UN-Sicherheitsrat: Mai war der tödlichste Monat für Zivilisten in der Ukraine seit vier Jahren
Wegen verstärkter russischer Luftangriffe erreichte die Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten in der Ukraine im vergangenen Monat den höchsten Stand seit April 2022.
Dies erklärte Mohamed Khaled Khiari, Helfer des Generalsekretärs für den Nahen Osten, Asien und den Pazifik, bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrats, meldet der Korrespondent von Ukrinform in den USA.
Er berichtete, die Russische Föderation habe am 17. Juni einen weiteren massiven Beschuss der Ukraine gestartet. Die Regionen Kyjiw, Charkiw, Donezk, Dnipropetrowsk, Saporischschja, Sumy und Mykolajiw seien befeuert worden.
Khiari betonte, dass Objekte von außergewöhnlichem historischem und kulturellem Wert beschädigt wurden. Insbesondere sei das Kyjiwer Höhlenkloster, ein UNESCO-Weltkulturerbe, getroffen worden. Am Tag zuvor war das Kunstmuseum in Charkiw von einer Drohne getroffen worden.
Laut UNESCO wurden in der Ukraine seit Februar 2022 mehr als 530 Kulturstätten beschädigt.
Unter Berufung auf Daten des Büros des UN-Hochkommissars für Menschenrechte stellte der Helfer des Generalsekretärs fest, dass im Mai mindestens 274 Zivilisten in der Ukraine getötet und weitere 1.763 verletzt wurden.
„Das ist die höchste monatliche Zahl an Toten und Verletzten seit April 2022“, betonte der Beamte.
Seit Beginn des Einmarsches Russlands in die Ukraine hat die UNO insgesamt mindestens 16.126 zivile Todesopfer, darunter 796 Kinder, bestätigt. 46.590 Zivilisten wurden verletzt, darunter 2.835 Kinder. Die realen Zahlen dürften laut Khiari deutlich höher liegen.
Er wies zudem auf die Folgen des Krieges für die Zivilbevölkerung auf dem Territorium der Russischen Föderation und der Ukraine, insbesondere auf der Autonomen Republik Krim, hin.
Khiari forderte zu einer sofortigen Deeskalation und zur Wiederaufnahme diplomatischer Bemühungen zur Herbeiführung eines vollständigen, sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstands sowie eines gerechten und dauerhaften Friedens im Einklang mit der UN-Charta, dem Völkerrecht und den verabschiedeten Resolutionen auf.
Wie berichtet versammelte sich der UN-Sicherheitsrat am Montag zu einer Dringlichkeitssitzung, um den jüngsten Beschuss der Ukraine, insbesondere des Kyjiwer Höhlenklosters, zu erörtern.