Oleh Schamschur, der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Ukraine in Frankreich
Deokkupierung der Krim - eine der Voraussetzungen für Wiederherstellung des Systems der europäischen Sicherheit
22.08.2018 11:23 408

In Frankreich versteht man, dass die Regelung der Frage der Rückkehr der Krim zur Ukraine Zeit, vereinbarte und konsolidierte Handlungen der internationalen Gemeinschaft beanspruche. Und obwohl die Krimproblematik keine am meisten aktuelle Frage für einen gewöhnlichen Franzosen darstellt, wird diese Frage in Expertenkreisen, auf staatlicher Ebene ständig behandelt. Die Aufmerksamkeit und die Haltung Frankreichs bezüglich der Krim, deren ungesetzlicher Okkupation durch Russland hängen von den Handlungen ab, die die Ukraine vornimmt, um im Westen diese Aufmerksamkeit heranzuziehen und zu halten. Über dieses und andere Probleme, die die Halbinsel Krim betreffen, über die Lage der Krimtataren, die Gegenwirkung der Gesetzlosigkeit seitens Russlands hat der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Ukraine in Frankreich Oleg Schamschur in einem exklusiven Ukrinform-Interview erzählt.

DISKUSSION ÜBER ZWECKMÄSSIGKEIT ODER DER UNZWECKMÄSSIGKEIT DER SANKTIONEN GEGEN RUSSLAND IST GEGENSTANDSLOS

Herr Botschafter, im Informationsfeld Frankreichs, insbesondre in den Geschäftskreisen wird die Frage über die Unzweckmäßigkeit und die Ineffektivität der Sanktionen, die gegen Russland wegen der Annexion der Krim verhängt waren, ab und zu aufgerollt. Gleichzeitig bleibt die offizielle Haltung des Landes unveränderlich - bis die Annexion dauert, solange gelten die Sanktionen. Erzählen Sie bitte, wie ist jetzt die Situation zu dieser Frage. Welche Tendenzen sind außer der offiziellen Haltung sichtbar?

Die französische Haltung in Bezug auf die Handlungen Russlands auf der Krim ebenso wie die Haltung der internationalen Gemeinschaft insgesamt ist vollkommen eindeutig: Paris verurteilt strengstens den Verstoß gegen die territoriale Integrität der Ukraine und fordert ihre Wiederherstellung. Unveränderlich ist auch die Haltung betreffs der Sanktionen - sie sollen bis zur vollen Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine beibehalten werden. Im Juni hat Frankreich den Beschluss der EU über die Verlängerung der Sanktionen gegen die Russische Föderationen für weitere 12 Monate, bis zum 23. Juni 2019 unterstützt, die in Zusammenhang mit der ungesetzlichen Annexion der Autonomen Republik Krim und der Stadt Sewastopol eingeführt worden waren. Im Juli hat Frankreich den Beschluss über die Verhängung der Sanktionen gegen sechs russische Firmen unterstützt, die am Bau der Kertsch-Brücke teilnahmen.

Manche französischen Unternehmen versuchen wirklich, ihre Tätigkeit auf der Halbinsel Krim fortzusetzen, sie suchen nach den Wegen, wie die existierenden europäischen Sanktionen umzugehen sind. Wir unsererseits nehmen diese Fälle unter die Lupe und reagieren operativ. Aufgedeckte Tatsachen werden durch offizielle diplomatische Kanäle dem Außenministerium Frankreichs mitgeteilt. Gefordert wird, die Maßnahmen gegen die Unternehmen zu treffen, die mit ihren Handlungen die internationale Gesetzgebung bezüglich der Beschlüsse und Direktiven des EU-Rats, die Sanktionen gegen die Russische Föderation und die Krim wegen der ungesetzlichen Annexion der Halbinsel durch Russland zu verhängen, tatsächlich verletzen.

Ich bin generell überzeugt, dass die Diskussion betreffs der Zweckmäßigkeit bzw. der Unzweckmäßigkeit der Sanktionen gegen Russland gegenstandslos ist, da die Sanktionen neben dem politisch-diplomatischen Druck ein einziges wirksames Mittel im Arsenal des Westens sind, und er ist bereit, das für die Gegenwirkung der russischen Aggression gegen die Ukraine zu verwenden.

