Ukraine und Polen haben gemeinsamen Feind und müssen trotz Spannungen kooperieren – Nawrocki
Der polnische Präsident Karol Nawrocki betonte am Mittwoch vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara die Wichtigkeit des Dialogs und der Zusammenarbeit mit der Ukraine, da beide Länder eine gemeinsame Bedrohung - Russische Föderation – haben.
Nawrocki hob hervor, dass es zu Polens wichtigsten strategischen Aufgaben gehöre, die Einheit und Solidarität in der Nato zu stärken und die transatlantischen Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten zu fördern.
Gleichzeitig betonte er, dass Russland seit Jahrhunderten die größte Bedrohung für Polen und ganz Mittel- und Osteuropa darstelle und bleibe.
„Auf dem Gipfel sollte deutlich gemacht werden, dass die Russische Föderation eine Bedrohung für das Nordatlantische Bündnis ist und bleiben wird“, so der polnische Präsident. Nawrocki berichtete mit Blick auf die Beziehungen zur Ukraine, dass er am Vortag bei einem informellen Abendessen der Nato-Staats- und Regierungschefs ein kurzes Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geführt habe und weitere Kontakte während des Gipfels nicht ausschließe.
„Es erscheint mir natürlich, dass Nachbarstaaten mit einem gemeinsamen Feind, der Russischen Föderation, trotz gewisser bilateraler Spannungen im Dialog bleiben“, merkte er an.
Laut dem polnischen Präsidenten sollten historische Streitigkeiten zwischen Warschau und Kyjiw die Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen nicht behindern.
„Die Ukraine befindet sich im Krieg mit der Russischen Föderation. Auch Polen war jahrhundertelang in Kriege und Konflikte mit Russland verwickelt, daher besteht ein Bezugspunkt und ein gemeinsames Verständnis für diese Situation“, betonte Nawrocki.
Der polnische Präsident bestätigte, dass Warschau die Stärkung der Nato-Ostflanke weiterhin unterstütze und sich für den Erhalt der amerikanischen Militärpräsenz im Land einsetze. Seinen Angaben zufolge befinden sich derzeit etwa 10.000 amerikanische Soldaten in Polen, und die polnische Seite strebt eine dauerhafte Präsenz an.