Sybiha nach russischem Nachtangriff: Jede Abfangrakete zählt
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha rief im sozialen Netzwerk X die Partner auf, schnellstmöglich über die Lieferung von Abfangraketen an die Ukraine zum Schutz der Zivilbevölkerung zu entscheiden.
Er stellte fest, dass Russland in der Nacht Kyjiw und die Region mit mehr als zwei Dutzend ballistischen Raketen angegriffen und dabei mindestens 17 Menschen getötet und über 40 weitere verletzt habe.
„Russische Angriffe kennen keine Ferien, daher darf es keine Unterbrechungen in der Unterstützung der Ukraine durch unsere Partner und im Druck auf den Aggressor geben. Jede Abfangrakete zählt. Das sind Instrumente, die Leben retten, und ich appelliere erneut an alle Partner, die Verabschiedung aller entsprechenden Entscheidungen zu beschleunigen“, so der Außenminister.
Er fügte hinzu, Russland müsse die Möglichkeit zur Herstellung dieser ballistischen Terrorwaffen entzogen werden. „In diesem Zusammenhang sind zusätzliche harte Sanktionen unerlässlich und dringend notwendig“, betonte Sybiha.
Er warnte zudem vor einer falschen moralischen Gleichsetzung von Aggressor und Staat, der sich verteidigt.
„Russische Angriffe sind durch nichts zu rechtfertigen, einschließlich jeden Vorgehens der Ukraine. Die Ukraine hat vielmehr das volle Recht, legitime militärische Ziele in Russland in Rahmen der Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der UN-Charta anzugreifen“, betonte Sybiha.
Wie berichtet griffen russische Invasoren die Ukraine seit dem Abend des 4. August mit vier Zirkon/Oniks-Anti-Schiffsraketen, 24 Iskander-M/S-400-Ballistikraketen und 115 Kampfdrohnen an. Die Luftverteidigung schoss 98 feindliche Drohnen im Norden, Süden und Osten des Landes ab bzw. neutralisierte deren Flug.
In der Region Kyjiw wurden beim russischen massiven Raketen- und Drohnenangriff zu diesem Zeitpunkt 16 Menschen getötet und 36 verletzt.