73% FRANZOSEN VERHALTEN SICH NEGATIV ZU DEM AMTIERENDEN PRÄSIDENTEN DER RUSSISCHEN FÖDERATION

Vor kurzem hat der Abgeordnete des EU-Parlaments von Frankreich Aymeric Chauprade erklärt, dass die annektierte Krim "historisch russisch sei". Ähnliche Erklärungen, insbesondere der Vertreter der ultrarechten Kräfte, sind keine Seltenheit, aber, wenn sie die Politiker solchen Niveaus ausrufen, kann man sich aber nicht durch Argumentation, das seien traditionelle Sympathien gegenüber Russland und dem ganzen Russischen in der französischen Gesellschaft, beschränken. Sagen Sie bitte, ob sich das Verhalten zu der "Krim-Frage" und der Eroberungspolitik Russlands, insbesondere unter den Politikern, in den Massenmedien, bei der gewöhnlichen Bevölkerung ändert?

Die Wahlen, die in Frankreich im vorigen Jahr stattfanden, haben viele prorussische Politiker, die tatsächlich den "Lobbykern" im Parlament bildeten, außerhalb der großen Politik gelassen. Die größte der Parlamentskammern (Nationalversammlung - Red.) wurde zu 70 Prozent erneuert: dorthin sind viele Menschen gekommen, die die Natur der Ereignisse auf der Krim und im Donbass gut verstehen und die die russische Aggression gegen die Ukraine verurteilen.

In der Erklärung vom 30. Juli hat das Außenministerium Frankreichs erneut die Unveränderlichkeit der Position Frankreichs in Bezug auf die Krim und die entschlossene Anhänglichkeit bezüglich der vollständigen Wiederherstellung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine  sowie das Verhalten zu der Nichteinhaltung der Staatsgrenzen der Ukraine als ein Verstoß gegen das Völkerecht bestätigt.

Anlässlich des vierten Jahrestages der Annexion Krim hat das französische Außenministerium ein Statement veröffentlicht, worin die Rede von der Nichtanerkennung der Ergebnisse der russischen Präsidentschaftswahlen in der vorübergehend okkupierten Autonomen  Republik Krim seitens Frankreichs ist, die Besorgnis wegen der Militarisierung der Halbinsel und der Verschlimmerung der Situation bezüglich der Menschenrechte besonders der Krimtataren geäußert, die Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit der ethnischen oder religiösen Gemeinsamkeit verurteilt, zur Freilassung aller Personen aufgerufen wird, die mit Verstoß des internationalen Rechtes verhaftet sind, sowie aufgerufen wird, das historische und Kulturerbe der Krim zu schützen.

Zugleich versuchen ultrarechte und linksradikale Kräfte in Frankreich, wie auch in anderen europäischen Ländern, eine Politik alternativ der offiziellen zu führen, obwohl die Unterstützung ihrer unverhohlen prorussischen Haltung sowie seitens der lokalen Presse, als auch in intellektuellen und die Expertenkreise sehr unbedeutend ist.

Französische Massenmedien erläutern vorwiegend objektiv die Situation auf der okkupierten Halbinsel, verurteilen die ungesetzliche Annexion der Krim. Übrigens, es schließt tendenziöse oder einfach verlogene bestellte Mitteilungen in den marginalen Massenmedien (meistens im Internet) nicht aus, obwohl es eher Einzelfälle gibt.

Bezüglich der Unterstützung der Politik Russlands seitens gewöhnlicher Bürger, habe ich bereits gesagt, dass laut der Forschung, die von der Agentur Odoxa durchgeführt wurde, 73 % Franzosen ein negatives Verhalten gegenüber Wladimir Putin haben. Fast 71 % Franzosen meinen, dass der russische Präsident eine negative Rolle auf der internationalen Arena spielt, und 53 % sind der Meinung, dass Russlandversuchte, die Präsidentschaftswahlen in Frankreich zu beeinflussen.

WIEDERHERSTELLUNG DES SYSTEMS DER EUROPÄISCHEN SICHERHEIT IST VORBEHALTLICH DER DEOKKUPATION DER KRIM MÖGLICH 

Herr der Botschafter, In einem Interview haben Sie gesagt, dass die Ukraine bis 2014 als ein Land im Schatten Russlands wahrgenommen wurde und die Annexion der Krim und der Beginn des Krieges im Donbass haben dieses Verhalten geändert. Im Großen und Ganzen, wie sieht man im Land die Zukunft der Krim und die Aussichten deren Rückkehr zu der Ukraine? Wird diese Frage überhaupterörtert?

