Selenskyj warnt vor Hungergefahr durch Blockade der Seewege durch Russland
Die Blockade der Seewege durch Russland könne bereits in ein bis zwei Monaten eine Ernährungskrise in Ländern Afrikas, Asiens und des Nahen Ostens auslösen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beim Warschauer Sicherheitsforum.
„Wir sehen derzeit keine Signale von Russland, dass es den Krieg beenden will. Wir sehen keine grundlegenden Schritte zur Deeskalation. Alle reden über Diesel und vergessen das Thema Getreide. In ein bis zwei Monaten werden alle nur von Ernährungskrise reden. Es wird nicht genug Lebensmittel für die Länder des afrikanischen Kontinents, Asiens und des Nahen Ostens geben. Wir exportieren Millionen Tonnen Getreide genau auf diese Märkte. Aber momentan werden Seewege von Russland blockiert“, schreibt Selenskyj auf Telegram.
Die Vereinigten Staaten hätten dies bislang nicht zu spüren bekommen, weshalb es dort nur um Energiefragen gehe.
Die Wurzeln der Treibstoffkrise lägen demnach im Nahen Osten. Diesel- Lieferungen aus Russland machen lediglich 2,2 % vom weltweiten Verbrauch aus, was Dieselpreise kaum beeinflusen könne, so der Präsident.
Selenskyj forderte die USA dazu auf, die Einhaltung der von US- Präsident Trump angekündigten Waffenruhe im Energiesektor durch Moskau zu gewährleisten.
Die Ukraine habe in der Nacht keine russischen Raffinerien angegriffen. Wenn Russland wolle, dass diese Schläge ausgesetzt blieben, müsse es die Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur ebenfalls einstellen, betonte er.