Israel kauft von Russland gestohlenes Getreide, Außenministerium bestellt Botschafter ein

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha kommentierte auf Plattform X die Nachricht, dass Israel bereits das zweite Schiff mit von Russland aus den besetzten Gebieten gestohlenem ukrainischen Getreide angenommen hat, und erklärte, der israelische Botschafter sei bereits ins Außenministerium einbestellt worden.

Sybiha betonte, dass freundschaftliche ukrainisch-israelische Beziehungen beiden Ländern zugutekommen könnten und Russlands illegaler Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide diese nicht untergraben dürfe.

„Es ist schwer zu verstehen, warum Israel auf die legitime Forderung der Ukraine nach dem vorherigen Schiff, das die gestohlenen Waren nach Haifa geliefert hatte, nicht adäquat reagiert hat. Nun, da ein weiteres Schiff dieser Art in Haifa eingetroffen ist, warnen wir Israel erneut davor, gestohlenes Getreide anzunehmen und unsere Beziehungen zu beeinträchtigen“, schrieb Sybiha.

Er fügte hinzu, dass der israelische Botschafter bereits offiziell einbestellt worden ist, um ihm die Protestnote zu überreichen und die Ergreifung geeigneter Maßnahmen zu fordern.

Die israelische Internetzeitung Haaretz berichtete, dass das Schiff „Panormitis“, das Getreide aus den besetzten Gebieten der Ukraine transportierte, auf die Erlaubnis zum Anlegen in Haifa wartete. Die Zeitung berichtete außerdem, dass in diesem Jahr bereits vier Getreidelieferungen aus den besetzten Gebieten der Ukraine in Israel entladen worden seien.

Das israelische Außenministerium äußerte sich nicht zu dieser Meldung.

Wie berichtet machte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha am 15. April seinen israelischen Amtskollegen Gideon Sa’ar auf ein russisches Schiff aufmerksam, das gestohlene ukrainische Agrarprodukte transportierte und in einem israelischen Hafen angelegt hatte.

Zuvor hatte Kateryna Jaresko, Journalistin des Rechercheprojekts „SeaKrime“ des Myrotvorets-Zentrums, berichtet, dass Israel am 12. April dem russischen Massengutfrachter „ABINSK“ (IMO: 9303869) die Einfahrt in den Hafen von Haifa gestattet hatte. Das Schiff lieferte 43.700 Tonnen Weizen aus den besetzten Gebieten der Ukraine.

Israel teilte der Ukraine mit, dass es zu spät sei, das russische Schiff, das des Transports von gestohlenem ukrainischem Getreide beschuldigt wird, festzuhalten, da das Schiff den Hafen von Haifa bereits verlassen habe.