In Frankreich versteht man, dass Russland die Halbinsel nicht für die Schaffung eines modernen Erholungsorts für Russen und für Entwicklung der entsprechenden Infrastruktur braucht. Dazu die Ereignisse, die die Annexion der Krim verursacht hatte, haben tatsächlich ein Kreuz über  Entwicklung der Landwirtschaft auf ihrem Territorium gemacht.

Die Halbinsel ist in einen strategischen Militärstützpunkt umgewandelt worden und wird nur für die Verstärkung der Militärpräsenz im Schwarzmeerraum verwendet. Darüber hinaus sieht die friedliche Zukunft der Krim eine langwierige Periode der Wiederherstellung vor, notwendig sind menschliche Ressourcen und Finanzmittel. Und die Haltung Frankreichs bezüglich der Eindeutigkeit der Rückkehr der Halbinsel zu der Ukraine wurde mehrmals bestätigt. Wie ich bereits gesagt habe, war das zu einem nächsten Mal am 30. Juli, nach der Veröffentlichung der „Krim-Deklaration“ von dem US-Außenministerium, als das Außenministerium Frankreichs seine feste Anhänglichkeit der vollständigen Wiederherstellung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine, die Rückkehr der Krim betont hatte.

Insgesamt hat die Krim-Problematik für mich eine personale Dimension. Wenn ich in Genf in unserer ständigen Vertretung bei der UNO und anderen internationalen Organisationen gearbeitet hatte, beschäftigte ich mich viel damit, dass die Krim- und krimtatarische Thematik insbesondere die Probleme, die mit der Heimkehr ehemaliger Deportierter und ihrer Nachkommen im Zusammenhang standen, auf der Tagesordnung der internationalen Gemeinschaft weltweit bleiben. Damals begannen die Krimtataren bereits als Bürger der unabhängigen, sich in verschiedenen internationalen Organisationen anzukündigen.

Wenn ich im Staatskomitee für Nationalitäten und Migration der Ukraine gearbeitet hatte, gab ich mir alle Mühe, um die internationale Hilfe für Einrichtung der Krimtataren zu mobilisieren. Deshalb ist das für mich keine neue Problematik. Natürlich ist jetzt die Situation infolge der Okkupation der Krim durch Russlandradikal anders. Die Menschenrechtevor allem der Krimtataren und der ethnischen Ukrainer werden auf der Halbinsel schimpflich verletzt.

Wegen der russischen Aggression ist das System der europäischen Sicherheit nicht einfach kompromittiert, sie ist zerstört. Eine vollkommen notwendige Voraussetzung für Bildung einer neuen Architektur der Sicherheit ist die Deokkupation der Krim, die Einstellung des Krieges, der von Russland gegen unseren Staat entfesselt worden war.

D.h., Sie meinen, dass die Wiederherstellung der europäischen Sicherheit unmittelbar auf die Deokkupation der Halbinsel Krim zurückzuführen ist?

Unbedingt. Der Konsens, der sich nach der Helsinki-Abschlussakte über die Unzerstörbarkeit der Grenzen (am 1. August 1975 – Red.) gebildet hatte, wurde durch die russische Aggression zerstört. Keine Wiederherstellung der europäischen Stabilität kann vorbehaltlich der weiteren Okkupation der Krim durch Russland ernsthaft erörtert werden. Die ersten Warnglocken waren unbedingt die Aggression gegen Georgien. Das, was mit der Krim, mit der Ukraine passierte,ist schon keine Glocke, das ist schon eine Notglocke.

IN FRANKREICH FEHLEN JURISTISCHE EINFLUSSHEBEL AUF PRIVATE „KRIM-VOYAGER“

Anfang Sommer hat ein anderer Abgeordneter des Europäischen Parlaments von Frankreich, Nicolas Bay, die annektierte Halbinsel besucht, wo er im Rahmen des s.g. internationalen Wirtschaftsforums von Jalta auch aufgerufen hat, „die souveräne Wahl die Einwohner der Krim bezüglich der „Rückführung des Territoriums an die Russische Föderation“ zu respektieren. Ich weiß, dass die Botschaft der Ukraine in Frankreich die ähnlichen Reisen und Erklärungen der französischen Politiker aufmerksam prüft. Wie war die Reaktion diesmal?

