Söldner aus 55 Ländern: jeder zehnte Kriegsgefangene in der Ukraine ist Ausländer
Jeder zehnte Kriegsgefangene, der an der Seite Russlands im Ukraine- Krieg kämpft, ist Staatsbürger eines anderen Landes, teilt der ukrainische Militärgeheimdienst (HUR) auf Telegram mit.
Stand September 2026 befinden sich demnach unter den russischen Kriegsgefangenen Staatsangehörige aus 55 Ländern.
Während die russische Propaganda von „NATO-Söldnern“ in der Ukraine spreche, werbe der Kreml selbst weltweit Menschen für den Krieg gegen die Ukraine an, hieß es.
Nach Angaben des Projektes „Ich will leben“ haben seit 2022 fast 29.000 Ausländer Verträge mit der russischen Armee unterzeichnet. Allein für das Jahr 2026 plante das russische Verteidigungsministerium, weitere 18.500 ausländische Staatsangehörige anzuwerben.
Die Anwerbung ziele vor allem auf Menschen in wirtschaftlich prekärer Lebenslage. Die werden mit hohen Löhnen und falschn Job- Versprechen in den Krieg gelockt. In der Tat werden sie gleich nach der Unterzeichnung eines Vertrags mit dem russischen Verteidigungsministerium in die sogenannten „Fleischangriffe“ auf den gefährlichsten Frontabschnitten geschickt.
Dank dem diplomatischen Druck sowie den Medien habe Russland inzwischen die Rekrutierung von Bürgern aus 39 Ländern gestoppt, darunter China, Indien, Ägypten, Kenia, Pakistan, Ghana und eine Reihe anderer Staaten Afrikas und Asiens.
Dabei verzichte Russland laur dem HUR nicht auf die Anwerbung von Ausländern, richte aber seinen Blick derzeit auf Länder in Südamerika, Zentralasien und Afrika.
Dies würden nicht nur die Angaben von Rekrutierungsämtern, sondern auch die Zahl ausländischer Gefangenerbestätigen bestätigen.
In den ersten neun Monaten 2026 gerieten mehr Ausländer in ukrainische Gefangenschaft als im gesamten Jahr 2025.
Unter ihnen sind Staatsbürger Argentiniens, Panamas, Paraguays, Perus, Honduras, Vietnams, der Mongolei und vieler anderer Länder.
Die Ukraine übergibt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zwei nordkoreanische Kriegsgefangene an Südkorea. Die beiden Soldaten waren im vergangenen Jahr in der russischen Region Kursk gefasst worden.
Nordkorea habe bereits, so Selenskyj, zwischen 30.000 und 50.000 Soldaten nach Russland geschickt. „Russland hilft Nordkorea dabei, das Führen von Krieg zu erlernen, seine Waffen zu verbessern und Erfahrungen in der modernen Kriegsführung zu sammeln", sagte er.