehört natürlich auch die Sitzung der Kommission der Strategischen Partnerschaft auf der Ebene der Außenminister.

Vielleicht werden es neue Formate der Zusammenarbeit in den Bereichen der Bekämpfung von Cyber-Bedrohungen und der militärischen Aggressionen geben, in denen die Ukraine über Erfahrungen verfügt, die für die USA von Nutzen sein können.

Hat dieser Fahrplan einen Zeitrahmen oder handelt es sich um eine Reihe von Ideen?

Es ist eine Reihe von konkreten Vorschlägen mit klaren Themen und Funktionen sowie den von uns vorgeschlagenen Formaten.

Natürlich gibt es Vorschläge für Zeitintervalle, die wir derzeit für uns selbst festlegen. Aber wie wir uns alle erinnern, braucht man zum Tanzen zwei. Also, sobald wir feststellen werden, was und wie wir für jeden unserer Vorschläge tun werden, wird der Zeitrahmen präzisiert.

Wir verstehen, dass wir sehr wenig Zeit haben, und der Präsident stellt diese Aufgaben als dringend. In vielen Bereichen werden wir daher so schnell handeln wie die Zustimmung unserer Partner zulässt.

Angesichts der Tatsache, dass sich US-Präsident Joe Biden in den ukrainischen Realitäten gut orientiert, wird dies, nach Ihrer Prognose, Ihre Arbeit als Botschafterin erleichtern oder, im Gegenteil, erschweren?

Ich halte es natürlich für einen sehr positiven Aspekt, dass der Staat, der unser strategischer Partner ist, jetzt von einem Präsidenten geleitet wird, der die Ukraine sehr gut kennt.

Aber er kennt nicht nur unsere guten Eigenschaften, sondern auch unsere Mängel ...

Ich würde hier eine Parallele zu wahrer Freundschaft oder einem glücklichen Familienleben ziehen, das man nur dann aufbauen kann, wenn man sowohl Positives als auch Negatives ineinander akzeptiert.

Es scheint mir, dass die tiefe Kenntnis, sowohl des Präsidenten der Vereinigten Staaten als auch vieler Mitglieder seines Teams über die Ukraine, ein großes Plus ist. Dies wird unserem strategischen Partner ermöglichen, keine Zeit mit dem Studieren des „ukrainischen Dossiers“ zu verschwenden.

Darüber hinaus sehen sie klar nicht nur unsere positiven und negativen Seiten, wenn man so über das Land sagen kann, sondern auch den Kontext und die Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, und sie verstehen, wo wir uns allein bewegen müssen und wo wir ihre Hilfe brauchen.

Kann man angesichts der Situation mit dem Kampf gegen die Korruption in der Ukraine auf einen effektiven Dialog mit dem Team des neuen US-Präsidenten zählen, insbesondere auf die Wiederherstellung einer milderen Strafe für das Lügen in elektronischen Erklärungen, die Verzögerung der Justizreform?

Ich schlage vor, von dem Paradigma zurückzutreten, dass die Bekämpfung der Korruption von uns unsere internationalen Partnern verlangen - dies ist vor allem eine Forderung unserer Bürger.

Alle Wahlprogramme der ukrainischen politischen Kräfte enthalten Punkte über die Notwendigkeit, Rechtsstaatlichkeit aufzubauen und Korruption zu verringern, denn dies ist das, was die Menschen fordern, ehrliches ukrainisches Geschäft, und ohne die es unmöglich ist, voranzukommen.

Vielleicht ist diese Bewegung nicht ganz einlinig und nicht so schnell, wie wir es uns alle wünschen. Aber wir sind ein demokratisches Land, daher kann man bei komplizierten Reformen nur durch die Erörterung und die Zustimmung vieler Parteien sowie gemeinsame wirksame Gegenmaßnahmen gegen die Gegner des fortschreitenden Wandels vorankommen.

Zum Beispiel ist die Justizreform die schwierigste von allen: Sie nimmt viel Zeit in Anspruch, und es wird Probleme auf diesem Weg geben – das muss man auch verstehen und die Geduld und den Eifer haben, um sie zu lösen.

Wenn wir über die Antikorruptions-Staatsstruktur in der Ukraine sprechen, dann existiert, funktioniert sie trotz aller Unglauben, dass sie gebaut werden kann, trotz aller Kritik und möglicher Mängel, und es scheint mir, dass sie bereits Teil unseres Lebens geworden ist.

In Bezug auf das Monitoring des Lebensstils sind wir in der Tat ein beispiellos offener Staat - ich habe im öffentlichen Raum der meisten Länder so viele Informationen über fast alle Staatsbeamten nicht gefunden. Und in Bezug auf die Finanzmonitoring und die Identifizierung der Begünstigten können wir den anderen bereits selbst viel beibringen.

