Selenskyj: Russland hat innerhalb von zwei Wochen über 100 ballistische Raketen auf Kyjiw und Region abgefeuert

Innerhalb von zwei Wochen hat Russland über 100 ballistische Raketen gegen Kyjiw und die Region Kyjiw eingesetzt. Derzeit fehlen der Ukraine Raketen für die Patriot-Luftverteidigungssysteme, und die Hilfslieferungen verzögern sich.

Dies erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Videoansprache gestern am späten Abend.

„Allein jetzt, im Oktober, seit dem 14. Oktober, gab es bereits mehrere russische ballistische Angriffe. Praktisch sind innerhalb von zwei Wochen über 100 ballistische Raketen gegen Kyjiw und die Region Kyjiw abgefeuert worden. Wir tun alles, um unsere Energieversorgung, unsere Infrastruktur und unsere Logistik zu erhalten. Und diese Aufgabe ist sehr schwierig“, sagte Selenskyj.

Das ukrainische Staatsoberhaupt dankte den Partnern der Ukraine für ihre rechtzeitige Unterstützung, merkte aber an, dass es aufgrund von Verzögerungen, insbesondere bei der Lieferung von Raketen für die Patriot-Systeme, für die Ukraine schwierig sei, Schutz vor russischen ballistischen Angriffen zu gewährleisten.

„Wäre die Unterstützung der Partner für die Ukraine, insbesondere hinsichtlich unserer Patriot- und anderer Luftverteidigungssysteme, weiterhin so stark, stünde die Ukraine heute völlig anders da und wäre diplomatisch deutlich besser vertreten“, erklärte Selenskyj.

Der Präsident betonte, dass Russland weiter ukrainische Logistik und städtische Infrastruktur angreife. Insbesondere bei dem jüngsten Angriff auf Kyjiw wurden Universitätsgebäude, Wohnhäuser, ein Bahnhof und U-Bahn-Linien beschädigt. Russische Truppen griffen auch die Südbrücke an, eine der wichtigsten Logistikachsen der Hauptstadt.

Laut Selenskyj dauern die russischen Angriffe nicht nur gegen Kyjiw, sondern auch gegen Dnipro, Saporischschja, Odessa, Charkiw, Sumy und Cherson an.

„Es ist wichtig, dass die ganze Welt das sieht, dass unsere Partner das sehen. In den Vereinigten Staaten, von denen fast alles im Zusammenhang mit Patriot abhängt, müssen Antworten und entsprechende Genehmigungen des Pentagons für die Lieferung von Patriot-Systemen erfolgen“, sagte der Präsident.

Er fügte hinzu, dass die Ukraine daran arbeite, neue Unterstützungspakete von Partnern zu erhalten, um das Energiesystem, die Infrastruktur und die Logistik zu schützen.

Wie berichtet betonte Präsident Wolodymyr Selenskyj am 27. Oktober in einem Kommentar zu einem weiteren russischen Angriff mit ballistischen Raketen, dass die russischen Ziele Energieversorgung, Logistik und die städtische Infrastruktur seien.

Am Tag zuvor hatte er erklärt, die Ukraine warte seit fast einem Monat auf die Unterschrift des US-Kriegsministers Pete Hegseth bezüglich der Lieferung von Patriot- und NASAMS-Raketen.

Foto: Präsidialamt