Internationale Journalisten-Föderation schliesst Russischen Journalistenverband aus

Die Internationale Journalisten-Föderation (IFJ) hat den Russischen Journalistenverband (RUJ) ausgeschlossen, teilt der Chef des Nationalen Journalistenverbands der Ukraine, Serhij Tomilenko, auf Facebook mit.

Die Entscheidung wurde auf der 32. globalen Konferenz der IFJ in Paris getroffen.  

Dem russischen Journalistenverband wird vorgeworfen, Zweigstellen in den besetzten ukrainischen Gebieten Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja gegründet zu haben.  Die Ukraine stufte das als Verstoß gegen das Völkerrecht und Einmischung in die Tätigkeit legitimer Journalistenvereinigungen ein. 

Die Internationale Journalisten-Föderation (IFJ) hat den Russischen Journalistenverband (RUJ) nach einer Abstimmung des globalen Exekutivkomitees im Jahr 2023 von der Mitgliedschaft suspendiert.  

„Dies war die einzig mögliche und eine lange erwartete Entscheidung“, so der ukrainische Journalistenverband. Die Kampagne für den Ausschluss des russischen Journalistenverbandes wurde noch am 28. Februar 2022,  gleich nach dem Beginn der großangelegten russischen Invasion gestartet. Ukrainische Journalisten riefen damals die Weltgemeinschaft auf, sich von den russischen Propaganda- Strukturen abzugrenzen. 

„Während wir Journalisten retten, die gezwungen sind, aus den besetzten und frontnahen Gebieten zu fliehen, ist der russische Journalistenverband faktisch ein Instrument des Krieges und der Besatzung“, so Tomilenko.  

Seit Kriegsbeginn sind mindestens 149 ukrainische und ausländische Medienmitarbeiter ums Leben gekommen, 28 Journalisten befinden sich in Gefangenschaft, hunderte Medien wurden vernichtet oder eingenommen. In den letzteren baute Russland seine Strukturen auf.   

Foto: Facebook Sergiy Tomilenko