Video zeigt Flucht aus dem russisch besetzten Oleschky
Der Beauftragte der Werchowna Rada für Menschenrechte, Dmytro Lubinets, hat auf Facebook ein Video veröffentlicht, welches zeigt, wie Dutzende Menschen versuchen, aus der von Russland besetzten Stadt Oleschky in der Region Cherson zu fliehen.
„Auf dem Video sieht man, was gerade mit unseren Leuten in Oleschky passiert. Heute verlassen Dutzende Menschen die Stadt. Selbständig. Manche - mit dem Fahrrad. Manche - mit dem Moped. Manche gehen zu Fuß. Einige verlassen die Stadt, um für sich und ihre Angehörigen Essen zu finden und zu kaufen. Ohne normale Verkehrsmittel. Ohne eine sichere Route. Ohne jegliche Garantie, dass sie überhaupt ankommen“, so Lubinets.
Seinen Worten zufolge seien die Menschen in Oleschky gezwungen, zwischen zwei Todesarten zu wählen: auf eine Mine zu treten oder zu verhungern.
Es handele sich dabei um einen Völkermord, den die russischen Besatzer bereits seit 2014 begehen. Diese Handlungen stellen eine grobe Verletzung des Genfer Abkommens (IV) dar. „Menschen müssen gerettet werden, solange es noch wen zu retten gibt“, fügte er hinzu.
Lubinets erinnerte auch daran, dass die Europäische Union kürzlich auf der Notwendigkeit eines humanitären Zugangs nach Oleschky und die Möglichkeit für Zivilisten, die Stadt sicher zu verlassen, betonte.
„Die Menschen brauchen nicht nur Deklarationen. Sie brauchen einen sicheren Korridor. Sie brauchen Hilfe. Sie brauchen eine Überlebenschance“, so Lubinets.
Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachtungsmission der Vereinten Nationen in der Ukraine (HRMMU) wurden seit dem 26. Mai keine Lebensmittel in Oleschky geliefert.
Wie der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleksandr Prokudin, erklärte, halten die Russen in Oleschky etwa 2.000 Menschen als Geiseln fest, darunter fast fünfzig Kinder. Sie sind gezwungen, ohne Essen, Strom und Wasser zu überleben.
Foto: Dmytro Lubinets / Facebook