Außenministerium zur Stationierung russischer Atomwaffen in Belarus: Kreml schafft einen gefährlichen Präzedenzfall

Die Stationierung russischer taktischer Atomwaffen in Belarus sowie gemeinsame Übungen der beiden Diktaturen zum Kampfeinsatz von Atomwaffen stellen eine präzedenzlose Herausforderung für die globale Sicherheitsarchitektur dar, die eine harte internationale Antwort erfordert, heiß es in einer Stellungnahme des Auswärtigen Amtes der Ukraine.   

Gemeinsame Übungen zum Kampfeinsatz von Atomwaffen würden demnach gegen die Art. 1 und 2. des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen verstoßen.

„Indem der Kreml Belarus in seinen nuklearen Brückenkopf nahe der NATO - Grenze verwandelt, legitimiert er de facto die Verbreitung von Kernwaffen in der Welt und schafft einen gefährlichen Präzedenzfall für andere autoritäre Regime. Solche Handlungen sollen eindeutig und scharf durch alle Länder, welche das Regime der Nichtverbreitung von Kernwaffen respektieren, verurteilt werden“, hieß es.

Eine effektive Antwort auf das russisch-belarussische „Säbelrasseln“ nahe der NATO - Grenze solle laut dem Außenministerium eine deutliche Verschärfung von Sanktionen gegen Moskau und Minsk beinhalten.

Belarus hat am Montag Übungen zum Kampfeinsatz von Atomwaffen begonnen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Minsk sind Einheiten der Raketentruppen und der Luftwaffe beteiligt. Trainiert würden unter anderem der Transport nuklearer Sprengköpfe, deren Vorbereitung für einen möglichen Einsatz sowie der Einsatz aus nicht vorbereiteten Gebieten. Teile der Manöver sollen gemeinsam mit Russland stattfinden.

Belarus hat Russland Stationierung taktischer Atomwaffen im Jahr 2023 erlaubt. Im Jahr 2025 wurden im Land atomwaffenfähige russische Raketen vom Typ Oreschnik stationiert . Die Rakete wurde erstmals im November 2024 – ohne nukleare Ladung – gegen eine Rüstungsfabrik in Dnipro eingesetzt.