Ja, wir wissen über dieses „politische Voyage“ und über entsprechende Erklärungen bezüglich der „souveränen Wahl“, die in Wirklichkeit mit einem Maschinengewehrbedroht wurde. Wir arbeiten mit der französischen Seite. Sämtliche staatlichen Institutionen Frankreichs sind auf die Ungehörigkeit der Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen orientiert, die auf dem Territorium der Autonomen Republik Krim stattfinden. Die höchste politische Führung Frankreichs verhält sich äußerst negativ zu den ähnlichen "Besuchen", aber ich betone die Abwesenheit der offiziellen (juristischen) Einflusshebel auf diejenigen, die die Autonome Republik Krim zum privaten Ziel besuchen. Und sie deklarieren gerade so ihre Reisen auf die okkupierte Krim.

Seinerzeit kostete die Reise des Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung des Europarats Pedro Agramunt nach Syrien ihm sein Amt. Werden irgendwelche Beschränkungen bezüglich der Beamten in Frankreich, insbesondere der Abgeordneten, die das Land im Europäischen Parlament vorstellen, angenommen?

Wie ich bereits gesagt hatte, werden die Reisen auf die okkupierte Krim im Unterschied zur syrischen Reise Agramunts deklariert und haben formell einen Status privater Reisen, deshalb fehlen juristische oder administrative Einflusshebel in Frankreich auf diese  "Touristen".

Ich muss betonen, dass die Mehrheit der französischen Politiker, einschließlich der Parlamentarier, die die Natur und die Folgen des aggressiven Verhaltens Russlands in Bezug auf die Krim und die Ukraine insgesamt verstehen, teilen diese Ansichten nicht und unterstützen nicht die Handlungen einiger Kollegen, die in Fahrwasser ihrer Sponsoren segeln und die allgemeinanerkannten Grundsätze des Völkerrechts und des zivilisierten Verhaltens vernachlässigen. Unsere Partner in Frankreich teilen unsere Empörung wegen dieser Besuche. Jedes Malwerden öffentliche Erklärungen abgegeben, damit es klar wäre, dass diese unselige Initiative nur von einem Haufen ultrarechter Politiker ausgehe und natürlich sind offizielle Strukturen darin nicht involviert. 20.08.

Es wird eine Statistik geführt, wie viele Franzosen insbesondere Beamte verschiedenen Niveaus die Halbinsel seit der Annexion besucht haben? Wie meinen Sie halten, steht da bezüglich dieser Reisen wirklich das ideologische Interesse oder gibt es Interesse anderen Charakters?

Erstens sind mir die Tatsachen des Besuchs der okkupierter Krim von französischen offiziellen Vertretern unbekannt. Natürlich versuchen wir zusammen mit unseren Kollegen in der Ukraine alle Verstöße zu prüfen, die mit dem Besuch der okkupierten Krim von französischen Bürgern verbunden sind und wir äußern die Meinung bezüglich der offiziellen Reaktion darauf, einschließlich des Einreiseverbots in die Ukraine. Darunter (seit Jahresbeginn) sind das in der absoluten Mehrheit Vertreter der ultrarechten Bewegung Rassemblement National (bis vor kurzem Front National) mit ihrer Anführerin Marine Le Pen. Der erwähnte EU-Abgeordnete Nicolas Bay gehört gerade zu dieser politischen Partei. Es ist offenbar, dass ihre Aktivität in antiukrainischer Richtung auch durch ideologische Nähe mit "Händlern" in Russland gefördert wird. Oder gibt es andere merkantile Gründe. Über Skandale bezüglich der russischen Finanzierung der Ultrarechten in Frankreich wissen wahrscheinlich alle.

IM OKTOBER FINDET IN FRANKREICH EINE KONFERENZ ZUM THEMA DER DEOKKUPATION DER KRIM UND SEWASTOPOLS STATT

Ich weiß, dass die Botschaft die Maßnahmen mehrmals veranstaltet hatte, die mit der Krim verbunden sind. Erzählen Sie bitte ausführlicher. Welche Tätigkeit führt die Botschaft noch für die Aktualisierung des Themas der Krim, die Verurteilung deren ungesetzlicher Annexion im Land durch?

