Russische Behörden wollen Rentner wieder beschäftigen – Auslandsnachrichtendienst
Die wirtschaftliche und soziale Lage in Russland zwingt Rentner zur Suche nach zusätzlichen Einkommensquellen: Derzeit arbeiten etwa 7 Millionen der 40,3 Millionen russischen Rentner noch, die übrigen sollen als Reserve für den Arbeitsmarkt und zur Entlastung des Staatshaushalts dienen.
Darüber berichtet der ukrainische Auslandsnachrichtendienst, meldet Ukrinform.
Laut der Chefin der russischen Zentralbank, Elwira Nabiullina, hat das Land noch nie einen so akuten Arbeitskräftemangel erlebt. Der russische Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Handel, Maksim Reschetnikow, erklärte bereits, die Behörden planen, dieses Problem teilweise durch die Einstellung von Rentnern und Menschen im Vorruhestandsalter zu lösen. Ihnen würden Umschulungen, Kurzlehrgänge und flexible Arbeitszeiten versprochen. Angesichts der durchschnittlichen Lebenserwartung von rund 74 Jahren in der Russischen Föderation (in Moskau 79, im Fernen Osten und in Sibirien nur 66 Jahre) haben russische Rentner „eine reale Chance“, sich im wohlverdienten Ruhestand „eine zweite Jugend“ zu gönnen. Diese wird jedoch nicht lange anhalten, denn die Rückkehr ins Berufsleben wird schnell neue Probleme mit sich bringen.
Der größte Fachkräftemangel in der Russischen Föderation besteht in den Bereichen Produktion, Medizin und Logistik.
„Es ist schwer vorstellbar, wie ein älterer Ingenieur mit gesundheitlichen Problemen sich umschulen lassen und den Produktionsprozess wesentlich unterstützen soll. Doch selbst die formale Einbeziehung älterer Menschen in den Arbeitsmarkt wird es russischen Regierungsbeamten in naher Zukunft ermöglichen, der Gesellschaft die vermeintliche „Effizienz“ dieser Arbeitskraft zu demonstrieren. Und dann greift das altbekannte Kreml-Prinzip: Wenn sie arbeiten, brauchen sie dann keine Rente“, so die Behörde.