Chef des Militärgeheimdienstes: Russland verfügt über Ressourcen, um den Krieg bis 2028 fortzuführen
„Russland ist heute wirtschaftlich deutlich schwächer als zu Beginn der Vollinvasion, doch es ist nicht ausgeschlossen, dass es über genügend Ressourcen verfügt, um den Krieg gegen die Ukraine 2027 und 2028 fortzuführen“, sagte Oleg Ivaschtschenko, Chef des Militärgeheimdienstes des Verteidigungsministeriums der Ukraine, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Ukrinform.
„Ein Arbeitskräftemangel, ein wachsendes Haushaltsdefizit und die zunehmenden Risiken im Bankensektor sind derzeit die größten Probleme der russischen Wirtschaft. Gleichzeitig verfügt das Land immer noch über genügend Ressourcen, um den Krieg gegen die Ukraine fortzuführen. Wir schließen nicht aus, dass diese Ressourcen sowohl für 2027 als auch für 2028 ausreichen werden“, so Ivaschtschenko.
Um Russland diese Ressourcen zu nehmen, sei demnach eine enge Kooperation mit internationalen Partnern in Bezug auf wirksame Wirtschaftssanktionen notwendig.
„Die Sanktionen müssen eine reale Wirkung zeigen. Wir wissen, aus welchen Ländern die elektronischen Bauteile, Werkzeugmaschinen und Spezialchemikalien in die Russische Föderation gelangen. Viele Güter, welche die russische Kriegsmaschine am Laufen halten und gegen uns eingesetzt werden, werden über Scheinfirmen importiert“, sagt der Militärgeheimdienstchef.
Die Ukraine erwartet von ihren internationalen Verbündeten eine Synchronisierung der Sanktionen gegen identifizierte russische Hersteller ballistischer Waffensysteme sowie eine Verschärfung der Exportkontrollen.