Die Krim-Thematik, die Fragen der Deokkupation der Halbinsel, die Situation bezüglich der Einhaltung von Menschenrechten auf der Krim stehen immer im Mittelpunkt, viele Medien- und öffentliche Veranstaltungen werden durchgeführt.

Ich führe einige Beispiele der letzten Zeit an. Im März dieses Jahres, zum vierten Jahrestag der Okkupation der Krim hat die Botschaft und die Ständige Vertretung der Ukraine bei der UNESCO eine Informationsveranstaltung organisiert. Die Generaldirektorin des historisch-kulturellen Naturschutzgebiets Bachtschissaraj Elmira Abljalmowa hat über die aktuelle Situation betreffs der Erhaltung des Kulturerbes auf der okkupierten Krim mitgeteilt. Im Verlauf der Veranstaltung wurden den Vertretern des UNESCO-Sekretariats und des Zentrums des Welterbes, dem Internationalen Rat für Denkmalpflege (IKOMOS), den ständigen Delegationen bei der UNESCO, den Mitgliedern der Gruppe Freunde der Ukraine bei der UNESCO sowie Journalisten und gesellschaftlichen Organisationen  ausführliche Tatsachen mitgeteilt, die von Bedrohung der Vernichtung des Khanpalastes, des Symbols des krimtatarischen Volkes infolge der s.g. Wiederherstellungsarbeiten, die von der Besatzungsmacht der Krim durchgeführt werden, zeugen. 21.08.

Im Kultur-Informationszentrum Paris wurde der Film von Kssenija Shornoklej "Qirim" über die Traditionen der Krimtataren vorgeführt. Die Idee der Einladung der Regisseurin und der Vorführung dieses Streifen, der auf der bereits okkupierten Krim heimlich gedreht wurde, hat noch lebendiger Wassyl Slipak vorgeschlagen. Der Lehrer des Nationalen Institutes für orientalische Sprachen und Zivilisationen Sorbonne Paris (INALCO) Jaroslaw Lebedinski hat über die Geschichte und Traditionen der Krimtataren erzählt.

Es ist wichtig, dass das Buches der Krim-Journalistin, des Mitgliedes des ukrainischen PEN-Clubs Gjulnara Bekirowa im Rahmen der Teilnahme am Pariser Buchsalon in diesem Jahr präsentiert wurde. Sie hat auch an der Diskussion "Krim gestern und heute" (15.-19.03.18) teilgenommen.

Im Zusammenhang mit dem Kampf für die Freilassung des ukrainischen Regisseurs, des Krim-Bewohners Oleh Senzow wurde der Dokumentarfilm "Prozess" ("The trial") bereits zweimal in Paris im Februar und im Juli dieses Jahres vorgeführt. Die Vorführung hat in Anwesenheit des Botschafters des Außenministeriums Frankreichs für Menschenrechte François Croquette, des ehemaligen Justizministers Frankreichs Christiane Taubira und der Kulturministerin Frankreichs Françoise Nyssen stattgefunden. Vorgeführt wird der Film auch in den Regionen Frankreichs, die ukrainischen Aktivisten helfen dabei der Botschaft vor Ort.

Am 30. Juli hat in Paris eine Aktion für Unterstützung Oleh Senzow am Gebäude der Stadtverwaltung des 4. Bezirks unter Beteiligung der Vertreter der Lokalbehörden, der Abgeordneten, der Intelligenz, der Zivilgesellschaft stattgefunden. Die Aktion wurde auf Initiative der Bürgermeisterin von Paris Anne Hidalgo, der Stadtverwaltung des 4. Bezirks Paris in Zusammenarbeit mit dem Verband "Les nouveaux dissidents» organisiert. Am Gebäude der Stadtverwaltung wurde das Porträt von Oleg Senzow ausgehängt und eine Kundgebung mit Forderung der unverzüglichen Freilassung des ukrainischen Regisseurs, der im russischen Straflager ungesetzlich festgehalten wird, durchgeführt. in den sozialen Netzwerken die Wendungen

Zurzeit nimmt eine Aktion Fahrt auf, die der Verband "Les nouveaux dissident" initiiert hatte, Postkarten an französischen Präsident Emmanuel Macron mit der Bitte zu schicken, die Situation bezüglich Oleh Senzows zu beeinflussen. Bekannte Schriftsteller, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Künstler haben sich der Aktion bereits angeschlossen.

