Für volle Besetzung von Donbas müsste Putin bis zu einer Million Menschenleben opfern – Selenskyj

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in einem Interview für den Podcast „The Rest Is Politics“, Wladimir Putin müsse für die vollständige Besetzung des Donbas zwischen 300.000 und einer Million Menschenleben opfern und versicherte, die Ukraine werde ihre Truppen nicht aus dieser Region abziehen.

Darüber berichtet Ukrinform unter Berufung auf Telegram des ukrainischen Präsidenten.

„Er (Putin – Anm. d. Red.) hat enorme Verluste und nicht ausreichend gut ausgebildete Truppen. Er versucht, einen Ausweg aus der Situation zu finden, der wie ein Sieg aussehen würde. Gerade deshalb versucht er, uns auf diplomatischem Wege, durch den Dialog mit den Vereinigten Staaten, aus dem Donbas zu verdrängen. Denn für die vollständige Besetzung des Donbas müsste er zwischen 300.000 und einer Million Menschenleben opfern, je nachdem, für wie lange sie diese Operation planen würden. Das ist selbst für Putin ein enormer Preis“, sagte Selenskyj.

Er merkte außerdem an, dass die Russen versuchen, die Ukraine zum Truppenabzug aus dem Donbas zu zwingen, weil sie wissen, dass dies „unsere Nation spalten würde“. Laut dem Präsidenten werde Putin, sollte die Einheit der Ukraine untergraben werden, einen neuen „Blitzkrieg“ ausdenken, um die Ukraine sehr schnell zu besetzen. Selbst wenn das nicht geschehe, werde er die weitere Pause nutzen, um mehr Personal zu rekrutieren, auszubilden, die militärisch-industrielle Basis auszubauen und die Aufhebung der Sanktionen zu erreichen.

„Daher ist ein Waffenstillstand im Format „Stehen da, wo wir sind“ nicht nur unser Wunsch, sondern liegt auch im Interesse unserer Partner“, betonte Selenskyj.

Gleichzeitig versicherte er, Putin verstehe, dass er die Ukraine nicht vollständig besetzen könne. „Es ist nur so, dass er manchmal Botschaften an unsere Partner weitergibt, die nicht seinen wahren Gedanken entsprechen“, sagte der ukrainische Präsident.

Wie berichtet, erklärte Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit Rai Radio, dass der Abzug ukrainischer Truppen aus der Region Donezk nicht als Kompromiss betrachtet werden könne, da das Russland künftig die Möglichkeit böte, Städte Charkiw und Dnipro zu besetzen.

Foto: Präsidialamt