Ukrainischer Menschenrechtsbeauftragter zu Zugang des Roten Kreuzes zu ukrainischen Gefangenen in Russland: es gebe einen Fortschritt
Im Februar wird der Geschäftsführer des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) die Ukraine besuchen. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinets will mit ihm neue Ansätze bei der Sicherung des Zugangs des Roten Kreuzes zu ukrainischen Kriegsgefangenen und Zivilisten, die von Russland illegal festgehalten werden, besprechen, sagte er gegenüber der Ukrinform.
Es gebe einen Fortschritt in Bezug auf den Zugang des Roten Kreuzes zu ukrainischen Kriegsgefangenen in Russland, so Lubinets. Diese Frage wurde demzufolge bei seinem Treffen mit dem Präsidenten der Organisation in Genf am 16. Januar besprochen. Er habe die IKRK- Geschäftsführung eingeladen, die Ukraine zu besuchen und sich vor Ort Folgen russischer Angriffe auf zivile Infrastruktur anzuschauen.
„Bei den Verhandlungen hat es nie Pausen gegeben - die dauern an. Wir tun unsere Arbeit, aber die russische Seite trifft manchmal Entscheidungen, den Gefangenenaustausch zu verzögern“, betonte der Menschenrechtsbeauftragte.
In der Vergangenheit gab es viel Kritik am IKRK aus der Ukraine wegen fehlenden Engagements bezüglich des Zugangs zu den ukrainischen Kriegsgefangenen und den verschleppten Zivilpersonen. Die Ukraine forderte mehr Einsatz bei der Klärung des Schicksals von Tausenden Vermissten aus der Ukraine.
Nach Angaben der UNO-Menschenrechtsbeauftragten werden 95 Prozent der ukrainischen Gefangenen in russischer Haft gefoltert. Dabei sind Besuche und Kontrolle der Haftbedingungen die Kernaufgabe des IKRK.
Auch eine jüngste Erklärung des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes sorgte in der Ukraine für Empörung.
Ariane Bauer, ICRC-Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien, beklagte, dass als Folge der Luftangriffe „auf die kritische Infrastruktur in der Ukraine und Russland Millionen Menschen bei eisigen Temperaturen in Kyjiw, Dnipro, Belgorod und anderen Gebieten ohne Strom, Wasser und Heizung“ sind.
Dass ukrainische Städte wie Kyjiw und Dnipro in einem Atemzug mit der russischen Stadt Belgorod genannt und damit Angreifer und Opfer des Überfalls gleichgesetzt werden, sei laut dem ukrainischen Außenminister Anrdij Sybiha unzulässig. Er bezeichnete die Stellungnahme als „beschämend“
Er kündigte an, den Chef der ICRC-Delegation in der Ukraine ins Außenministerium einzubestellen, um die Position der Organisation zu erklären.