Ukraine holt sechs weitere Kinder aus besetztem Teil der Region Cherson zurück

Die Ukraine hat sechs weitere Kinder aus dem besetzten Teil der Region Cherson zurückgeholt.

Dies teilte der Leiter der Militärverwaltung von Cherson, Oleksandr Prokudin, auf Telegram mit.

„Sechs weitere Kinder konnten aus dem besetzten Teil der Region Cherson in das von der Ukraine kontrollierte Gebiet zurückgebracht werden. Das sind vier Jungen und zwei Mädchen im Alter von 8 bis 17 Jahren“, heißt es in dem Beitrag.

Unter den Geretteten ist auch ein 17-jähriges Mädchen, das gezwungen wurde, eine Schule der Besatzungsmacht zu besuchen. Dort wurden Kinder zwangsweise als „Kadetten“ eingeschrieben, sie musste die Uniform der feindlichen Armee tragen und sie wurde täglich darüber belehrt, dass Krieg normal sei.

Laut Prokudin setzte das 14-jährige Mädchen heimlich ihren Schulbesuch an einer ukrainischen Schule fort, als in der Nähe ihres Hauses Explosionen zu hören waren. Ihr wurden Behandlung und Rehabilitation verweigert, da ihre Familie keine russischen Dokumente besaß.

Prokudin merkte an, dass sie alle unter Druck, Angst und ständigen Bedrohungen ihres Lebens lebten, doch nun seien diese Kinder endlich in Sicherheit und erhielten die notwendige Hilfe.

Es wird erwähnt, dass die Rückholung der Kinder im Rahmen der Initiative „Bring Kids Back UA“ des ukrainischen Präsidenten und mit Unterstützung der Hilfsorganisation „Save Ukraine“ erfolgte.

Früher erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass dank der Initiative „Bring Kids Back UA“ 2.126 von Russland verschleppten ukrainische Kinder nach Hause zurückgekehrt seien.

Russische Besatzungstruppen haben zum Stand vom 26. November 2025 nach offiziellen Angaben des Amts der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine schon 701 Kinder in der Ukraine getötet und 2.496 verletzt.

Diese Angaben sind nicht endgültig, da daran gearbeitet wird, sie an Orten aktiver Kampfhandlungen und in vorläufig vom Feind besetzten und befreiten Gebieten zu prüfen.

Wie berichtet befinden sich nach Schätzungen ukrainischer Menschenrechtsaktivisten bis zu 1,6 Millionen ukrainische Kinder unter russischer Kontrolle. Sie wurden entweder in die Russische Föderation verschleppt oder sind gezwungen, in vorläufig besetzten Gebieten zu leben.

Tägliche Bomben- und Raketenangriffe und Beschießungen der russischen Armee führten zur Beschädigung von zahlreichen Bildungseinrichtungen. Viele von ihnen wurden komplett zerstört. Am schlimmsten ist die Lage in den Regionen Dnipropetrowsk, Donezk, Charkiw, Mykolajiw, Sumy, Kyjiw, Cherson, Schytomyr, Saporischschja, Tschernihiw.

Beschädigt sind auch zahlreiche Einrichtungen für Kinder: Krankenhäuser, Musikschulen, Sport- und Rehabilitationseinrichtungen, Jugendzentren, Bibliotheken.

Das Büro des Generalstaatsanwalts erinnert daran, dass Informationen über Kriegsverbrechen gegen Kinder gemeldet werden können: warcrimes.gov.ua und per Telefon: +380961004438, +380683235856. Mehr Informationen unter: childrenofwar.gov.ua. Das Beratungszentrum des Beauftragten der Werchowna Rada der Ukraine für Menschenrechte: 0800-50-17-20 (für Anrufe innerhalb der Ukraine), 044-299-74-08 (für Anrufe aus dem Ausland).

Das Gesundheitsministerium sammelt Informationen über Kinder, die während des Krieges mit Russland verletzt wurden. Die gesammelten Daten werden an das Büro des Präsidenten und einen speziellen Fonds übermittelt, der Eltern oder Erziehungsberechtigten finanzielle Unterstützung für die Behandlung oder Rehabilitation des Kindes leisten wird.

Foto: Bring Kids Back UA