Unsere Reaktion auf  Fälle der inkorrekten Informationen über die Autonome Republik Krim ist hart. Ich habe mich insbesondere an die Führung einer Reihe von Verlagen mit der Forderung  gewendet, unglaubwürdige Tatsachen, die von den lokalen Ausgaben veröffentlicht wurden, zu korrigieren. Im Januar hat sich die Botschaft an die Leiter des Geschäfts Eyrolles betreffs des Verkaufs der Globus mit der inkorrekten Darstellung der Autonomen Republik Krim gewendet. Die Buchhandlung hat geantwortet, dass die Globus unverzüglich aus dem Verkauf genommen wurden. Seinerzeit hat der Verlag Larousse infolge der Bemühungen der Botschaft und der Gemeinde den sozial-ökonomischen Atlas 2017 korrigiert.

Es ist notwendig, die Arbeit der öffentlichen Aktivisten und der Bürgerrechtler bezüglich der Vorbeugung, der Aufdeckung und der Reaktion auf antiukrainische Kampagnen in Frankreich zu verzeichnen. Man muss sich dabei an die öffentliche Protestaktion als Antwort auf den Besuch der französischen Parlamentarier auf der Krim und die Förderung der Resolution über die Aufhebung der Sanktionen gegen die Russische Föderation in der Nationalversammlung und im Senat erinnern. Das wir eine Straßen-Performance neben der Nationalversammlung Frankreichs und der Metrostation Crimee (Krim) in Paris mit der Teilnahme der französischen Schauspieler und der ukrainischen Aktivisten, die in Meer- und Strandzubehör gekleidet waren, sowie Masken mit der Darstellung der beteiligten Parlamentarier trugen.

In der zweiten Hälfte Oktober wird eine gemeinsame Konferenz mit der Denkfabrik Europa Nova geplant, in deren Rahmen die Fragen der ungesetzlichen Annexion der Krim und Sewastopols und deren Deokkupation erörtert werden. Es wird erwartet, dass führende französische Politiker, Parlamentarier, Wissenschaftler, Vertreter der Geschäftskreise und der Media an der Veranstaltung teilnehmen werden.

UKRAINISCHE GEMEINSCHAFT FRANKREICHS IST BEI DER ORGANISATION DER KRIM-VERANSTALTUNGEN AKTIV

Arbeitet die Botschaft mit der ukrainischen Diaspora im Land betreffs der Krim-Fragen zusammen? Wenn ja, worin besteht die Zusammenarbeit?

Die ukrainische Gemeinschaft Frankreichs war und bleibt aktiv in Bezug auf die Krim-Frage seit Beginn der russischen Aggression und der Besatzung der Halbinsel. Während der ukrainischen Demonstrationen in Frankreich flattert die Fahne der Autonomen Republik Krim auch immer  neben der ukrainischen Staatsflagge.

Die Botschaft in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft veranstaltet regelmäßig Aktionen für Heranziehung der Aufmerksamkeit der offiziellen Institutionen und der breiten Öffentlichkeit Frankreichs zur Krim-Problematik, darunter zu den Verstößen gegen Rechte des krimtatarischen Volkes und gegen die Tätigkeit der Krim-Bürgerrechtler seitens der russischen Besatzer. So wurden beispielsweise zusammen mit der ukrainischen öffentlichen Vereinigung Ukraine Action Treffen mit dem ehemaligen Krim-Geisel des Kremls Gennadij Afanassjew organisiert.

Die ukrainische Gemeinde Frankreichs hat sich in den Kampf für Freilassung des Krim-Einwohners Oleh Senzow und anderer ukrainischen politischen Häftlinge aktiv eingereiht. Im Kultur-Informationszentrum der Botschaft wurden Erzählungen Oleh Senzows präsentiert, die Iryna Dmytryschyn, die Abteilungsleiterin INALCO für Ukrainistik ins Französische übersetzt hatte.

Aktivisten der ukrainischen Gemeinde Frankreichs leisten schöpferische Arbeit bezüglich der Organisation ihrer Aktionen für die Unterstützung Oleh Senzow, (der den 100. Tag seines Hungerstreiks angetreten hat - Red.): Demonstrationen, die jetzt regelmäßig in der französischen Hauptstadt veranstaltet werden, Elemente einer auffälligen Performance haben, was ermöglicht, die Message den gewöhnlichen Bürgern Frankreichs besser mitzuteilen.

Olga Budnyk, Paris.

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