Selenskyj: Kroatien bot Ungarn benötigte Ölmenge an, doch Orban lehnte ab
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte gestern vor Journalisten, er wisse von dem kroatischen Angebot zur Öllieferung an Ungarn. Laut seinen Angaben habe die ungarische Regierung dieses abgelehnt.
„Ich habe mich mit dem kroatischen Ministerpräsidenten Andrej Plenković getroffen. Er hat mir versichert, dass er bereit ist, dieselbe Menge Öl zu liefern, die die Slowakei und Ungarn übrigens für ein Jahr benötigen. Er sagt, Orbán wolle einfach nicht besonders sehr kaufen“, so Selenskyj.
Seiner Ansicht nach liege der Grund im Preis. „Denn hier ist der europäische Preis, dort der russische. Das ist alles. Irgendjemand verdient daran. Es ist klar, wer“, sagte der Präsident.
Wie berichtet, bestellte das ukrainische Außenministerium den ungarischen Geschäftsträger zweimal ein, da die ungarische Seite die ukrainische Position zur Druschba-Ölpipeline verzerrt und falsche Anschuldigungen gegen die Ukraine erhebt.
Zuvor hatte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán in einem offenen Brief an Präsident Wolodymyr Selenskyj die sofortige Öffnung der Druschba-Pipeline gefordert.
EU-Ratspräsident António Costa und Präsident Wolodymyr Selenskyj vereinbarten, dass die Ukraine in den kommenden Tagen die voraussichtliche Reparaturdauer der von Russland beschädigten Druschba-Pipeline einschätzen werde.
Am 27. Januar griffen russische Besatzungstruppen die Energieinfrastruktur in der Region Lwiw an. Wie sich herausstellte, könnte die Drohne einen Teil der Pipeline getroffen haben, die russisches Öl nach Ungarn und in die Slowakei liefert. Naftogas bestätigte den Treffer, gab aber nicht an, was genau beschädigt wurde. Das Unternehmen merkte lediglich an, dass dies bereits der 15. Angriff auf seine Anlagen innerhalb eines Monats sei.
Außenminister Andrij Sybiha erinnerte Ungarn daran, dass die Probleme beim Transit von russischem Öl gerade durch die Aggression der Russischen Föderation und deren Angriffe auf die Infrastruktur der Druschba-Pipeline verursacht wurden, auf die Budapest bisher nicht öffentlich reagiert hat.
Ungarn hat seinerseits die Dieselkraftstoffexporte in die Ukraine ausgesetzt, bis der Öltransit nach Ungarn wieder aufgenommen wird. Ungarn erklärte außerdem, es prüfe die Möglichkeit, die Strom- und Gasexporte in die Ukraine auszusetzen, falls Kyjiw die Lieferungen von russischem Öl über die Druschba-Pipeline nicht wieder aufnimmt.
Foto: Präsidialamt