Dabei bin ich sicher, dass es in der Ukraine eine kritische Masse von Menschen gibt - in der Regierung, im öffentlichen Sektor, in der Wirtschaft, die die Korruption bekämpfen wollen. Ob alles bei uns klappt? Definitiv nicht. Dies ist jedoch nur ein Anlass, härter zu arbeiten, und für unsere amerikanischen Partner, diese positiven Transformationen zu unterstützen.

Die Hauptpriorität unserer Außenpolitik besteht darin, Frieden in Donbass herzustellen und die Krim zurückzugewinnen. Welche Unterstützung erwarten wir von der neuen US-Regierung, um diese Ziele zu erreichen?

Zuallererst ist es natürlich der maximale Druck und die Verschärfung der Sanktionen der Vereinigten Staaten und unserer europäischen Partner, damit der Preis für die Aggression gegen die Ukraine für Russland nicht nur nicht sinkt, sondern auch so lange steigt, bis der Aggressor sein Verhalten ändert.

Das nächste ist die Beteiligung der Ukraine am kollektiven Sicherheitssystem und unser Beitritt zur NATO. Dies ist eine sehr wichtige Priorität, und wir hoffen, mit Unterstützung unseres strategischen Partners maximal schnell, innerhalb des Landes alles Notwendige zu tun, damit der Erhalt des Aktionsplans und unser Beitritt zum Bündnis so schnell wie möglich Wirklichkeit werden.

Das Dritte ist die Hilfe bei der Steigerung der Fähigkeiten unserer Streitkräfte und unseres Sicherheitssystems.

Wir haben bereits von Präsident Biden über die Bereitschaft der USA, der Ukraine mehr zu helfen, gehört, auch mit Waffen. Es geht aber nicht nur darum, Waffen zu bekommen, sondern auch die Kapazitäten unserer Streitkräfte auszubauen.

Ich denke, wir haben viele Möglichkeiten, sowohl für die bilaterale Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten, um unsere Armee zu stärken, als auch für die Erhöhung der Sicherheit in der Schwarzmeerregion.

Natürlich werden wir die Investitionszusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten im Verteidigungsbereich und die Einbeziehung unserer strategischen Partner in alle heutzutage bestehenden Formate der Abwehr der russischen Aggression gegen die Ukraine entwickeln.

Planen Sie in Washington einen Dialog über Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Rahmen des Budapester Memorandums einzuleiten?

Lassen Sie uns davon auszugehen, wo wir jetzt sind.

Man kann viele Fragen aufwerfen, die mit früheren Garantien verbunden sind, aber wir sehen, dass dies leider einen der Unterzeichner dieses Dokuments nicht davon abgehalten hat, die Krim zu besetzen und schon sieben Jahre lang gegen die Ukraine aggressiv vorzugehen.

Daher werden wir alle möglichen Instrumente und Formate verwenden, wobei wir uns auf die Dinge konzentrieren werden, die unsere Sicherheit für die Zukunft garantieren können, und das sind die NATO und der Ausbau der Fähigkeiten der Streitkräfte der Ukraine.

Der NATO-Beitritt ist schließlich eine Frage der Jahre. Was ist für Sie in naher Zukunft eine Priorität - die Unterstützung von den Vereinigten Staaten der Gewährung der Ukraine des Aktionsplans für die NATO-Mitgliedschaft oder der Erhalt von der Ukraine des Status als wichtiger Verbündeter außerhalb der NATO?

Es gibt viele Formate der bilateralen Zusammenarbeit durch den Abschluss verschiedener Abkommen, die wir definitiv entwickeln werden. Aber die Ukraine hat eine klare Entscheidung über die Bewegung in die NATO getroffen, und wir haben dies in der Verfassung verankert.

Unsere Partner unterstützen seit 2008 Entscheidung über den künftigen Beitritt der Ukraine zur Allianz. Deshalb ist es jetzt unser Ziel, diesen Weg maximal schnell hinter sich zu lassen, schnellstmöglich den Aktionsplan zu erhalten, und das Wichtigste, unsere militärischen Fähigkeiten gemäß den NATO-Standards auszubauen.

In einem Interview mit New York Times sprach Präsident Wolodymyr Selenskyj von der Bedeutung einer Stärkung der wirtschaftlichen Ausrichtung der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten. Haben Sie irgendwelche Ideen zu Kooperationsprojekten oder zur Gewinnung amerikanischer Investitionen?

Ja, natürlich. Es gibt einige Sektoren, in die es für uns interessant wäre, mehr zu investieren, und in denen wir, meiner Meinung nach, dem amerikanischen Geschäft sehr interessante Perspektiven bieten könnten.

Dies sind natürlich Innovationen, ich meine nicht nur die „reine“ IT-Sphäre, sondern vor allem Hochtechnologien in anderen Bereichen - Hightech, Agro-Tech, Medizin sowie Militärverteidigungssektor.

Es ist noch zu früh, über die Namen zu sprechen, aber wir besprechen bereits eine Reihe von Projekten in den Bereichen Verteidigung, Energie, Bergbau und Landwirtschaft, bei denen ich hoffe, dass wir in den ersten sechs bis zwölf Monaten der Arbeit Fortschritte zeigen können.

