Gespräche über neues Hilfsprogramm: IWF hofft auf schnelle Fortschritte

Der Direktor der Europa-Abteilung des Internationalen Währungsfonds (IWF) Poul Thomsen hofft auf schnelle Fortschritte bei Verhandlungen mit der Ukraine über ein neues Hilfsprogramm.

Das sagte er in einem Interview für den Sender Voice of America vor dem Besuch einer IWF-Delegation in Kyjiw. Er betonte zugleich, dass es „noch nicht gelöste Fragen“ geben. Schwerpunktthema der Gespräche in Kyjiw wird Thomsen zufolge die Säuberung des Banksektors. Die Ukraine habe in dieser Frage Fortschritte erzielt. „Es ist wichtig, dass es keine Rückschritte gibt“, so Thomsen. Als Herausforderungen für die Ukraine nannte er Korruptionsbekämpfung und Bewahrung der Unabhängigkeit der Notenbank.

Thomsen nannte auch positive Errungenschaften in der Ukraine in den letzten Jahren, darunter makroökonomische Stabilisierung, gute Geld- und Fiskalpolitik, die Unabhängigkeit der Notenbank, die Säuberung des Finanzsektors.

Die Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF) besucht die Ukraine am 14. November.

Der IWF und die Ukraine verhandeln über ein neues Hilfsprogramm der Erweiterten Fondsfazilität (Extended Financing Facility, EFF) in Höhe von 5 bis 10 Milliarden US-Dollar. Die Nationalbank der Ukraine rechnet mit der ersten Tranche des Programms in Höhe von etwa 2 Milliarden Dollar bis Ende dieses Jahres.

Der Währungsfonds hatte im Dezember 2018 die Kreditvereinbarung (Stand-By Arrangement (SBA)) in Höhe von 2,8 Sonderziehungsrechten (3,9 Milliarden Dollar) mit einer Laufzeit von 14 Monaten genehmigt. Die erste und bisher die einzige Tranche dieses Programms erhielt die Ukraine am 21. Dezember 2018.