Selenskyj schreibt offenen Brief an Putin und schlägt persönliches Treffen zur Beendigung des Krieges vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlug dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein persönliches Treffen vor, um Wege zur Beendigung des Krieges zu besprechen.

Dies geht aus einem offenen Brief Selenskyjs an Putin hervor, der auf der Website des ukrainischen Präsidenten veröffentlicht ist, berichtet Ukrinform.

„Genug vom Krieg. Die Ukraine schlägt vor, diesen Krieg zu beenden. Man muss das ehrlich und würdevoll tun und garantieren, dass es keinen neuen Kriegsausbruch geben wird. Wir sehen, dass die Vereinigten Staaten ihre ganze Aufmerksamkeit dem Iran-Konflikt widmen, und es ist nicht richtig, einfach zu warten, bis sie sich dem Krieg in Europa zuwenden. Die Ukraine schlägt vor, den Krieg in einem Format zwischen uns und euch zu beenden. Ich schlage ein Treffen vor“, schrieb das ukrainische Staatsoberhaupt.

Er merkte an, dass ein solches Treffen in Drittländern stattfinden könnte, die traditionell als Plattformen für internationale Verhandlungen dienen, insbesondere in der Schweiz, der Türkei oder in den Staaten der arabischen Welt. Gleichzeitig betonte Selenskyj, dass er Gespräche in Moskau oder Kyjiw nicht in Erwägung ziehe.

Selenskyj erklärte außerdem, die Ukraine sei zu einer vollständigen Feuereinstellung für die Dauer der Verhandlungen bereit. Die Überwachung des Waffenstillstands könne von internationalen Partnern, insbesondere den Vereinigten Staaten, übernommen werden.

Laut Angaben des Geheimdienstes, so der Präsident, plane Putin den Krieg für 2027–2028, und wolle Belarus noch mehr in den Krieg hineinziehen und spiele zudem irgendeine „Partie mit Transnistrien“.

„Wenn Sie persönlich nicht zu dem Schluss kommen, dass es Zeit ist, diesen Krieg zu beenden, wird die Ukraine weiter um ihre Existenz kämpfen. Wir werden Unterstützer haben. Aber auch Sie werden viel mehr um Ihr Überleben kämpfen müssen – nicht um das Russlands, sondern um Ihr Persönliches. Und das ist keine Drohung von mir oder der Ukraine. Das sind Fakten der russischen Geschichte, die Sie gut kennen: Wenn Russland müde wird, kommen Veränderungen. Wir können auf eine solche Müdigkeit hinarbeiten. Sie können Ihren Krieg stoppen“, heißt es in dem offenen Brief.

Der ukrainische Staatschef forderte zur Festlegung eines konkreten Verhandlungstermins und zur Einbeziehung internationaler Partner, insbesondere der USA und europäischer Länder als potenzielle Sicherheitsgaranten auf.

Selenskyj erklärte zudem, die Ukraine sei zu einem großen Gefangenenaustausch nach dem Prinzip „alle gegen alle“ bereit und bestehe zudem auf der Rückkehr der während des Krieges verschleppten ukrainischen Zivilisten und Kinder.

Wie berichtet erklärte Wolodymyr Selenskyj, die Russische Föderation verliere zunehmend die Initiative auf dem Schlachtfeld, was die Möglichkeit einer diplomatischen Beilegung des Krieges eröffne. Nun bestehe ein Zeitfenster für Verhandlungen.

Foto: Präsidialamt