Russische Propaganda verbreitet Fake über angebliche Vorbereitungen zur Massenmobilisierung von Frauen

Russische Propaganda manipuliert Fakten und reißt die Aussagen ukrainischer Politiker aus dem Kontext

Russische Medien, Telegram-Kanäle und anonyme Facebook-Accounts verbreiten ein Video aus der Kyjiwer U-Bahn. Das Video zeigt Werbebanner an einer Metrostation. Wie Propagandisten in den Kommentaren unter dem Video behaupten, werben die Banner angeblich für die Rekrutierung von Frauen, und die Ukraine bereite sich angeblich auf deren Massenmobilisierung in die Streitkräfte der Ukraine vor.

Das ist ein Fake. Das Video wurde tatsächlich an einer Metrostation in Kyjiw aufgenommen. Es zeigt Plakate, die Soldatinnen verschiedener Einheiten gewidmet sind – „Chyschatschka“, „Peremoschnyzja über Shaheds“, „Powelytelka Robotiw“ und „Amasonka“. Diese Plakate enthalten jedoch keinen Aufruf zum Militärdienst. Sie wurden im Rahmen der Spendenkampagne „Frauen können alles“ erstellt, die sich dem Kampf der Frauen für ihre Rechte widmet.

Ziel der Kampagne ist es, 6 Millionen Hrywnja zu sammeln. Diese Gelder sollen für den Bedarf der mobilen Luftverteidigungsgruppen der 37. selbständigen Marinebrigade verwendet werden, in der eine Angehörige der Bewegung „Veteranka“ mit dem Spitznamen „Ksena“ dient, sowie für den Kauf von schweren Bomberdrohnen für die Brigade „Rubisch“, in der ein weiteres Mitglied dieser Bewegung, „Junga“, dient. Beide Soldatinnen sind zu den Gesichtern der Kampagne geworden.

Russische Medien verbreiten außerdem auf TikTok, Instagram und Telegram ein Video, in dem der ukrainische Botschafter im Vereinigten Königreich, der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Walerij Saluschnyj, angeblich zur Mobilisierung von Frauen aufruft.

Diese Worte des Generals wurden jedoch aus dem Kontext gerissen. Das Video stammt vom 17. Oktober 2024 und wurde während Saluschnyjs Rede im Chatham House aufgezeichnet. Während der Veranstaltung wurde er nach der Mobilisierung von Frauen gefragt. Saluschnyj antwortete darauf, dies sei nur im äußersten Notfall möglich, etwa bei einer Bedrohung für den Fortbestand Europas. Gleichzeitig endete er seine Antwort mit den Worten: „Wir müssen einen umfassenden Krieg in Europa, wie 1939, mit anderen Mitteln verhindern, nicht durch die Einberufung ukrainischer Frauen.“

Die Propagandisten nutzten also nur einen Teil von Saluschnyjs Aussage für Desinformation.

Die Quelle dieser Fälschung ist eine Social-Media-Nutzerin mit dem Pseudonym elena_pashynina. Sie veröffentlicht regelmäßig manipulative Beiträge, in denen sie die russische Aggression rechtfertigt. Insbesondere verbreitete sie KI-generierte Bilder, die angeblich eine „Freundschaft“ zwischen russischen und ukrainischen Soldaten zeigen.

Der Fake über die Mobilisierung von Frauen verbreitet sich vor dem Hintergrund von Berichten über einen Vorfall, der durch einen Fehler in den Registern verursacht wurde. Dies führte in Einzelfällen dazu, dass Frauen ohne medizinische Ausbildung auf die Fahndungsliste gesetzt wurden, angeblich wegen Wehrdienstverweigerung. Offizielle Stellen erklärten, es handele sich um einen technischen Fehler, der bereits behoben werde.

Andrij Olenin