Die Ukraine hat viele Wünsche und Erwartungen hinsichtlich der Unterstützung der Vereinigten Staaten bei unseren Bemühungen bei der Abwehr der russischen Aggression, der Reform des Landes und der Befreiung der Krim. Und was kann die Ukraine unserem strategischen Partner bieten, damit die Beziehungen zwischen den Ländern wirklich partnerschaftlich werden?

Erstens, dass wir als regionaler Partner der Vereinigten Staaten eine viel größere Rolle bei der Stärkung der Sicherheit der Schwarzmeerregion spielen können.

Zweitens ist die Ukraine eines der wenigen europäischen Länder mit einem enormen Wachstumspotenzial, das aufgrund seiner Lage, seiner Ressourcen, Innovationen und seines menschlichen Potenzials ernsthafte Möglichkeiten für die Geschäftsentwicklung bieten kann.

Jedes globale Unternehmen kann wachsen und wettbewerbsfähiger werden, indem es die Ukraine in sein Anlageportfolio aufnimmt, unabhängig davon, ob es sich um Dienstleistungen oder Produkte handelt. Das heißt, Investitionen in die Ukraine werden nicht nur für unseren Staat, sondern auch für das Unternehmen selbst eine Erfolgsgeschichte sein.

Außerdem befindet sich die Ukraine derzeit im Wandel, den andere Staaten im Laufe der Jahrhunderte durchgeführt haben, und gleichzeitig sind wir eine demokratische, tolerante und sehr lebenstüchtige Nation.

Und jetzt, mit neuen Herausforderungen in den Bereichen Cybersicherheit, soziale Medien und Terrorismus, kann die Ukraine, die nicht nur diesen Attacken ausgesetzt war, sondern auch sie angemessen abgewehrt und Schutzmaßnahmen entwickelt hat, Amerika und Europa helfen, auf diese Herausforderungen zu reagieren und ein Schlüssel zur Bewältigung vieler globaler Probleme zu sein.

Wird das Vorhandensein der antiamerikanischen Rhetorik und der Vorwürfe den USA wegen der externen Verwaltung in unserem politischen Diskurs nicht zu einem Element der Toxizität in Ihrer Arbeit?

Ich weiß noch aus meiner Arbeit im Finanzministerium, dass je mehr man die richtigen Dinge tut, die der Ukraine und ihrer Entwicklung zugute kommen, desto mehr Menschen lässt du ohne das korrupte Geld und Einfluss. Natürlich reagieren sie darauf mit Informationsangriffen oder der Verbreitung von Mythen.

Es scheint mir, dass man in diesem Fall den Fokus nicht verlieren und sich nicht ablenken lassen darf, sondern sich weiter vorwärts bewegen soll. Denn in Wirklichkeit ist die Ablenkung von der richtigen Richtung eines der Ziele einer solchen politischen Aktivität.

Es ist klar, woher dieses Narrativ kommt und welches Ziel es hat, aber ich denke, wir schenken ihm manchmal zu viel Aufmerksamkeit.

Wir als Land haben uns lange für unsere Bewegung in Richtung EU- und NATO-Mitgliedschaft entschieden, das ist in unserer Verfassung verankert und wird von der Mehrheit der Bürger unterstützt. Daher sind Thesen über die externe Verwaltung einiger Schöpfer politischer oder wirtschaftlicher Mythen manchmal nur lächerlich zu lesen… Wie kann eine gleichberechtigte Zusammenarbeit mit unseren europäischen oder amerikanischen Partnern eine externe Verwaltung sein? Dies ist normale interne Arbeit mit unserer europäischen Familie oder mit strategischen amerikanischen Partnern.

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass die anti-ukrainische Tätigkeit eine angemessene Bewertung erhält. Wenn das also eine reine Propaganda und die Arbeit für das Aggressorland sind, muss der Staat darauf reagieren, um solche hybriden Angriffe zu stoppen.

Und in diesem Sinne sehen wir die entscheidenden Maßnahmen, sowohl des Präsidenten als auch des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, die ich persönlich sehr begrüße.

Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach über seinen Traum, Hollywood und Disneyland in der Ukraine zu bauen. Und was möchten Sie von amerikanischem Boden auf den ukrainischen umsetzen?

In der Ukraine gibt es eklatante Sprossen davon, was, meiner Ansicht nach, zum Erfolgsgeheimnis der USA geworden ist - der Geist des Unternehmertums und der Innovationen, insbesondere unter jungen Menschen. Wir sind einzigartig, weil wir ein Ort sind, an dem Ideen wachsen, obwohl sie leider oft außerhalb unseres Landes umgesetzt werden.

Deshalb möchte ich kreative Industrien und Innovationen, im weitesten Sinne dieses Wortes, auf unseren Boden umsetzen, damit die gesamte Ukraine zu einem neuen Silicon Valley wird. Das sollte unser großer Erfolg sein!

Nadija Jurtschenko, Kyjiw

Foto: Hennadij Mintschenko

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