Über zweitausend Zivilisten bleiben noch immer in Kostjantyniwka, eine Evakuierung nahezu unmöglich

Noch mehr als 2.000 Zivilisten bleiben in der Stadt Kostjantyniwka, eine Evakuierung sei nahezu unmöglich, berichtete der Leiter der Militärverwaltung von Donezk, Wadym Filaschkin, im ukrainischen Fernsehen, wie ein Korrespondent von Ukrinform meldet.

„Kostjantyniwka ist generell eine sehr schwierige Stadt. Mehr als zweitausend Menschen bleiben noch immer dort. Es ist für Polizeieinheiten, Regierungsbehörden, den Katastrophenschutzdienst oder Hilfsorganisationen derzeit nahezu unmöglich, sie zu evakuieren“, so Filaschkin.

Er betonte, dass eine Evakuierung der Menschen aus dieser Siedlung nur mithilfe der Einheiten der ukrainischen Streitkräfte möglich sei. „Beispielsweise haben die Soldaten der 28. Brigade gestern einen Verwundeten evakuiert. Sie leisten hervorragende Arbeit. Aber es ist sehr schwierig, wirklich sehr schwierig“, sagte Filaschkin.

Er fügte hinzu, dass es auch nahezu unmöglich sei, humanitäre Hilfe dorthin zu bringen, da der Feind alle Zufahrtsstraßen zur Stadt sowohl mit FPV-Drohnen als auch mit Glasfaserdrohnen kontrolliere. Die Lage sei äußerst kompliziert.

Wie der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte zum Stand von 16:00 Uhr berichtete, griffen die russischen Invasoren ukrainische Stellungen in Richtung Kostjantyniwka acht Mal bei Kostjantyniwka, Pleschtschijiwka, Schtscherbyniwka, Illjiniwka, Rusyn Jar und Sofijiwka an.

Wie berichtet steht die Region Donezk unter ständigem Beschuss russischer Besatzungstruppen, der Aggressor tötet und verletzt Bürger und zerstört Häuser, Betriebe sowie Energie-, Gas- und andere Infrastruktureinrichtungen. In der Region gibt es schon lange keine Gasversorgung und in vielen Siedlungen keine Wasserversorgung. Der Feind versucht, die ukrainische Verteidigung in mehreren Richtungen zu durchbrechen. Die Region Donezk weist mit rund 300 km die längste Frontlinie auf.

Seit Beginn der groß angelegten Invasion, einer sogenannten „Spezialmilitäroperation“ wurden nach aktualisierten Angaben (Stand 04.02.2026) aus dem Teil der Oblast Donezk, das von den ukrainischen Behörden kontrolliert wird, und aus unter Beschuss stehenden Teilen der Region Donezk in sichere Orte mehr als 1.331.000 Gebietseinwohner evakuiert und die Menschen werden jeden Tag weiter evakuiert. Davon beträgt die Gesamtzahl der evakuierten Kinder mehr als 203.300 und rund 47.300 sind Menschen mit Behinderungen. Derzeit bleiben 187.000 Zivilisten in der von den ukrainischen Behörden kontrollierten Region, 12.000 von ihnen sind Kinder.

In der Region Donezk befinden sich derzeit noch 28.000 Zivilisten im Gebiet aktiver Kampfhandlungen, darunter 108 Kinder.

Seit Dezember 2023 haben die russischen Invasoren noch mehr den Beschuss der Ortschaften der Region Donezk verstärkt, weshalb die obligatorische Evakuierung (Beginn am 02. August 2022) der Bevölkerung in der Region fortgesetzt wurde. Mit Stand von Anfang Juni 2024 lebten noch etwa 472.000 Einwohner in der Region Donezk. Zum Stand vom 23. April 2025 befanden sich schon 281.500 Zivilisten im unbesetzten Teil der Region Donezk.

Die Stadt Pokrowsk ist derzeit schwer umkämpft. Die Russen dringen in kleinen Gruppen in die Stadt ein.

Foto: Innenministerium der Ukraine