Ukraine ruft ab dem 6. Mai Feuereinstellung aus und erwartet entsprechende Maßnahmen von Russland – Selenskyj

Die Ukraine hat trotz Äußerungen in sozialen Netzwerken keine offiziellen Signale von Russland bezüglich einer Einstellung der Kampfhandlungen erhalten. Dennoch ruft Kyjiw ab dem 6. Mai eine Feuereinstellung aus und fordert Moskau auf, von der Rhetorik zu konkreten Schritten überzugehen.

Das teilte gestern am späten Abend der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit.

„Zum heutigen (gestrigen –Red.) Stand gab es keinen offiziellen Appell an die Ukraine bezüglich der Modalitäten der Einstellung der Kampfhandlungen, die in russischen sozialen Netzwerken verkündet werden“, erklärte er.

Das ukrainische Staatsoberhaupt betonte weiter, dass die Ukraine der Ansicht sei, dass das menschliche Leben einen unvergleichlich höheren Wert habe als die „Feier“ irgendeines Jahrestages.

„In diesem Sinne rufen wir ab Mitternacht vom 5. auf den 6. Mai eine Feuereinstellung aus“, berichtete er.

Laut Selenskyj gebe es bis dahin genügend Zeit, um den Beginn eines Waffenstilstandes sicherzustellen.

„Wir werden ab dem genannten Zeitpunkt spiegelbildlich handeln. Es ist an der Zeit, dass die russische Führung konkrete Schritte zur Beendigung des Krieges unternimmt, wenn das russische Verteidigungsministerium glaubt, dass es ohne den guten Willen der Ukraine keine Militärparade in Moskau abhalten wird“, fügte Selenskyj hinzu.

Wie berichtet erklärte Wladimir Putin am 29. April in einem Telefongespräch mit US-Präsident Donald Trump Russlands Bereitschaft, am 9. Mai einen Waffenstillstand zu verkünden.

Am 4. Mai verkündete das russische Verteidigungsministerium eine sogenannte „Waffenruhe zu Ehren des Sieges des sowjetischen Volkes im Großen Vaterländischen Krieg“, die vom 8. bis 9. Mai gelten soll.

Bezüglich der Initiative für einen Waffenstillstand am 9. Mai erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass ein entsprechendes Gespräch zwischen der amerikanischen und der russischen Seite stattgefunden habe. Es habe keinen Dialog mit den ukrainischen Behörden zu diesem Thema gegeben.