Putin will Migration nach Europa durch Lebensmittelkrise provozieren – Sybiha

Russland nutzt die Lebensmittelkrise und die Blockade des Schwarzen Meeres aus, um Migration zu verstärken und Europa zu destabilisieren. Die EU müsse daher ukrainische Exporte sichern und den russischen Hybridkampagnen Widerstand gemeinsam leisten.

Dies erklärte Außenminister Andrij Sybiha auf Plattform X.

Der Minister betonte, dass sich der russische Terror nicht auf die Ukraine beschränke, sondern auch Länder in Afrika, dem Nahen Osten und Asien bedrohe. Die Folgen von Moskaus Vorgehen würden als Erste die bedürftigen Familien in Ländern treffen, die auf Lebensmittelimporte angewiesen sind, wegen steigender Lebensmittelpreise und -knappheit würde es zu Mangelernährung und Hunger führen.

„Neben den humanitären Folgen verfolgt Moskau ein weiteres Ziel: die Destabilisierung Europas. Putin erwartet, dass Hunger und Lebensmittelknappheit einen Zustrom von Migranten auslösen. Genau das will er, insbesondere im Vorfeld der EU-Wahlen im nächsten Jahr“, so Sybiha.

Laut Außenminister weiß Putin, dass Migration eines der heikelsten und umstrittensten Themen in europäischen Wahlkämpfen ist, insbesondere nachdem man gesehen hat, wie effektiv russische Netzwerke die jüngste Krise in Ceuta ausgenutzt haben.

In diesem Kontext prognostizierte der Außenminister, dass der Kreml-Diktator alle verfügbaren Mittel nutzen werde, um die Migration nach Europa zu verstärken, und die Blockade des Schwarzen Meeres sei nur eines davon. Auch das Lukaschenko-Regime in Belarus sei involviert: Litauen entdeckte kürzlich mehrere neue unterirdische Tunnel, die von belarussischem Territorium aus gebaut wurden, um Migranten über die Grenze zu schmuggeln.

„In Moskau glaubt man, dass eine solche Strategie Spannungen erzeugen, zu Spaltung führen, radikale antieuropäische Bewegungen stärken und letztlich die Unterstützung Europas für die Ukraine schwächen wird. Deshalb sind die Unterstützung des Exports ukrainischer Agrarprodukte und die Freigabe der Schifffahrtsfreiheit im Schwarzen Meer von strategischer und existenzieller Bedeutung für die Europäische Union sowie für die internationale Gemeinschaft im Allgemeinen“, betonte Sybiha.

Er forderte dringendes Handeln, insbesondere um den ununterbrochenen Warenverkehr aus ukrainischen Seehäfen sicherzustellen, alle möglichen alternativen Routen und Mechanismen für den Warentransport durch die EU zu entwickeln und ukrainische Landwirte in dieser schwierigen Lage maximal zu unterstützen.

Als weitere zentrale Priorität nannte der Minister die Entwicklung und gemeinsame Umsetzung einer europaweiten Strategie zur Bekämpfung russischer Desinformations-, Einmischungs- und Manipulationskampagnen.

„Die Ukraine ist bereit, ihren Beitrag durch den Austausch wertvoller Erfahrungen zu leisten“, versicherte der Außenminister.