EU kann ukrainischen Männern im wehrpflichtigen Alter den Schutz verweigern

In der EU wird derzeit darüber diskutiert, die künftige Verlängerung des vorübergehenden Schutzes möglicherweise nicht auf neue Antragsteller im wehrpflichtigen Alter auszuweiten.

Das meldet Ukrinform unter Berufung auf Euractiv.

Die Temporary Protection Directive („TPD-Richtlinie“) wurde  nach dem groß angelegten Einmarsch Russlands 2022 ins Leben gerufen. Das Programm läuft nach der im vergangenen Jahr vereinbarten Verlängerung bis März 2027.

Laut einem internen Dokument des Rates der EU, das Euractiv vorliegt, gehört zu den diskutierten Optionen die Verlängerung des vorübergehenden Schutzes bei gleichzeitiger Einschränkung seines Anwendungsbereichs, insbesondere durch den „Ausschluss von Männern im wehrfähigen Alter“ oder von Personen, die die Ukraine unter unrechtmäßigen Umständen verlassen haben.

Jede künftige Verlängerung oder Überarbeitung muss von der Europäischen Kommission vorgeschlagen werden, hieß es in der Meldung.

Dem ukrainischen Außenministerium zufolge halten sich derzeit unfreiwillig etwa 8 Millionen Ukrainer im Ausland auf.

Zum Stand März 2026 hatten 4,33 Millionen Ukrainer den Status des vorübergehenden Schutzes in der EU, wobei die meisten von ihnen in Deutschland (1,27 Millionen), Polen (961.405) und Tschechien (379.820) aufgenommen wurden. Sie machten über 98 % aller Personen aus, denen dieser Status gewährt wurde. Davon waren 43,3 % Frauen, 30,1 % Kinder und 26,6 % erwachsene Männer.

Foto: Ken Mürk/ERR