Behörden warnen vor dem Risiko einer großangelegten Mobilisierung von Zivilisten in besetzten Gebieten nach "Parlamentswahl“ in Russland

Für Männer in den besetzten Gebieten bestehe ein Risiko, nach sogenannten „Parlamentswahlen“ in Russland in eine „Mobilisierungsfalle“ zu geraten, sagte der stellvertretende Leiter des Chersoner Gebietsrates, Jurij Sobolewskyj, gegenüber der Nachrichtenagentur Ukrinform.

„Ich möchte nochmals die Männer daran erinnern, dass die Uhr tickt und dass nach den „Wahlen“ in die Staatsduma das Risiko einer großangelegten Mobilisierung enorm wird. Sie können in eine Falle geraten. Wir sehen, dass die Besatzer sich auf die Mobilisierung vorbereiten“, so Sobolewskyj. 

Er ruft Männer in besetzten Gebieten zur schnellen Flucht vor den vom 18. bis 20. September angesetzten Parlamentswahl auf. 

Nach Angaben der ukrainischen Staatsanwaltschaft seien mindestens 2700 Einwohner des vorübergehend besetzten Gebiets Cherson von den Besatzungsbehörden für die weitere Einberufung in die russische Armee registriert worden. Einige von ihnen seien bereits in die Streitkräfte des Aggressorstaates eingezogen worden.

Noch im Juli 2023 wurde in Henitschesk ein „Militärkommissariat des Gebiets Cherson“ eingerichtet. Über dessen Strukturen wurden Angaben über Männer im wehrfähigen Alter gesammelt, medizinische Musterungen durchgeführt und Vorladungen verschickt.   

Die Zwangsrekrutierung von Zivilisten in besetzten Gebieten verstößt gegen die Genfer Konventionen und gilt nach humanitärem Völkerrecht als Kriegsverbrechen.

Illustratives Foto: Militärgeheimdienst