Russen verbreiten gefälschte Videos im Namen internationaler Medien, um ukrainische Flüchtlinge zu diskreditieren

Russische Propagandisten haben Videos von BBC, Euronews und der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch gefälscht.

Russische Telegram-Kanäle verbreiten ein Video eines Euronews-Nachrichtenbeitrags über eine Tragödie in einem Schweizer Skigebiet. Bei dem Brand in einer Bar in Crans-Montana kamen 40 Menschen ums Leben. Das Video behauptet, der Hauptverdächtige sei ein ukrainischer Flüchtling namens Oleg K., der aus Eifersucht Brandstiftung begangen habe.

Das ist ein Fake. Die Propagandisten verwendeten das Originalvideo von Euronews und fügten mithilfe eines Videoeditors gefälschtes Material hinzu. Das Originalvideo dauert 1 Minute und 16 Sekunden, die Fälschung ist 15 Sekunden länger. Das Euronews-Video enthält zudem nicht das von den Propagandisten hinzugefügte Material.

Laut der Schweizer Staatsanwaltschaft waren Wunderkerzen die wahrscheinlichste Brandursache. Sie entzündeten das Dach des Gebäudes. Zwei Barmanager befinden sich derzeit in Untersuchungshaft und gelten als Hauptverdächtige für den Brand, der durch die Nichteinhaltung von Sicherheitsvorschriften entstand.

Darüber hinaus verbreiten Russen in sozialen Netzwerken ein Video mit dem Logo der internationalen Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Darin wird behauptet, ukrainische Flüchtlinge hätten während der Neujahrsfeiertage in Europa genauso viele Straftaten begangen wie Migranten aus dem Nahen Osten.

Das ist ein Fake. Das Video ist weder auf der Website von HRW noch in den sozialen Netzwerken der Organisation zu finden. Seit Jahresbeginn hat Human Rights Watch lediglich zwei Videos veröffentlicht, die sich mit Protesten im Iran und der britischen Gesetzgebung befassen.

Russische Bots verbreiten auf Plattform X und Telegram auch ein Video mit dem Logo der BBC. Darin wird behauptet, ukrainische Flüchtlinge würden in Europa massenhaft verschwinden und Opfer von Menschenhandel werden.

Auch das ist eine Fälschung. Die Russen haben das Video von YouTube Shorts gefälscht. Das gefälschte Video gibt den 5. Januar als Datum an, existiert aber nicht auf dem offiziellen YouTube-Kanal der BBC.

Auch das ist eine Fälschung. Die Russen haben das Video von YouTube Shorts gefälscht. Das gefälschte Video gibt den 5. Januar als Datum an, existiert aber nicht auf dem offiziellen YouTube-Kanal der BBC.

Diese Fälschungen der Russischen Föderation zielen darauf ab, Ukrainer in Europa in den Augen des westlichen Publikums zu diskreditieren, um dessen Wahrnehmung negativ zu beeinflussen und antiukrainische Stimmungen in den EU-Ländern zu schüren.

Andrij Olenin